Ga­b­ri­el will Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en schüt­zen

Wirt­schafts­mi­nis­ter for­dert von Pe­king glei­che Be­din­gun­gen für deut­sche In­ves­to­ren

Nordwest-Zeitung - - WIRTSCHAFT - VON SE­BAS­TI­AN EN­GEL

Ga­b­ri­el reist in die­ser Wo­che nach Chi­na. Er geht auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs zur zweit­größ­ten Wirt­schafts­macht.

BER­LIN – Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el geht vor sei­ner Chi­na-Rei­se auf Kon­fron­ta­ti­ons­kurs zur zweit­größ­ten Wirt­schafts­macht der Welt. An­ge­sichts ge­häuf­ter Über­nah­men deut­scher Fir­men durch chi­ne­si­sche In­ves­to­ren will Ga­b­ri­el hei­mi­sche Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en bes­ser schüt­zen.

Es müs­se klar sein, „dass Deutsch­land und Eu­ro­pa sich für die Zu­kunft In­stru­men­te schaf­fen wer­den, um si­cher­heits­re­le­van­te Tech­no­lo­gi­en zu schüt­zen, wo dies ge­bo­ten ist“, schreibt Ga­b­ri­el in ei­nem Gast­bei­trag für die Zei­tung „Die Welt“. „Wir wer­den auch wei­ter­hin aus­län­di­sche In­ves­to­ren mit ei­nem ech­ten wirt­schaft­li­chen In­ter­es­se will­kom­men hei­ßen. Wir wer­den aber Fäl­le zu un­ter­schei­den ler­nen, in de­nen ein staat­lich be­herrsch­tes Un­ter­neh­men Tech­no­lo­gie­an­eig­nung mit geo­po­li­ti­scher Mach­ter­wei­te­rung ver­bin­det.“

Chi­ne­si­sche Un­ter­neh­men hat­ten in Eu­ro­pa zu­letzt mit meh­re­ren gro­ßen Über­nah­me-An­ge­bo­ten für Auf­se­hen ge­sorgt. Ak­tu­ell lau­fen Über­nah­me­an­ge­bo­te für den Pro­duk­ti­ons­ma­schi­nen-Her­stel­ler Aix­tron und für die Os­ramSpar­te Led­van­ce – die­se sind aber in der Schwe­be, weil Ga­b­ri­els Mi­nis­te­ri­um die Über­nah­men noch ge­nau­er un­ter die Lu­pe neh­men will. Ga­b­ri­el wird bei sei­ner Rei­se vom 1. bis 5. No­vem­ber nach Chi­na u.a. Ge­sprä­che mit Re­gie­rungs­ver­tre­tern füh­ren. Deutsch­land ist größ­ter Han­dels­part­ner Chi­nas in Eu­ro­pa.

Deutsch­land sei ei­ne der of­fens­ten Volks­wirt­schaf­ten der Welt, so Ga­b­ri­el. „Um­so schwie­ri­ger ist es für uns, dass in Chi­na Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen durch eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­men im­mer wei­ter er­schwert und nur un­ter dis­kri­mi­nie­ren­den Auf­la­gen er­laubt wer­den, Chi­na selbst aber mit ei­ner lan­gen Lis­te in­ter­es­san­ter Un­ter­neh­men bei uns auf Ein­kaufs­tour geht – mit der er­kenn­ba­ren Ab­sicht, sich stra­te­gi­sche Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en an­zu­eig­nen.“

Der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“sag­te der Mi­nis­ter, die chi­ne­si­schen Re­geln mach­ten es im­mer schwie­ri­ger, dort zu in­ves­tie­ren. „Wenn Chi­na den Sta­tus ei­ner Markt­wirt­schaft be­kom­men will, dann muss es auch so han­deln.“Nö­tig sei­en glei­che Be­hand­lung und Be­din­gun­gen auf bei­den Sei­ten.

Der Asi­en-Pa­zi­fik-Aus­schuss (APA) der deut­schen Wirt­schaft dringt eben­so auf ei­ne Gleich­be­hand­lung deut­scher Fir­men in Chi­na. Es ge­be nach wie vor gra­vie­ren­de Zu­gangs­pro­ble­me in den chi­ne­si­schen Markt, so der APAVor­sit­zen­de Hu­bert Li­en­hard.

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