Raum­fah­rer si­cher ge­lan­det

FOR­SCHUNG Mit So­jus-Kap­sel von ISS auf der Er­de zu­rück – Er­folg­rei­che Mis­si­on

Nordwest-Zeitung - - PANORAMA - VON WOLF­GANG JUNG

Die US-As­tro­nau­tin Kath­le­en Ru­bins ent­schlüs­sel­te erst­mals auch im Wel­tall mensch­li­ches Erb­gut. Ein Ber­gungs­team half den Raum­fah­rern aus der drei Ton­nen schwe­ren, en­gen Kap­sel.

SCHESKASGAN – Nach 115 Ta­gen im All sind drei Be­sat­zungs­mit­glie­der der In­ter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS in ei­ner mo­der­ni­sier­ten So­jus­Kap­sel wohl­be­hal­ten zur Er­de zu­rück­ge­kehrt. Die US-As­tro­nau­tin Kath­le­en Ru­bins, der Ja­pa­ner Ta­ku­ya Oni­shi und der Rus­se Ana­to­li Iwa­nischin lan­de­ten am Sonn­tag wie ge­plant in der Step­pe von Ka­sachs­tan in Zen­tral­asi­en.

Die Mo­le­ku­lar­bio­lo­gin Ru­bins ent­schlüs­sel­te erst­mals auch im Wel­tall mensch­li­ches Erb­gut. Zu­dem mon­tier­ten die Kos­mo­nau­ten ei­nen Ad­ap­ter, um neu­en Raum­schiff­ty­pen das An­do­cken am Au­ßen­pos­ten der Mensch­heit zu er­leich­tern. Für Ru­bins und Oni­shi war es der ers­te Ein­satz im Kos­mos. Iwa­nischin war be­reits auf der ISS, rund 400 Ki­lo­me­ter über der Er­de. Die neu­ar­ti­ge So­jus-MS (MS steht für Mo­der­ni­sier­tes Sys­tem) ver­fügt un­ter an­de­rem über Com­pu­ter der neu­en Ge­ne­ra­ti­on, die et­wa das Len­ken er­leich­tern, so­wie über ei­nen bes­se­ren Me­teo­ri­ten­schutz.

Et­wa drei­ein­halb St­un­den nach dem Ab­do­cken von der Raum­sta­ti­on ging die So­jus ge­gen 8.58 Uhr Orts­zeit (4.58 Uhr MEZ) süd­öst­lich der Stadt Scheskasgan bei spür­ba­rem Wind zu Bo­den. Ein Ber­gungs­team half den Raum­fah­rern aus der drei Ton­nen schwe­ren, en­gen Kap­sel und trug die Rück­keh­rer zu Klapp­ses­seln. Ih­re Mus­keln sind nach fast vier Mo­na­ten in der Schwe­re­lo­sig­keit ge­schwächt. In De­cken ge­hüllt und mit Tee ver­sorgt, wink­te das Trio bei leich­tem Frost in die Ka­me­ras.

Auf der ISS leis­ten nun noch die Rus­sen Ser­gej Ry­schi­kow und And­rej Bo­ris­sen­ko so­wie ihr US-Kol­le­ge Ro­bert Sha­ne Kim­brough Di­enst. Nach dem Aus der USS­pace-Shut­tles 2011 ist Russ­land das ein­zi­ge Land, das be­mann­te Flü­ge zur ISS or­ga­ni­siert. Zwi­schen Mos­kau und Pa­ris spitzt sich der­weil ein Kon­flikt um ein­ge­fro­re­ne Kon­ten zu. Russ­lands Raum­fahrt­be­hör­de wirft Frank­reich vor, 300 Mil­lio­nen Eu­ro ge­sperrt zu ha­ben – Grund ist ein in­ter­na­tio­na­ler Ge­richts­streit um den zer­schla­ge­nen Öl­kon­zern Yu­kos. Mit So­jus­Ra­ke­ten wer­den seit 2011 Ga­li­leo-Sa­tel­li­ten vom Welt­raum­bahn­hof Kou­rou in Fran­zö­sisch-Gua­ya­na ge­star­tet.

AP-BILD: LOVETSKY

Der ja­pa­ni­sche As­tro­naut Ta­ku­ya Oni­shi wird von Hel­fern ge­tra­gen und te­le­fo­niert kurz nach der Lan­dung.

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