Par­tei­en-Ge­zer­re um Bun­des­prä­si­den­ten

Ver­här­te­te Fron­ten bei der Gauck-Nach­fol­ge – Kampf­ab­stim­mung über höchs­tes Amt im Staa­te mög­lich

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON IN­GO BIERSCHWALE

In der CDU gib es ei­ne brei­te Ab­leh­nung des mög­li­chen SPD-Kan­di­da­ten St­ein­mei­er. Die Lin­ke ist über ih­ren Kurs tief ge­spal­ten.

BER­LIN – Bei der Su­che nach ei­nem Kon­sen­s­kan­di­da­ten für das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten kom­men CDU/CSU und SPD nicht vor­an. Im­mer lau­ter wer­den Spe­ku­la­tio­nen über ei­ne mög­li­che Kampf­kan­di­da­tur und ei­nen SPDKan­di­da­ten Frank-Wal­ter St­ein­mei­er. Po­li­ti­ker der Lin­ken ver­mie­den ei­nen kla­ren Con­tra-Kurs ge­gen ihn.

An­ders als Link­s­par­tei­chef Bernd Ri­ex­in­ger schloss Frak­ti­ons­che­fin Sah­ra Wa­genk­necht am Wo­che­n­en­de nicht aus, St­ein­mei­er im Fal­le ei­ner Kan­di­da­tur zu un­ter­stüt­zen. Der „Bild am Sonn­tag“sag­te sie: „St­ein­mei­er hat in der ak­tu­el­len Russ­land-Po­li­tik ver­nünf­ti­ge Ak­zen­te ge­setzt, im Ge­gen­satz zum schwarz-grü­nen Sä­bel­ras­seln.“Sie füg­te aber hin­zu: „War­ten wir mal ab, ob und ge­gen wen er über­haupt an­tritt.“

Lin­ken­chef Ri­ex­in­ger hat­te St­ein­mei­er zu­vor das „Prä­di­kat: un­wähl­bar“ver­passt. Da­ge­gen hat­te Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch dem „Spie­gel“ge­sagt: „Im Fall ei­ner Kampf­kan­di­da­tur kann ich mir vor­stel­len, im drit­ten Wahl­gang eher ei­nen So­zi­al­de­mo­kra­ten als ei­nen Kon­ser­va­ti­ven zu wäh­len.“Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU), CSUChef Horst See­ho­fer und SPDChef Sig­mar Ga­b­ri­el wol­len sich nach An­ga­ben aus Uni­ons­krei­sen nach dem CSU-Par­tei­tag tref­fen, der kom­men­den Frei­tag und Sams­tag in Mün­chen tagt, um über ei­nen ge­mein­sa­men Kan­di­da­ten zu spre­chen.

St­ein­mei­er war von SPDChef Sig­mar Ga­b­ri­el vor­ge­schla­gen wor­den, hat sich bis­her aber nicht be­reit­er­klärt. Von der Uni­on wür­de er wohl auch ab­ge­lehnt, auf ei­ne Mehr­heit könn­te er vor­aus­sicht­lich nur im drit­ten Wahl­gang hof­fen, in dem ei­ne ein­fa­che Mehr­heit reicht. Die Wahl ist nö­tig, weil Joa­chim Gauck aus Al­ters­grün­den nicht mehr an­tritt.

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