393 Eu­ro­wings-Flie­ger blei­ben am Bo­den

Flug­be­glei­ter le­gen Ar­beit nie­der – Auch nächs­te Wo­che Streiks ge­plant

Nordwest-Zeitung - - WIRTSCHAFT -

KÖLN/DÜS­SEL­DORF/DPA – Ein Streik beim Bil­lig­flie­ger Eu­ro­wings hat am Don­ners­tag ei­nen gro­ßen Teil des Flug­be­triebs der Luft­han­sa-Toch­ter lahm­ge­legt und 40000 Pas­sa­gie­re ge­trof­fen. Die Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo hat­te zu ei­nem ganz­tä­gi­gen Aus­stand ih­rer Mit­glie­der bei den bei­den Teil­ge­sell­schaf­ten Eu­ro­wings GmbH und Ger­m­anwings auf­ge­ru­fen. Nach An­ga­ben der Air­line fie­len na­he­zu al­le in­ner­deut­schen Ver­bin­dun­gen aus. Auch im Eu­ro­paVer­kehr soll­te es er­heb­li­che Be­hin­de­run­gen ge­ben.

Ins­ge­samt wur­den 393 von 551 ge­plan­ten Eu­ro­wings-Flü­gen vor al­lem in Düs­sel­dorf, Köln/Bonn, Stutt­gart, Ham­burg und Ber­lin ge­stri­chen. Die Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo will da­mit hö­he­re Ver­gü­tun­gen für die Mit­ar­bei­ter der Eu­ro­wings Deutsch­land er­zwin­gen.

Fast al­le be­trof­fe­nen Kun­den sei­en recht­zei­tig in­for­miert wor­den, sag­te ein Eu­ro­wings-Spre­cher. Nur et­wa 1000 sei­en am Vor­mit­tag zu den Flug­hä­fen ge­kom­men, um auf an­de­re Li­ni­en oder die Bahn um­zu­bu­chen.

Am Frei­tag soll­te der Flug­be­trieb Eu­ro­wings zu­fol­ge wie­der re­gu­lär wei­ter­ge­hen. Laut Plan en­det der Streik am Don­ners­tag um 24 Uhr. In der kom­men­den Wo­che müs­sen sich Kun­den von Eu­ro­wings aber schon wie­der auf mas­si­ve Ein­schrän­kun­gen und Flug­aus­fäl­le ein­stel­len.

Die Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo will den Ar­beits­kampf dann noch ein­mal aus­wei­ten und an zwei Ta­gen zu wei­te­ren Streiks bei der Luft­han­saToch­ter auf­ru­fen, sag­te UfoVor­stand Ni­coley Baublies. An wel­chen Ta­gen und zu wel­chen Zei­ten der Aus­stand wei­ter­ge­hen sol­le, gab die Ge­werk­schaft noch nicht be­kannt.

An die­sem Frei­tag, 28. Ok­to­ber, ist au­ßer­dem ei­ne Ver­hand­lungs­run­de mit der Ge­werk­schaft „Ver­di“ge­plant, die eben­falls ei­nen Teil der Ka­bi­nen­be­schäf­tig­ten bei Eu­ro­wings Deutsch­land ver­tritt. „Wir for­dern sie­ben Pro­zent – al­so ein Pro­zent pro Jahr oh­ne Ver­gü­tungs­er­hö­hung“, sag­te „Ver­di“-Vor­stands­mit­glied Chris­ti­ne Beh­le.

Bei der Flug­li­nie ha­be es zu­vor sie­ben Jah­re kei­ne Stei­ge­rung ge­ge­ben. Auch „Ver­di“droh­te für den Fall ei­nes Schei­terns mit Streiks.

Für die jüngs­ten Le­ser

DPA-BILD: BERG

Flug­be­glei­ter von Eu­ro­wings und Ger­m­anwings sind bei ei­ner Kund­ge­bung in Köln zu­sam­men­ge­kom­men. er­klärt Welt­raum­re­por­ter Flux vom NWZ-Kin­der­club das The­ma

Die Flug­be­glei­ter von Eu­ro­wings ver­han­deln nicht je­der für sich. Das über­nimmt die Ge­werk­schaft Ufo. Ge­werk­schaf­ten wol­len, dass ih­re Mit­glie­der fair be­zahlt wer­den und die Ar­beits­be­din­gun­gen stim­men. Das al­les steht in ei­nem Ver­trag, der mit den Chefs ab­ge­stimmt ist. Ta­rif­ver­trag heißt er. Von Zeit zu Zeit wer­den die Ta­rif­ver­trä­ge neu ver­han­delt. Kön­nen die Ge­werk­schafts-Leu­te sich mit den Chefs nicht ei­ni­gen, dann ha­ben sie die Mög­lich­keit, zu Streiks auf­zu­ru­fen. Das be­deu­tet, dass die Mit­ar­bei­ter ih­re Ar­beit nie­der­le­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.