Bür­ger­meis­te­rin­nen-Trio steht zur Wahl

Zahl der Ver­tre­te­rin­nen des Ober­bür­ger­meis­ters steigt – Rats­ar­beit mit wech­seln­den Mehr­hei­ten

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON CHRIS­TOPH KIEFER

An die­sem Di­ens­tag kon­sti­tu­iert sich der neue Rat. Der SPD-Po­li­ti­ker Bernd Ell­berg soll er­neut den Rats­vor­sitz über­neh­men. Die Zahl der Frak­tio­nen steigt auf sie­ben.

OL­DEN­BURG – Schon im Zu­ge der Kom­mu­nal­wahl vor sie­ben Wo­chen wa­ren ent­spre­chen­de Über­le­gun­gen be­kannt ge­wor­den. Nun ha­ben sich die drei gro­ßen Frak­tio­nen im Rat auf ein ge­mein­sa­mes Vor­ge­hen ge­ei­nigt. Bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung an die­sem Di­ens­tag (17 Uhr, We­ser-Ems-Hal­le) soll die Zahl der Stell­ver­tre­ter des Ober­bür­ger­meis­ters von zwei auf drei er­höht wer­den.

Für die SPD steht die bis­he­ri­ge Bür­ger­meis­te­rin Ger­maid Ei­lers-Dörf­ler (54), er­neut zur Wahl. Die CDU stellt Pe­tra Aver­beck (57) auf, ei­ne der Rats­frau­en mit dem bes­ten Stim­m­en­er­geb­nis­se bei der jüngs­ten Wahl. Die Grü­nen wer­den Chris­ti­ne Wolff no­mi­nie­ren. Die 57-Jäh­ri­ge ist über das Men­to­ring „Po­li­tik braucht Frau­en“, mit der das Land Neu­ein­stei­ge­rin­nen auf dem Weg in die Lo­kal­po­li­tik un­ter­stützt, erst­mals in den Rat ge­wählt wor­den. Die Mut­ter von zwei Kin­dern hat­te im Wahl­be­zirk 3 (Nord­west) kan­di­diert. In der zu­rück­lie­gen­den Rats­pe­ri­ode hat­ten mit Ger­maid Ei­lers-Dörf­ler und Anne­len Mey­er nur SPD und Grü­ne die Bür­ger­meis­te­rin­nen ge­stellt. Zu den Auf­ga­ben ge­hört es, den Ober­bür­ger­meis­ter zu ver­tre­ten oder die Stadt bei Ver­an­stal­tun­gen, Ju­bi­lä­en, run­den Ge­burts­ta­gen oder Fes­ten zu re­prä­sen­tie­ren.

Of­fi­zi­ell wird die Er­hö­hung der Zahl der Stell­ver­tre­ter mit der Ter­min­fül­le be­grün­det. Im Hin­ter­grund spiel­te je­doch das Ab­schnei­den der CDU bei den Wah­len ei­ne Rol­le. Die CDU hat die Grü­nen von der Po­si­ti­on der zweit­stärks­ten Frak­ti­on ver­drängt.

Auch das Schei­tern der Ge­sprä­che über ei­ne rot-grü­ne Zu­sam­men­ar­beit im Rat, stärkt die CDU. Die SPD als stärks­te Frak­ti­on ist auf wech­seln­de Mehr­hei­ten an­ge­wie­sen, um Ent­schei­dun­gen her­bei­füh­ren zu kön­nen. Der zu­sätz­li­che Bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­ter­pos­ten gilt als „Mor­gen­ga­be“, um ge­mein­sa­me Ab­stim­mun­gen mit der CDU zu er­leich­tern.

Dem Ver­neh­men nach wa­ren die Fest­le­gung über die Bür­ger­meis­ter-Pos­ten und wei­te­re Per­so­nal­ent­schei­dun­gen be­ein­flusst von stra­te­gi­schen Über­le­gun­gen im Vor­feld der Land­tags­wahl im Ja­nu­ar 2018. Nach un­be­stä­tig­ten An­ga­ben aus Ver­hand­lungs­krei­sen soll die rot-grü­ne „Far­ben­leh­re“ei­ne Rol­le ge­spielt ha­ben. In Krei­sen von SPD und Grü­nen sei­en Be­den­ken ge­äu­ßert wor­den, wenn sich CDU-Mit­glie­der öf­fent­lich all­zu deut­lich pro­fi­lie­ren könn­ten, heißt es.

Ei­ne wei­te­re per­so­nel­le Vor­ent­schei­dung ist die Fest­le­gung auf den Rats­vor­sitz. Die SPD-Frak­ti­on hat nach den Wor­ten von Frak­ti­ons­chef Bernd Bi­sch­off ent­schie­den, den bis­he­ri­gen Vor­sit­zen­den Bernd Ell­berg am Di­ens­tag er­neut zu no­mi­nie­ren. Die bei­den Stell­ver­tre­ter wol­len nach Par­tei­an­ga­ben die CDU mit Es­t­her Nie­werth-Bau­mann und die Grü­nen mit Kurt Bern­hardt stel­len.

Wich­tigs­ter Punkt der ers­ten Sit­zung des neu­ge­wähl­ten Rats ist die Ver­ga­be der Äm­ter. Ne­ben Bür­ger­meis­ter-Pos­ten und Rats­vor­sitz ge­hö­ren da­zu un­ter an­de­rem die Vor­sit­zen­den der Fach­aus­schüs­se so­wie die Ver­tre­ter für Ge­sell­schaf­ten mit kom­mu­na­ler Be­tei­li­gung, dar­un­ter EWE, LzO und We­ser-Ems-Hal­le.

Die Zahl der Frak­tio­nen und Grup­pen ist von sechs auf sie­ben an­ge­wach­sen. Ne­ben SPD, CDU und Grü­nen bil­den Lin­ke und Pi­ra­ten ei­ne Grup­pe. Je zwei Rats­mit­glie­der stel­len FDP und AfD. Zu ei­ner Grup­pe mit zwei Rats­mit­glie­dern zu­sam­men­ge­schlos­sen ha­ben sich WFO und Al­fa. Die NPD ge­hört dem neu­en Rat nicht mehr an. Die BFO ist in der CDU auf­ge­gan­gen.

BIL­DER: AR­CHIV

Hal­ten sich be­reit (von links): Ger­maid Ei­lers-Dörf­ler (SPD), Pe­tra Aver­beck (CDU) und Chris­ti­ne Wolff (Grü­ne) sol­len Ober­bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­te­rin­nen wer­den.

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