Das En­de ei­ner Tra­di­ti­on

CSU-Par­tei­tag we­gen Span­nun­gen erst­mals oh­ne Mer­kel

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTEN - VON TE­RE­SA DAPP

Zu­letzt schlug die CSU ver­söhn­li­che­re Tö­ne an. Trotz­dem fürch­te­te die CDU ei­nen ei­si­gen Emp­fang für Mer­kel.

MÜN­CHEN/BER­LIN – Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel fährt we­gen an­hal­ten­der Span­nun­gen mit der CSU erst­mals nicht zum Par­tei­tag der baye­ri­schen Schwes­ter­par­tei. Das ver­lau­te­te am Sams­tag aus Uni­ons­krei­sen. Der „Bild am Sonn­tag“zu­fol­ge hat­ten sich die CDU-Vor­sit­zen­de und CSUChef Horst See­ho­fer dar­auf am Vor­abend ge­ei­nigt. Die CSU kommt En­de kom­men­der Wo­che in Mün­chen zu­sam­men. Haupt­streit­punkt in der Uni­on ist Mer­kels Flücht­lings­po­li­tik.

Seit sie im Jahr 2000 den Par­tei­vor­sitz über­nom­men hat, war Mer­kel auf je­dem re­gu­lä­ren Par­tei­tag der Schwes­ter­par­tei zu Gast. Mit der Ent­schei­dung war je­doch ge­rech­net wor­den. Zu groß er­schien das Ri­si­ko, dass See­ho­fer mit sei­nen ver­söhn­li­che­ren Tö­nen der ver­gan­ge­nen Ta­ge nicht zur Par­tei­ba­sis durch­dringt und die De­le­gier­ten Mer­kel er­neut ei­nen un­freund­li­chen Emp­fang be­rei­ten.

In der CDU hieß es, man sei „bei der in­halt­li­chen Ver­stän­di­gung auf ei­nem sehr gu­ten Weg“. „Es ist nicht so wich­tig, ob sich die Vor­sit­zen­den wech­sel­sei­tig auf Par­tei­ta­gen be­su­chen“, sag­te CDUVi­ze Ar­min La­schet der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“. Ent­schei­dend sei, im Wahl­kampf an ei­nem Strang zu zie­hen. „Und da kom­men aus Mün­chen genau die rich­ti­gen Si­gna­le.“Der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der CSU-Lan­des­grup­pe im Bun­des­tag, Max Strau­bin­ger, sag­te, er sei „über­zeugt, dass wir mit der Bun­des­kanz­le­rin ge­schlos­sen in den Wahl­kampf zie­hen.“Der Be­such sei da­für nicht ent­schei­dend, sag­te er der „West­deut­schen All­ge­mei­nen“.

DPA-BILD: HOP­PE

Beim CSU-Par­tei­tag 2015 war es fast zum Eklat ge­kom­men, als Horst See­ho­fer nach An­ge­la Mer­kels Re­de die Po­li­tik der Kanz­le­rin kri­ti­sier­te, wäh­rend sie ne­ben ihm stand.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.