Zwei­ter Weck­ruf

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON DET­LEF DRE­WES, BÜ­RO BRÜS­SEL

Nach dem für un­denk­bar ge­hal­te­nen Vo­tum der Bri­ten für ei­nen Aus­stieg aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on war das Rin­gen um Ce­ta der zwei­te Weck­ruf für die EU. Brüs­sel agier­te, wie es seit Jah­ren Po­li­tik mach­te: Fast schon be­lei­digt an­ge­sichts der Ver­su­che von Öf­fent­lich­keit und di­ver­sen Initia­ti­ven, die nicht mehr hin­neh­men woll­ten, dass hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren aus­ge­kun­gelt wur­de, was der Wäh­ler an­schlie­ßend dank­bar und wi­der­spruchs­los hin­neh­men soll­te.

Aber die Zwangs­be­glü­ckung des Bür­gers per Dik­tat wird von wei­ten Tei­len der Öf­fent­lich­keit nicht mehr ak­zep­tiert. Ei­ne im­mer brei­te­re Mehr­heit will mit­be­stim­men, auch wenn die Ar­gu­men­te viel zu oft po­le­misch und sach­fern blie­ben. Es stimmt: Ce­ta ist das bes­te Han­dels­ab­kom­men, das die EU je ab­ge­schlos­sen hat. Aber das heißt nicht, dass man es nicht noch bes­ser, vor al­lem de­mo­kra­ti­scher hät­te ma­chen kön­nen. Das Pro­blem bleibt nicht das Er­geb­nis, son­dern der Weg da­hin.

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