Von Schen­kun­gen pro­fi­tie­ren bei­de Sei­ten

Wie sich Schen­kun­gen un­ter ei­ner Auf­la­ge auf die Steu­er aus­wir­ken

Nordwest-Zeitung - - SPORT IN OLDENBURG -

Um erb­schaft- und/oder schen­kungsteu­er­li­che Ver­scho­nun­gen (Frei­be­trä­ge) ge­ra­de bei Vor­han­den­sein grö­ße­rer Ver­mö­gens­be­stän­de op­ti­mal aus­zu­nut­zen, ist es rat­sam die­se be­reits zu Leb­zei­ten (mit war­mer Hand) auf die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on zu über­tra­gen. Meh­re­re in­ner­halb von zehn Jah­ren von der­sel­ben Per­son er­hal­te­ne Ver­mö­gens­vor­tei­le wer­den näm­lich zu­sam­men­ge­rech­net, so dass Frei­be­trä­ge nur ein­mal in die­sem Zei­t­raum ge­währt wer­den. Die­se Schen­kun­gen zu Leb­zei­ten, ge­ra­de an na­he­ste­hen­de Per­so­nen, kön­nen bzw. wer­den ger­ne mit ei­ner Auf­la­ge ver­se­hen, mit dem Ziel, die Ver­mö­gens­mas­se un­ver­än­dert zu las­sen, ge­wis­sen Per­so­nen (dem Schen­ker) aber be­stimm­te Vor­tei­le zu ih­rer Ver­sor­gung etc. zu ge­wäh­ren. In­so­fern ist die Schen­kung un­ter ei­ner Auf­la­ge ei­ne un­ent­gelt­li­che Zu­wen­dung, al­ler­dings mit der Ne­ben­be­stim­mung, dass der Be­schenk­te ei­ne ihm von der Zu­wen­dung ge­son­dert ob­lie­gen­de Leis­tung zu be­wir­ken hat. Für die Be­steue­rung ist wich­tig, dass der Be­schenk­te (Er­wer­ber) kei­ne Leis­tung aus sei­nem ei­ge­nen Ver­mö­gen zu er­brin­gen hat, son­dern le­dig­lich die Nut­zung der ihm über­tra­gen­den Sa­che durch den Schen­ker dul­den muss. In der Pra­xis kom­men da­ne­ben auch ge­misch­te Schen­kun­gen vor, die dann vor­lie­gen, wenn ein Ge­gen­stand zum Teil ent­gelt­lich und zum Teil un­ent­gelt­lich er­wor­ben wird. Die­se kann be­reits vor­lie­gen, wenn die tat­säch­li­che Ge­gen­leis­tung die üb­li­che und an­ge­mes­se­ne Ge­gen­leis­tung um 20 – 25 % un­ter­schrei­tet. So kann ein Kauf un­ter dem Ver­kehrs­wert zu ei­ner ge­misch­ten Schen­kung füh­ren. Das Erb­schaft- und Schen­kungs­steu­er­recht be­han­delt ge­misch­te Schen­kun­gen Ste5er­be­ra­ter Fach­be­ra­ter für Un­ter­neh­mens­nach­fol­ge (DSTV e.V.) und Schen­kun­gen un­ter ei­ner Auf­la­ge gleich. D.h., als schen­kungs- und erb­schaft­steu­er­pflich­ti­ger Er­werb gilt die Be­rei­che­rung des Be­dach­ten. Schen­kun­gen un­ter ei­ner Auf­la­ge zei­gen sich be­son­ders durch un­ent­gelt­li­che Ver­mö­gens­über­tra­gun­gen ge­gen Nieß­brauch oder auch ge­gen Ver­sor­gungs­leis­tun­gen. Die­se zwei Ar­ten sind seit Jahr­zehn­ten be­währ­te In­stru­men­te zur fi­nan­zi­el­len Ab­si­che­rung der Über­ge­ber. Wäh­rend das Nieß­brauch­recht als klas­si­sches Frucht­zie­hungs­recht dem Nieß­brau­cher die Er­trä­ge aus ei­ner Sa­che (z.B. die Miet­erträ­ge aus ei­ner Wohn­im­mo­bi­lie) zu­ord­net, wird der Be­schenk­te le­dig­lich ein­ge­schränk­ter Ei­gen­tü­mer der Sa­che. Die­ses Nieß­brauch­recht kann so­wohl an er­trag­brin­gen­den Pri­vat­ver­mö­gen als auch an Un­ter­neh­mens­ver­mö­gen be­stellt wer­den und ist so­mit nicht nur ein pro­ba­tes Mit­tel für ei­ne ein­kom­men­steu­er­recht­li­che Ein­künf­te­ver­la­ge­rung, son­dern wird gleich­zei­tig als Nieß­brauch­last vom Wert der Schen­kung ab­ge­zo­gen, min­dert al­so ei­ne schen­kungs­steu­er­li­che Be­las­tung (z.B. un­ent­gelt­li­che Grund­stücks­über­tra­gung ver­bun­den mit ei­nem Vor­be­halt ei­nes Nieß­brauchs). Ih­re Aus­ge­stal­tung be­darf ei­ner op­ti­mier­ten steu­er­recht­li­chen Pla­nung, denn ei­ne ein­kom­men­steu­er­recht­lich wirk­sa­me Ein­künf­te­ver­la­ge­rung ge­lingt nur dann, wenn der Nieß­brau­cher für den ein­kom­men­steu­er­li­chen Tat­be­stand der Er­zie­lung von Ein­künf­ten auch ei­ne ent­spre­chend ge­si­cher­te Recht­po­si­ti­on in­ne­hat. Hier­von zu un­ter­schei­den sind Ver­mö­gens­über­tra­gun­gen ge­gen Ver­sor­gungs­leis­tun­gen, al­so re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de, gleich­blei­ben­de Zah­lun­gen an den Über­ge­ber. Der Über­ge­ber be­hält sich al­so in Gestalt die­ser Ver­sor­gungs­leis­tun­gen ty­pi­scher­wei­se Er­trä­ge sei­nes Ver­mö­gens vor, die nun­mehr al­ler­dings vom Über­neh­mer er­wirt­schaf­tet wer­den müs­sen. Al­ler­dings hat der Steu­er­ge­setz­ge­ber die­se Art als ein­kom­men­steu­er­recht­lich be­güns­tig­te Ver­mö­gens­über­tra­gung ein­ge­schränkt auf Un­ter­neh­mens­ver­mö­gen, al­so auf die Über­tra­gung ei­nes Be­trie­bes, ei­nes An­teils an ei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft oder ei­nes qua­li­fi­zier­ten An­teils an ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft. Sind u.a. die­se Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, sind die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen beim Ver­pflich­te­ten als Son­der­aus­ga­ben ab­zieh­bar und beim Emp­fän­ger als sons­ti­ge Ein­künf­te ein­kom­men­steu­er­pflich­tig. Schen­kungs­steu­er­recht­lich wird wie­der­um die­se Ver­pflich­tung als Last vom Wert des über­tra­gen­den Ver­mö­gens ab­ge­zo­gen. Er­folgt ei­ne un­ent­gelt­li­che Über­tra­gung von Er­trag brin­gen­den Pri­vat­ver­mö­gen ge­gen re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de Leis­tun­gen (Zah­lun­gen) kön­nen die­se al­ler­höchs­tens als Un­ter­halts­leis­tun­gen ge­se­hen wer­den. Die­se er­fah­ren im Ein­kom­men­steu­er­recht nur un­ter ganz be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Be­rück­sich­ti­gung. Schen­kungs­steu­er­recht­lich wird al­ler­dings auch hier die Zah­lungs­ver­pflich­tung vom Wert des über­tra­gen­den Ver­mö­gens ab­ge­zo­gen.

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