Op­po­si­ti­on wirft Rot/Grün „Rechts­beu­gung“vor

Wei­ter Streit um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät des SPD-Ab­ge­ord­ne­ten Ro­nald Schmin­ke

Nordwest-Zeitung - - NIEDERSACHSEN - VON GUNARS REICHENBACHS, BÜ­RO HAN­NO­VER

HAN­NO­VER – Der Ton im Streit um die Im­mu­ni­tät des SPDLand­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ro­nald Schmin­ke, die ihn vor Straf­ver­fol­gung schützt, wird schär­fer. Die FDP wirft der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on „Rechts­beu­gung“vor und den „Rechts­staat mit Fü­ßen zu tre­ten“. Björn Thüm­ler, CDUFrak­ti­ons­chef, spricht von ei­nem „Zwei-Klas­sen-Recht“. Der Land­tag muss an die­sem Mitt­woch ei­ne Ent­schei­dung fäl­len. SPD und Grü­ne stel­len sich vor Schmin­ke.

Die De­bat­te um Schmin­ke be­schäf­tigt das Par­la­ment schon seit Wo­chen. Der So­zi­al­de­mo­krat aus Hann. Mün­den sorg­te erst mit ei­ner har­ten Kri­tik an Miss­stän­den in zwei Pfle­ge­hei­men sei­ner Re­gi­on für Schlag­zei­len. Dann zog Schmin­ke auch die fi­nan­zi­el­le Sol­venz der Heim­be­trei­be­rin in Zwei­fel. Dar­auf­hin stell­te die Frau Straf­an­zei­ge ge­gen den Ab­ge­ord­ne­ten bei der Staats­an­walt­schaft Göt­tin­gen we­gen „Ver­leum­dung“. Doch die Jus­tiz-Er­mitt­ler kön­nen ge­gen Schmin­ke nur tä­tig wer­den, wenn der Land­tag die Im­mu­ni­tät des Ab­ge­ord­ne­ten auf­hebt. Des­halb hat das Par­la­ment jetzt das letz­te Wort.

Für den FDP-In­nen­po­li­ti­ker Chris­ti­an Gra­scha wä­re es ein „fa­ta­les Si­gnal“, wenn die Staats­an­walts­schaft im Fall Schmin­ke, für den grund­sätz­lich „die Un­schulds­ver­mu­tung“gel­te, nicht er­mit­teln dür­fe. Thüm­ler zi­tiert Land­tags­ju­ris­ten, die ei­ne Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät be­für­wor­ten. SPD und Grü­ne war­nen ih­rer­seits, dass das An­pran­gern von Pfle­ge-Miss­stän­den für Ab­ge­ord­ne­te mög­lich sein müs­se – oh­ne Ri­si­ko der Straf­ver­fol­gung. „Es geht um die freie Aus­übung des Ab­ge­ord­ne­ten-Man­dats“, sagt der Grü­nen-Rechts­po­li­ti­ker Hel­ge Lim­burg.

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