Auk­tio­nen Her­aus­for­de­rung für Wind­kraft­bran­che

Ex­per­ten dis­ku­tie­ren in Ol­den­burg über Aus­wir­kun­gen der EEG-Re­form

Nordwest-Zeitung - - WIRTSCHAFT - VON JÖRG SCHÜRMEYER

OL­DEN­BURG – Die 2017 grei­fen­de Re­form des Er­neu­er­ba­reE­ner­gi­en-Ge­set­zes (EEG) wird gro­ße Aus­wir­kun­gen auf die Wind­ener­gie­bran­che ha­ben. Da­rin wa­ren sich die Ex­per­ten beim 6. Fo­rum Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en der Wirt­schafts­prü­fungs­und -be­ra­tungs­ge­sell­schaft BDO Ar­bi­con am Di­ens­tag in Ol­den­burg ei­nig. Auf die „Er­folgs­bran­che“dürf­ten neue Un­si­cher­hei­ten zu­kom­men und viel­leicht auch ei­ni­ge „dunk­le Wol­ken“auf­zie­hen, pro­gnos­ti­zier­te BDO-Ar­bi­con-Ge­sell­schaf­ter Frank Rei­ners.

Al­win Sch­lör­mann, Ge­schäfts­füh­rer der EWE Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en Gm­bH, sieht den­noch auch künf­tig gu­te Chan­cen für die Wind­ener­gie in Deutsch­land. Der Wind­kraft­an­la­gen­bau an Land wer­de trotz der Neu­re­ge­lun­gen „auf ei­nem ho­hen Ni­veau“wei­ter­ge­hen, mein­te er.

Vor al­lem das künf­tig gel­ten­de Aus­schrei­bungs­mo­dell und das Thema Net­z­eng­pass­re­gio­nen wür­den den Druck zwar er­hö­hen, zu­gleich aber auch zu Ef­fi­zi­enz­stei­ge­run­gen und Kos­ten­sen­kun­gen füh­ren, so Sch­lör­mann. Hin­ter­grund: Be­trei­ber von Wind­parks oder So­lar­an­la­gen so­wie von Bio­gas-An­la­gen er­hal­ten künf­tig für ein­ge­speis­ten Strom kei­ne fes­te, ge­setz­lich fest­ge­leg­te Ver­gü­tung mehr. Statt­des­sen wer­den neue Pro­jek­te aus­ge­schrie­ben. Zu­dem soll künf­tig in den Re­gio­nen, in de­nen in der Ver­gan­gen­heit die meis­ten Wind­parks ent­stan­den sind, der Zu­bau be­son­ders stark ge­dros­selt wer­den.

„Wir wer­den in Sa­chen Wind­ener­gie wei­ter hart am Wind blei­ben“, be­ton­te Sch­lör­mann. Da­zu wol­le man al­ler­dings künf­tig auch ver­stärkt mit Part­nern zu­sam­men­ar­bei­ten, sei es bei der Pro­jekt­ent­wick­lung, aber auch bei Be­tei­li­gungs­mög­lich­kei­ten von Bür­gern, Ge­mein­den oder Stadt­wer­ken.

Eck­hard Kuhn­hen­neKraus­mann, Ge­schäfts­füh­rer der en­er­gie­wirt­schaft­li­chen Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Ener­vis (Ber­lin), ging vor al­lem auf die Aus­wir­kun­gen des Auk­ti­ons­mo­dells ein. „Ich glau­be, dass wir ge­nü­gend Wett­be­werb am Markt ha­ben wer­den“, sag­te er. Es sei so­gar eher ein An­ge­bots­über­hang zu er­war­ten.

Zu­gleich geht er eher von ei­ner fla­chen An­ge­bots­kur­ve aus. Um bei Auk­tio­nen zum Zu­ge zu kom­men, sei es des­halb um­so wich­ti­ger, nicht nur den ei­ge­nen Ver­gü­tungs­be­darf, al­so die Pro­jekt­sei­te, zu be­trach­ten, son­dern auch Er­war­tun­gen für den Markt­preis, sprich die Markt­sei­te, im Au­ge zu be­hal­ten. „Künf­tig wird man über den Tel­ler­rand des ei­ge­nen Pro­jekts schau­en müs­sen und in Markt­ana­ly­sen ein­stei­gen“, sag­te er.

Pe­ter Spen­ge­mann, Pro­jekt­ma­na­ger bei WPD Wind­ma­na­ger (Bre­men), und Dr. Hans-Pe­ter Waldl, Ge­schäfts­füh­rer von Over­speed (Ol­den­burg) wie­der­um be­fass­ten sich mit der ho­hen Be­deu­tung die beim künf­ti­gen EEG-Aus­schrei­bungs­mo­dell rea­lis­ti­sche Stand­ort­be­wer­tun­gen und Pro­gno­sen zu­kommt.

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