Gu­te Nach­rich­ten im Re­per­toire

In­ten­dant Chris­ti­an Firm­bach über Pu­bli­kums­er­fol­ge und Per­for­mance-Al­li­an­zen

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON STE­PHAN ONNEN

Im ver­gan­ge­nen Jahr er­reich­te das Staats­thea­ter ei­ne Aus­las­tung von 82,7 Pro­zent. Mit der zwei­ten Spiel­zeit un­ter sei­ner Re­gie ist In­ten­dant Firm­bach sehr zu­frie­den.

OL­DEN­BURG – Chris­ti­an Firm­bach fühlt sich in Ol­den­burg „an­ge­kom­men“: „Es ist für mich ein Glücks­fall, hier zu sein“, schwärmt der Ge­ne­ral­in­ten­dant des Ol­den­bur­gi­schen Staats­thea­ters. Seit der Spiel­zeit 2014/2015 ist der 49Jäh­ri­ge für Kunst und Kas­se am Thea­ter­wall ver­ant­wort­lich. Und was die Bi­lanz nach Be­en­di­gung sei­ner zwei­ten Sai­son an­geht, schwelgt der Thea­ter­chef re­gel­recht in Su­per­la­ti­ven: Er sei „sehr, sehr zu­frie­den“, be­rich­te­te Firm­bach jetzt vor dem Ver­wal­tungs­aus­schuss des Staats­thea­ters. Die zwei­te Spiel­zeit sei in der Re­gel im­mer schwie­rig – für ihn in Ol­den­burg aber, froh­lock­te der In­ten­dant, sei sie noch bes­ser als die ers­te ge­we­sen.  DIE BI­LANZ

Firm­bachs Wohl­ge­fühl wird von gu­ten Zah­len be­flü­gelt. 188 000 Zu­schau­er hat das Pro­gramm der Spiel­zeit 2015/2016 an­ge­lockt. Das sind zwar we­ni­ger als in der Vor­sai­son (200500), aber da war die Spiel­zeit auch vier Wo­chen län­ger. „Sonst hät­ten wir wie­der die 200000-er Mar­ke ge­knackt“, ist Firm­bach über­zeugt. Aufs Ka­len­der­jahr 2015 ge­rech­net ka­men 184 570 Zu­schau­er – was ei­ner Aus­las­tung der Thea­ter­spiel­stät­ten von 82,7 Pro­zent ent­spricht. Das Haus­halts­vo­lu­men be­trug ins­ge­samt rund 28,1 Mil­lio­nen Eu­ro – sub­ven­tio­niert von Land und Stadt. An den Zu­schüs­sen in Hö­he von 23,7 Mil­lio­nen be­tei­lig­te sich die Stadt Ol­den­burg mit 5,62 Mil­lio­nen Eu­ro.

Das Er­geb­nis für 2015 schließt mit ei­nem Plus von 545 079 Eu­ro ab. Da­durch ver­rin­gert sich das Bi­lanz­de­fi­zit auf 448 968 Eu­ro.  DIE GRÖß­TEN ER­FOL­GE

Die gu­te Be­su­cher­re­so­nanz wird von meh­re­ren Er­folgs­stü­cken ge­tra­gen, al­len vor­an Fer­di­nand von Schi­rachs Ge­richts­dra­ma „Ter­ror“, das seit der Pre­mie­re im Fe­bru­ar die­sen Jah­res 21-mal auf dem Spiel­plan stand mit, so Firm­bach, „ge­fühlt“100-pro­zen­ti­ger Aus­las­tung. Tat­säch­lich wa­ren es we­gen ei­nes nicht aus­ver­kauf­ten Zu­satz­ter­mins ein paar Pro­zen­te we­ni­ger. Firm­bach ist stolz dar­auf, dass sein Thea­ter bun­des­weit erst die vier­te Büh­ne war, die das Stück ge­spielt hat: „Wir ha­ben den rich­ti­gen Rie­cher ge­habt“. Die­se gu­te Na­se hat man auch bei „Su­per­gu­te Ta­ge“be­wie­sen – das Dra­ma wur­de bis­her 38 mal ge­spielt mit ei­ner Aus­las­tung von über 90 Pro­zent, sag­te der In­ten­dant. En­de De­zem­ber steht es als Wie­der­auf­nah­me auf dem Pro­gramm. Haupt­dar­stel­le­rin Fran­zis­ka Wer­ner sei zu ei­nem „lo­ka­len Star“ge­wor­den, froh­lock­te Firm­bach. Rocko Scha­mo­nis Ins­ze­nie­rung sei­nes Ro­mans „Fünf Lö­cher im Him­mel“wur­de im Klei­nen Haus eben­falls zu­meist vor vol­len Rän­gen ge­spielt (90 Pro­zent Aus­las­tung).

Über­rascht hat den In­ten­dan­ten, dass sich auch Ben­ja­min Brit­tens Oper „Som­mer­nachts­traum“(nach dem Text von Wil­li­am Sha­ke­speares Dra­ma) als Pu­bli­kums­lieb­ling ent­puppt ha­be. Das Gro­ße Haus sei zu 90 Pro­zent aus­ge­las­tet ge­we­sen.  DER AUS­BLICK

Ver­wal­tungs­lei­ter Tilmann Pröl­lochs geht da­von aus, dass das Thea­ter das Wirt­schafts­jahr 2016 po­si­tiv ab­schlie­ßen und dank der Ein­nah­me­stei­ge­run­gen im Ti­cket­ver­kauf er­neut sei­nen Til­gungs­bei­trag zum Bi­lanz­ver­lust er­wirt­schaf­ten wird.

Auch Chris­ti­an Firm­bach ist zu­ver­sicht­lich, dass sich der po­si­ti­ve Trend in der ak­tu­el­len Spiel­zeit fort­setzt. Im Be­reich Schau­spiel ha­be „Ti­ta­nic“ei­nen tol­len Start hin­ge­legt, im Be­reich Oper fie­bert der In­ten­dant dem Auf­takt des Ring­zy­klus’ von Richard Wa­gner – „Rhein­gold“hat am 4. Fe­bru­ar 2017 Pre­mie­re – ent­ge­gen. Die Wa­gner-Te­tra­lo­gie soll bis ins Jahr 2019 erst­mals voll­stän­dig am Staats­thea­ter zu se­hen sein. Mit Vor­freu­de blickt Firm­bach auch auf die 13. In­ter­na­tio­na­len Tanz­ta­ge, zu de­nen im nächs­ten Mai 14 Tanz- und Bal­lett­com­pa­gni­en aus Eu­ro­pa, den USA und Afri­ka er­war­tet wer­den. Die Aus­rich­tung des „größ­ten Fes­ti­vals die­ser Art in Deutsch­land“ist in­des nicht frei von Sor­gen: „Die Fi­nan­zie­rung durch Dritt­mit­tel wird schwie­ri­ger“, grämt sich Firm­bach. Man sei auf Spon­so­ren­gel­der in Hö­he von 200 000 Eu­ro an­ge­wie­sen.

Mit Span­nung er­war­tet der Thea­ter-Chef das „Ban­denFes­ti­val“, bei dem das Thea­ter En­de März/An­fang April 2017 in Zu­sam­men­ar­beit mit der Uni Hei­del­berg neue „Per­for­mance-Al­li­an­zen“bil­den will.

 DIE SA­NIE­RUNG

Das Staats­thea­ter bleibt bis 2018 Bau­stel­le – 15 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert das Land in Brand­schutz, Um­bau­ten und Sa­nie­rung. Da­von flie­ßen 3,4 Mil­lio­nen Eu­ro in die Er­neue­rung der Ober­ma­schi­ne­rie der Büh­ne im Klei­nen Haus. Die Stadt Ol­den­burg ist in den Jah­ren 2017 und 2018 mit je­weils 250000 Eu­ro an der Brand­schutz-Fi­nan­zie­rung be­tei­ligt. Zur nächs­ten Spiel­zeit in Be­trieb ge­nom­men wer­den soll ein neu­er Auf­zug, der es er­mög­licht, auch den 2. Ring des Gro­ßen Hau­ses bar­rie­re­frei zu er­rei­chen. Ein Flucht­trep­pen­turm im Be­reich des Haupt­ein­gangs er­setzt die Spin­del im Klei­nen Haus. Auch Foy­er und Gas­tro­no­mie wer­den um­ge­stal­tet. „Nach Ab­schluss der Ar­bei­ten“, so Firm­bach, „ha­ben wir ein top auf­ge­stell­tes Thea­ter.“

BILD: DPA

Dau­er­bren­ner und Pu­bli­kums­ma­gnet: Das Jus­tiz­dra­ma „Ter­ror“wird vor zu­meist vol­len Rän­gen im Gro­ßen Haus ge­spielt. Wei­te­re Auf­füh­run­gen sind am 4. und 5. No­vem­ber, 13. De­zem­ber, 3. Ja­nu­ar und 10. Fe­bru­ar ge­plant.

BILD: STE­PHAN WALZL

An­ge­kom­men und hoch­zu­frie­den: In­ten­dant Chris­ti­an Firm­bach (49)

do­ku­men­tiert das neue Pro­jekt des Kul­tur­rats Ol­den­burg: His­to­ri­sche Thea­ter­zet­tel, die die Vor­läu­fer der heu­ti­gen Pro­gramm­hef­te ge­we­sen wa­ren, wer­den seit No­vem­ber vo­ri­gen Jah­res di­gi­ta­li­siert und on­li­ne ge­stellt. Die Thea­ter­zet­tel ga­ben Aus­kunft über das Stück, die Be­set­zung und

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