Löws Ent­schei­dung passt in Gr­in­dels Plan

DFB will Ver­trags­ver­län­ge­rung mit Bun­des­trai­ner ver­kün­den

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON KLAUS BERG­MANN UND JÜR­GEN ZELUSTEK

FRANK­FURT – Joa­chim Löw (56) ver­kün­det ein Ur­teil in ei­ge­ner Sa­che. Es lau­tet: Le­bens­läng­lich Bun­des­trai­ner! Der Welt­meis­ter­coach gibt dem in­ten­si­ven Wer­ben des DFBPrä­si­den­ten nach und wird sei­nen bis zur WM 2018 fi­xier­ten Ver­trag schon jetzt bis zur nächs­ten Eu­ro­pa­meis­ter­schaft 2020 ver­län­gern.

Löw denkt und plant nicht mehr nur bis zur an­ge­peil­ten WM-Ti­tel­ver­tei­di­gung in zwei Jah­ren in Russ­land. Nein, der „Bun­des-Jo­gi“, der den Pos­ten seit 2006 in­ne­hat, kann sich vor­stel­len, auch noch als 60Jäh­ri­ger bei Spie­len der Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft auf der Trai­ner­bank zu sit­zen.

Of­fi­zi­ell ver­kün­den will Ver­bands­prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del die gu­te Nach­richt von der wei­te­ren Aus­deh­nung der Part­ner­schaft mit Löw dem Ver­neh­men nach zum Wo­chen­be­ginn in Frank­furt. Die Über­ein­kunft si­cker­te aber vor­zei­tig durch und wur­de von der „Bild“-Zei­tung ver­mel­det. Ein De­men­ti des Ver­ban­des er­folg­te am Wo­che­n­en­de nicht.

Löw hat mit dem Bun­des­trai­ner-Job sei­ne Le­bens­auf­ga­be ge­fun­den. Ei­ne Rück­kehr in die Bun­des­li­ga hat er gera­de erst aus­ge­schlos­sen. Ein mög­li­ches Aus­lands­en­ga­ge­ment bei ei­nem eu­ro­päi­schen Spit­zen­club ist eher Ko­ket­te­rie. Löw hat beim Deut­schen Fuß­ball-Bund (DFB) pa­ra­die­si­sche Zu­stän­de. Er hat freie Hand im sport­li­chen Be­reich, laut Schät­zun­gen ein Jah­res­ge­halt von 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro, da­zu Wer­be­ver­trä­ge, nicht den Stress des Ta­ges­ge­schäf­tes und ei­ne Mann­schaft, die das Po­ten­zi­al für wei­te­re Ti­tel­ge­win­ne be­sitzt.

Für Gr­in­del ist der Zeit­punkt per­fekt. Auf dem DFBBun­des­tag am 3./4. No­vem­ber in Er­furt will sich der 55-Jäh­ri­ge in sei­nem Amt be­stä­ti­gen las­sen. Löws Ja-Wort bis 2020 wird von den De­le­gier­ten si­cher­lich wohl­wol­lend ho­no­riert wer­den.

Löw, der 2004 als Co-Trai­ner der Na­tio­nal­mann­schaft beim DFB be­gann und zwei Jah­re spä­ter sei­nen Men­tor Jür­gen Klins­mann nach der Heim-WM als Bun­des­trai­ner ab­lös­te, wä­re 2020 mit dann 14 Jah­ren ge­mein­sam mit Hel­mut Schön (1964 bis 1978) der Bun­des­trai­ner mit der zweit­längs­ten Amts­zeit. Nur Sepp Her­ber­ger (1936-1964), der Deutsch­land 1954 zum ers­ten WM-Tri­umph ge­führt hat, war noch län­ger im Amt.

DPA-BILD: DEDERT

Ver­trag aus­ge­han­delt: Rein­hard Gr­in­del (links) und Joa­chim Löw

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