Zwi­schen CDU und CSU über­wie­gen Ge­mein­sam­kei­ten

DAS THE­MA: STREIT IN DER UNI­ON

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON TO­BI­AS SCHMIDT, BÜ­RO BER­LIN

FRA­GE: CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel wird erst­mals seit Be­ginn ih­rer Kanz­ler­schaft nicht zum CSU-Par­tei­tag ein­ge­la­den. Neu­er Tief­punkt zwi­schen den Uni­ons­par­tei­en? SCHEU­ER: Nein, das ist ein­ver­nehm­lich zwi­schen den bei­den Par­tei­vor­sit­zen­den An­ge­la Mer­kel und Horst See­ho­fer ver­ein­bart wor­den. Wir wol­len un­se­re Ge­mein­sam­keit zei­gen und brau­chen da­für kei­ne Ins­ze­nie­rung. Die Ge­mein­sam­kei­ten zwi­schen den Schwes­ter­par­tei­en sind groß, auch wenn noch ei­ni­ge wich­ti­ge Fra­gen zu klä­ren sind. Die In­hal­te ste­hen im Vor­der­grund, nicht die Fra­ge, wer auf oder ne­ben dem Po­di­um steht. FRA­GE: Beim letz­ten Par­tei­tag kan­zel­te See­ho­fer Mer­kel ab, ei­ne De­mü­ti­gung für die Kanz­le­rin. Wird sie jetzt nicht ein­ge­la­den, um ihr Buh-Ru­fe von den CSU-Mit­glie­dern zu er­spa­ren? SCHEU­ER: Im letz­ten Jahr hat­ten wir si­cher ei­ne schwie­ri­ge Zeit. Wir kämp­fen auch jetzt noch mit den Spät­fol­gen der Flücht­lings­wel­le. Wir müs­sen da­her wei­ter ge­mein­sam Lö­sun­gen für of­fe­ne Pro­ble­me su­chen. In den zu­rück­lie­gen­den Wo­chen sind wir gut vor­an­ge­kom­men. Das Kli­ma ist ver­trau­ens­voll, kol­le­gi­al und kon­zen­triert. FRA­GE: Der Streit über die Ober­gren­ze für Flücht­lin­ge schwelt in der Uni­on wei­ter. Be­harrt die CSU nach wie vor auf der Zahl von ma­xi­mal 200 000 Neu­an­kömm­lin­gen pro Jahr? SCHEU­ER: Ja, wir ha­ben als CSU ei­ne kla­re Be­schluss­la­ge. Dar­an hal­ten wir fest, denn wir ma­chen ja nicht Po­li­tik nach Wind­rich­tung. Dif­fe­ren­zen der Schwes­ter­par­tei­en in ein­zel­nen Punk­ten kön­nen wir aus­hal­ten. Aber es über­wie­gen die Ge­mein­sam­kei­ten. An­ge­sichts der Ge­fahr ei­ner lin­ken Re­pu­blik ist un­ser ge­mein­sa­mes Pro­jekt: Rot/Rot/ Grün ver­hin­dern. Die Link­s­par­tei über­bie­tet sich gera­de mit Of­fer­ten an die SPD. Al­len Uni­ons­an­hän­gern muss klar sein, wel­che Auf­ga­be wir ha­ben, da­mit Deutsch­land nicht zu Scha­den kommt. Der Her­aus­for­de­rung wer­den sich CDU und CSU ge­mein­sam stel­len! FRA­GE: Wird das mit An­ge­la Mer­kel als Kan­di­da­tin an der Spit­ze pas­sie­ren? SCHEU­ER: Wir ha­ben ei­nen ge­mein­sa­men Weg zur Bun­des­tags­wahl 2017 ver­ein­bart: Erst kom­men die In­hal­te, die Ar­beit am Zu­kunfts­kon­zept. Und erst im neu­en Jahr wer­den die Per­so­nal­fra­gen ge­klärt.

Andreas Scheu­er (42) ist Ge­ne­ral­se­kre­tär der CSU. Er sitz seit dem Jahr 2002 im Bun­des­tag.

DPA-BILD: GE­BERT

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