Oet­tin­ger spielt Re­de her­un­ter

Ab­fäl­li­ge Äu­ße­run­gen zu Ho­mo-Ehe und Asia­ten

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN -

BRÜS­SEL/TOS/DPA – Mit ab­fäl­li­gen Äu­ße­run­gen über Chi­ne­sen, Frau­en und die Ehe für Ho­mo­se­xu­el­le hat der deut­sche EU-Kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger (CDU) hef­ti­ge Ent­rüs­tung aus­ge­löst. In ei­ner nun öf­fent­lich ge­wor­de­nen Re­de vor Un­ter­neh­mern in Ham­burg hat­te er un­ter an­de­rem von „Schlitz­au­gen“so­wie von „Ho­mo-Pflicht­ehe“ge­spro­chen. Über ei­ne chi­ne­si­sche Re­gie­rungs­de­le­ga­ti­on sag­te er: „Kei­ne Frau­en­quo­te, kei­ne Frau, fol­ge­rich­tig.“

„Ras­sis­tisch und ho­mo­phob“nann­te Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) ge­gen­über die­ser Zei­tung Oet­tin­gers Äu­ße­run­gen. Für den Chef der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag, Diet­mar Bartsch, ist Oet­tin­ger nicht mehr trag­bar: „Es ist pein­lich, dass ein sol­cher Ras­sist und Se­xist EUKom­mis­sar für Deutsch­land ist.“Er for­der­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) auf, Oet­tin­ger „zu­rück­zu­zie­hen“. Die Spre­che­rin des Les­ben- und Schwu­len­ver­ban­des (LSVD), Ste­fa­nie Schmidt, for­der­te ei­ne Ent­schul­di­gung.

Oet­tin­ger ver­tei­dig­te sei­ne Äu­ße­run­gen. Dass er in sei­ner Re­de das Wort „Schlitz­au­ge“ver­wen­det ha­be, sei nicht an­stö­ßig ge­meint ge­we­sen. „Das war ei­ne et­was sa­lop­pe Äu­ße­rung“, sag­te er der „Welt“. Auch die Ho­me-Ehe ha­be er nicht als sol­che an­grei­fen wol­len, son­dern „in ei­ner Lis­te von The­men, Initia­ti­ven und De­bat­ten ge­nannt, die in Deutsch­land die po­li­ti­sche Ta­ges­ord­nung be­stim­men“, er­läu­ter­te er. Er wol­le die­se Lis­te er­gän­zen – „ins­be­son­de­re um das The­ma Wett­be­werbs­fä­hig­keit“. Er sei auch nicht ge­gen ei­ne Frau­en­quo­te.

Schwe­sig kri­ti­sier­te, Oet­tin­ger „soll­te sich ernst­haft mit sei­nen State­ments aus­ein­an­der­set­zen und sie jetzt nicht klein­re­den, son­dern ernst­haft Po­si­ti­on be­zie­hen“.

DPA-BILD: ST­A­CHE

In der Kri­tik: EU-Kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.