Plötz­lich sta­peln sich Mah­nun­gen

Pe­ters­feh­ne­rin soll für nicht be­stell­te Wa­ren zah­len

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON CHRIS­TI­AN KORTE

Gleich von meh­re­ren Un­ter­neh­men be­kam Mo­ni­ka Ortmann Mah­nun­gen. Bei kei­nem da­von hat­te sie je be­stellt.

PE­TERS­FEHN/OL­DEN­BURG – Als Mo­ni­ka Ortmann, die in Ol­den­burg ar­bei­tet, am 15. Ok­to­ber von ei­ner Rei­se in ihr Haus in Pe­ters­fehn zu­rück­kehr­te, wun­der­te sie sich über die Post der Par­fü­mie­re Dou­glas – und noch mehr über de­ren In­halt. Freund­lich weist der Kon­zern in ei­nem Schrei­ben vom 5. Ok­to­ber dar­auf hin, das Ortmann si­cher über­se­hen ha­be, ei­ne Rech­nung zu be­glei­chen. Sie mö­ge doch bit­te bis zum 14. Ok­to­ber 226 Eu­ro zah­len. Da­mit wä­re sie jetzt schon et­was spät dran, trotz­dem lie­ße sich das Pro­blem leicht aus der Welt schaf­fen – wenn Mo­ni­ka Ortmann denn tat­säch­lich et­was bei Dou­glas be­stellt hät­te. „Das ha­be ich aber nie“, sagt sie.

Zwei Ta­ge spä­ter fol­gen wei­te­re Mah­nun­gen, ei­ne zwei­te von Dou­glas, da­zu ei­ne neue von Galeria Kauf­hof über 472,99 Eu­ro und ei­ne wei­te­re von Esprit, dies­mal geht es um 280,79 Eu­ro. Auch da hat Mo­ni­ka Ortmann nichts be­stellt. Zu die­sem Zeit­punkt hat sie be­reits mit Dou­glas Kon­takt auf­ge­nom­men. Sie müs­se ei­ne Straf­an­zei­ge bei der Po­li­zei stel­len, er­fährt sie dort. Und au­ßer­dem: Die an­geb­lich von ihr be­stell­ten Wa­ren sei­en nicht et­wa an ih­re Adres­se, son­dern an ei­nen Ki­osk ge­lie­fert und dort ab­ge­holt wor­den.

Mo­ni­ka Ortmann hat in­zwi­schen von ei­nem Be­kann­ten er­fah­ren, dem Ol­den­bur­ger Tho­mas Brei­sig, der eben­falls Mah­nun­gen für nie von ihm be­stell­te Wa­ren be­kom­men hat.

Ortmann geht al­so zur Po­li­zei, stellt Straf­an­zei­ge und hofft, dass die Ge­schich­te da­mit für sie er­le­digt ist. Doch so ganz ist sie das nicht. Denn Dou­glas gibt sich noch nicht zu­frie­den: Die Vor­gangs­num­mer, die Ortmann von der Po­li­zei be­kom­men hat, reicht dem Un­ter­neh­men nicht. Sie sol­le ei­ne Ko­pie der An­zei­ge ein­rei­chen. Doch die gibt die Po­li­zei nicht her­aus.

Die Vor­gangs­num­mer müs­se dem Un­ter­neh­men aus­rei­chen, sagt da­zu Hei­ner Vor­werk von der Po­li­zei Bad Zwi­schen­ahn. Die An­zei­ge ge­he au­to­ma­tisch an die Staats­an­walt­schaft, An­spruch auf Ak­ten­ein­sicht ha­be dann nur ein Rechts­an­walt – so sei die ge­setz­li­che Re­ge­lung. Für die For­de­rung von Dou­glas ge­be es kei­ne Grund­la­ge.

Oh­ne­hin set­ze sich die Po­li­zei bei der­ar­ti­gen Vor­fäl­len aber mit den ent­spre­chen­den Fir­men in Ver­bin­dung – schon um al­le Da­ten zu frag­li­chen Be­stel­lung ab­zu­fra­gen. Im Fall von Mo­ni­ka Ortmann sei die Sa­che ein­deu­tig ge­we­sen. Zwar sei ih­re Adres­se rich­tig an­ge­ge­ben wor­den, die ver­wen­de­te E-Mail-Adres­se sei aber falsch, eben­so das an­ge­ge­be­ne Ge­burts­da­tum. „Da lie­gen 20 Jah­re da­zwi­schen“, so Vor­werk. So­bald dem Un­ter­neh­men die An­zei­ge be­kannt sei, dür­fe es kei­ne wei­te­ren Ver­su­che un­ter­neh­men, ei­ne For­de­rung ein­zu­trei­ben.

Tat­säch­lich sind bei Mo­ni­ka Ortmann seit der An­zei­ge kei­ne wei­te­ren Mah­nun­gen an­ge­kom­men. Schlaf­lo­se Näch­te be­rei­tet ihr die Sa­che den­noch. „Ich ha­be Angst, dass die­se Fäl­le bei der Schu­fa oder ei­ner an­de­ren Aus­kunf­tei lan­den“, sagt sie.

Die­se Ge­fahr sieht Hei­ner Vor­werk al­ler­dings nicht. Ge­nau wie die Fir­men die For­de­run­gen nach ei­ner An­zei­ge nicht mehr ein­trei­ben dürf­ten, dürf­ten sie auch nicht zu ei­nem ne­ga­ti­ven Schu­faEin­trag füh­ren.

BILD: KORTE

Plötz­lich ist der Brief­kas­ten voll: Mah­nun­gen sta­pel­ten sich bei Mo­ni­ka Ortmann.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.