Von die­ser To­ten­mes­se geht Hoff­nung aus

Be­ein­dru­cken­de Auf­füh­rung von Ga­b­ri­el Fau­ré Re­qui­em durch Graf-An­ton-Gün­ther-Schu­le

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON VOL­KER TIMMERMANN

Mehr als 100 Schü­ler wirk­ten bei der Auf­füh­rung mit. Die St.-Jo­se­fKir­che war aus­ver­kauft.

OL­DEN­BURG – Per­sön­li­cher kann ei­ne Kom­po­si­ti­on kaum sein: Kei­ne ver­zwei­fel­te To­ten­kla­ge hat Ga­b­ri­el Fau­ré mit sei­nem Re­qui­em op. 48 kom­po­niert, son­dern ein Werk der Hoff­nung, das vom Glau­ben des Kom­po­nis­ten an die ewi­ge Ru­he und das Pa­ra­dies zeugt. Mu­sik al­so, die nicht dra­ma­ti­siert, son­dern fried­voll, trös­tend und so „licht­durch­flu­tet ist wie kei­ne an­de­re Re­qui­e­mVer­to­nung“, sagt Oli­ver Dier­ks, der die Chö­re der Graf-An­ton-Gün­ther-Schu­le lei­tet. Fau­rés Re­qui­em (gro­ße Fas­sung mit Orches­ter und Or­gel) stand im Mit­tel­punkt des Kon­zerts in St. Jo­sef in Büm­mer­ste­de.

Dass die GAG-Sän­ger mü­he­los den pas­sen­den war­men und leuch­ten­den Klang fin­den, wird zu Be­ginn, im vor­an­ge­stell­ten „Can­tique de Je­an Ra­ci­ne“Fau­rés, und voll­ends im ein­füh­ren­den In­troit et Ky­rie des Re­qui­ems deut­lich. Weich und rund er­tönt die Mu­sik, den­noch blei­ben Kon­tu­ren hör­bar, gera­de in den vie­len lei­sen Mo­men­ten des Re­qui­ems zei­gen die Chö­re der Schu­le ih­re Qua­li­tä­ten.

Da­bei hat Dier­ks weit mehr als 100 Sän­ger ver­sam­melt, Schul­chor, Chor der Klas­sen 5 bis 7, GAG-Kam­mer­chor und ei­ni­ge Sän­ger der Wal­dorf­schu­le ste­hen ne­ben­ein­an­der auf dem Po­di­um. Schon solch Fül­le zeugt von der ein­drucks­vol­len und tra­di­ti­ons­rei­chen Chor­ar­beit an der Graf-An­ton-Gün­ther-Schu­le, die sich in­des auch an der Qua­li­tät mes­sen lässt: Selbst groß­an­ge­leg­te Wer­ke wie das Fau­réRe­qui­em er­klin­gen mit si­che­rer Be­herr­schung der Fak­tur und ei­nem be­rü­ckend schö­nen, von der Strahl­kraft der ju­gend­li­chen Stim­men ge­tra­ge­nen Ei­gen­klang. In der aus­ver­kauf­ten Kir­che ent­ste­hen so zau­ber­haf­te Mo­men­te, et­wa im himm­li­schen Schluss­chor In Pa­ra­di­sum, der stimm­lich aus­ge­wo­gen, zärt­lich und be­rüh­rend er­klingt.

Dem Chor und dem sach­lich und sou­ve­rän an­füh­ren­den Oli­ver Dier­ks ste­hen da­bei das tech­nisch si­che­re, in­ten­siv mit­ge­stal­ten­de Kou­rion-Orches­ter aus Müns­ter, Or­ga­nist Jo­han­nes von Hoff so­wie ein So­lis­ten-Du­ett zur Sei­te. Klar phra­sie­rend und äs­the­tisch agiert Ba­ri­ton Cars­ten Krü­ger schon im Of­fer­toire. Im in­ner­li­chen und stim­mungs­vol­len Pie Je­su be­geis­tert Hen­ri­ke Hen­ken mit de­zen­tem, gera­de in den Hö­hen frei­em und strah­len­dem Ge­sang.

Spä­ter, nach dem Re­qui­em, er­klingt Fe­lix Men­dels­sohn Bar­thol­dys Kan­ta­te „Wie der Hirsch schreit“op. 42. Und schließ­lich Hu­bert Par­rys hier­zu­lan­de sel­ten zu hö­ren­des „Blest Pair of Si­rens“als End­punkt ei­nes Span­nungs­bo­gens, der aus der Stil­le Fau­rés hin zum viel­fa­chen For­te von Par­rys Klang­rausch führt. Auch da­für dankt das Pu­bli­kum schließ­lich mit be­geis­ter­tem Ap­plaus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.