Min­dest­lohn be­las­tet jun­ge Un­ter­neh­men

Grün­der kla­gen über bü­ro­kra­ti­sche Hür­den und ge­rin­ge­re Fle­xi­bi­li­tät

Nordwest-Zeitung - - WIRTSCHAFT -

MANN­HEIM/DPA – Der ge­setz­li­che Min­dest­lohn be­las­tet ei­ner Stu­die zu­fol­ge die Ent­wick­lung jun­ger Un­ter­neh­men. Pro­ble­me sei­en vor al­lem bü­ro­kra­ti­sche Hür­den wie Be­richts­pflich­ten so­wie ei­ne ge­rin­ge­re Fle­xi­bi­li­tät bei den Be­zah­lungs­mo­del­len, heißt es im „Mann­hei­mer Grün­dungs­pa­nel Herbst 2016“des Zen­trums für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung (ZEW) und des Ver­bands der Ver­ei­ne Cre­dit­re­form.

Das füh­re et­wa da­zu, dass sich die Grün­der zu lan­ge et­wa mit Abrech­nun­gen auf­hal­ten müss­ten und sich we­ni­ger um die Wei­ter­ent­wick­lung küm­mern könn­ten. Denn gera­de jun­ge Un­ter­neh­men ver­füg­ten häu­fig noch nicht über ei­ne pro­fes­sio­nel­le Per­so­nal­ab­tei­lung.

Gut ein Vier­tel (28 Pro­zent) der Fir­men ha­be in ei­ner Be­fra­gung an­ge­ge­ben, di­rekt durch die Min­dest­lohn­re­ge­lung be­trof­fen zu sein. Vor der Ein­füh­rung des Min­dest­lohns von 8,50 Eu­ro je St­un­de zum 1. Ja­nu­ar 2015 hät­ten gera­de ein­mal 11 Pro­zent mit Aus­wir­kun­gen ge­rech­net.

Haupt­be­las­tung sind dem­nach die hö­he­ren Löh­ne. Das ga­ben 20 Pro­zent der jun­gen Un­ter­neh­men an. Da­bei wa­ren Fir­men, die nied­ri­ge oder mitt­le­re Löh­ne be­zah­len, dop­pelt so häu­fig be­trof­fen wie Be­trie­be der­sel­ben Bran­che mit hö­he­ren Ge­häl­tern. Zu­dem hät­ten die Un­ter­neh­men nun grö­ße­re Schwie­rig­kei­ten, Prak­ti­kan­ten so­wie stu­den­ti­sche und an­de­re Aus­hilfs­kräf­te ein­zu­stel­len.

Bü­ro­kra­ti­sche Hür­den ma­chen 8 Pro­zent der Un­ter­neh­men zu schaf­fen – vor der Ein­füh­rung des Min­dest­lohns ha­be kei­ne Fir­ma mit sol­chen Pro­ble­men ge­rech­net, schrei­ben die Ex­per­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.