Kurz­sich­tig

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON DET­LEF DREWED, BÜ­RO BRÜDDEL

Wenn es noch ei­nes Be­wei­ses für die stra­te­gi­sche Kurz­sich­tig­keit der ame­ri­ka­ni­schen Re­gie­rung be­durft hät­te, dann liegt er nun vor. Der Feh­ler der neu­en Sank­tio­nen ge­gen Russ­land liegt nicht nur in ih­ren Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft der be­freun­de­ten Eu­ro­pä­er. Es bleibt auch tak­tisch un­klug, Stra­fen zu be­schlie­ßen, die nicht mit den Ver­bün­de­ten ab­ge­spro­chen sind, ja so­gar de­ren en­er­gie­po­li­ti­schen Le­bens­nerv tref­fen.

Die USA zwin­gen Eu­ro­pa ge­ra­de­zu, ih­re En­ga­ge­ments mit Russ­land zu ver­tei­di­gen. Trumps Ver­such, sich von Russ­land zu dis­tan­zie­ren, um die vie­len Ver­däch­ti­gun­gen ad ab­sur­dum zu füh­ren, be­wirkt das Ge­gen­teil des­sen, was er er­rei­chen will. Er treibt eins­ti­ge Ver­bün­de­te Ame­ri­kas in die Ar­me Mos­kaus.

Die EU muss re­agie­ren. Selbst wenn die Ge­gen­maß­nah­men nur aus be­hut­sa­men Na­del­sti­chen be­ste­hen soll­ten, so ma­chen sie doch ei­nen Bruch deut­lich, der noch vor Kur­zem un­vor­stell­bar ge­we­sen wä­re: Die EU geht ge­gen Washington vor. Das kommt ei­nem Ta­bu­bruch gleich, den Trump ver­ant­wor­ten muss.

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