Ker­ber ver­passt Krö­nung der Sai­son

28-Jäh­ri­ge un­ter­liegt Do­mi­ni­ka Ci­bul­ko­va im End­spiel der WTA-Fi­nals in Sin­ga­pur

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON KRIS­TI­NA PUCK

An­ge­li­que Ker­ber wa­ren die Stra­pa­zen der lan­gen Sai­son an­zu­mer­ken. Die Welt­rang­lis­ten-Ers­te blickt trotz­dem auf ein traum­haf­tes Jahr zu­rück.

SIN­GA­PUR – Mit dem klei­nen Sil­ber­tel­ler in den Hän­den nahm An­ge­li­que Ker­ber bei der Sie­ger­eh­rung der WTA Fi­nals dies­mal nur die Ne­ben­rol­le ein. Durch das 3:6, 4:6 ge­gen Über­ra­schungs­sie­ge­rin Do­mi­ni­ka Ci­bul­ko­va ver­pass­te die Num­mer eins den per­fek­ten Ab­schluss ih­rer traum­haf­ten Ten­nis-Sai­son. Ent­täuscht stand die 28-Jäh­ri­ge nach dem End­spiel mit ei­nem Blu­men­strauß auf dem Cent­re Court von Sin­ga­pur, lä­cheln konn­te sie aber trotz­dem.

„Es war das bes­te Jahr mei­ner Kar­rie­re. Ich ha­be al­les ge­ge­ben, al­les, was ich noch hat­te“, sag­te Ker­ber am Sonn­tag mit sto­cken­der Stim­me. Als we­ni­ge Mi­nu­ten zu­vor ein Netz­rol­ler bei Ci­bul­ko­vas vier­tem Match­ball un­er­reich­bar hin­ter dem Netz auf­ge­ploppt war, war ei­ne span­nen­de Schluss­pha­se oh­ne Hap­py End zu En­de ge­gan­gen. Für die ers­te deut­sche WM-Fi­na­lis­tin seit St­ef­fi Graf 1996 blieb die Krö­nung aus. Die 27-jäh­ri­ge Slo­wa­kin fei­er­te statt­des­sen ih­ren größ­ten Er­folg. „Ci­bul­ko­va war die bes­se­re Spie­le­rin, An­gie hat ein biss­chen die Kraft ge­fehlt, die Län­ge in den Ball­wech­seln“, sag­te Bun­des­trai­ne­rin Bar­ba­ra Ritt­ner.

Der vor Ener­gie strot­zen­den Ci­bul­ko­va hat­te Ker­ber vor rund 8000 Zu­schau­ern nicht ge­nü­gend ent­ge­gen­zu­set­zen. Ih­re Fi­nal-Er­fah­rung der ver­gan­ge­nen Mo­na­te reich­te nicht, um ers­te deut­sche Mas­ters-Sie­ge­rin seit 20 Jah­ren zu wer­den. So muss­te die „Spie­le­rin des Jah­res“der WTA zu­se­hen, wie ih­re Ri­va­lin im Kon­fet­ti­re­gen den Po­kal in die Hö­he reck­te. „Du warst ei­ne In­spi­ra­ti­on für mich in die­sem Jahr“, sag­te Ci­bul­ko­va.

Den­noch wird sich die Welt­rang­lis­ten-Ers­te im nun an­ste­hen­den Ur­laub an mär­chen­haf­te Mo­men­te ei­nes Wahn­sinns­jah­res zu­rück­er­in­nern. Der Fi­nal-Ein­zug brach­te Ker­ber 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro ein. Laut der WTA ver­dien­te sie erst als Zwei­te nach der US-Ame­ri­ka­ne­rin Se­re­na Wil­li­ams mehr als zehn Mil­lio­nen Dol­lar Preis­geld in ei­ner Sai­son – ei­ne be­ein­dru­cken­de Sum­me, die sich aus ge­schichts­träch­ti­gen Mat­ches zu­sam­men­ad­diert hat.

Doch viel wert­vol­ler war für Ker­ber beim Show­down in Sin­ga­pur die Er­kennt­nis, dass sie ne­ben den meis­ten Mat­ches (63 Sie­ge in 81 Spie­len) end­gül­tig auch die Ak­zep­tanz al­ler ge­won­nen hat. „An­gie be­ein­druckt mich. Frü­her konn­te ich es kaum er­tra­gen, wie ne­ga­tiv sie auf dem Platz ein­ge­stellt war. Jetzt ruht sie in sich und hat ihr Spiel auf ein an­de­res Le­vel ge­ho­ben“, sag­te die frü­he­re Num­mer eins Chris Evert. Die ehe­ma­li­ge Graf-Kon­tra­hen­tin Mo­ni­ca Se­les traut Ker­ber noch „ei­ni­ge Grand-Slam-Ti­tel“zu.

Die Olym­pia­sie­ge­rin­nen Je­le­na Wes­ni­na und Je­ka­te­ri­na Ma­ka­ro­wa ha­ben in­des das Fi­na­le der Dop­pel-Kon­kur­renz ge­won­nen. In 7:6 (7:5), 6:3 setz­te sich das rus­si­sche Duo ge­gen Betha­nie Mat­te­kSands und Lu­cie Sa­fa­ro­va (USA/Tsche­chi­en) durch.

DPA-BILD: WOON

Schweiß­trei­ben­de Stra­pa­zen: An­ge­li­que Ker­ber wischt sich im Fi­na­le ge­gen Do­mi­ni­ka Ci­bul­ko­va den Hals ab.

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