For­de­rungs­ma­nage­ment im me­di­zi­ni­schen Be­reich

Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen von be­son­de­rer Be­deu­tung

Nordwest-Zeitung - - SPORT IN OLDENBURG -

Wer als Rechts­dienst­leis­ter Ärz­te und Un­ter­neh­men im Ge­sund­heits­we­sen beim Ma­nage­ment ih­rer For­de­run­gen be­glei­ten und un­ter­stüt­zen will, muss weit mehr als das rei­ne In­kas­so be­herr­schen“Genn der Be­stand der For­de­run­gen an sich, eben­so wie ih­re Bei­trei­bung durch Grit­te, hängt von zahl­rei­chen recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ab, die von Fra­gen der grund­sätz­li­chen Abre­chen­bar­keit be­stimm­ter Leis­tun­gen und ih­rer Go­ku­men­ta­ti­on über straf- und be­rufs­recht­li­che und zu­neh­mend auch da­ten­schutz­recht­li­che Fra­ge­stel­lun­gen rei­chen“ Mit In­kraft­tre­ten des Ge­setz­tes zur Ver­bes­se­rung der Rech­te von Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten am 26“02“20E3 ist das Bür­ger­li­che Ge­setz­buch (BGB) um die §§ 630a-630h er­wei­tert wor­den, die Be­stim­mun­gen zum me­di­zi­ni­schen Be­hand­lungs­ver­trag ent­hal­ten“Hi­er­nach hat der Be­hand­ler, der weiß oder auf­grund hin­rei­chen­der An­halts­punk­te wis­sen muss, dass ei­ne voll­stän­di­ge Über­nah­me der Be­hand­lungs­kos­ten sei­nes Pa­ti­en­ten durch ei­nen Grit­ten nicht ge­si­chert ist, vor Be­ginn der Be­hand­lung über die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten der Be­hand­lung in Text­form zu in­for­mie­ren“In­so­fern muss ein mit dem Ein­zug me­di­zi­ni­scher For­de­run­gen be­auf­trag­ter Rechts­dienst­leis­ter im Ein­zel­fall mit dem Ein­wand man­geln­der Auf­klä­rung über die Er­stat­tungs­fä­hig­keit rech­nen“Hier gilt es, nicht nur die Vor­ga­ben der ein­schlä­gi­gen ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen als Fall feh­len­der Rechts­be­stän­dig­keit der ein­zu­zie­hen­den In­kas­so- und For­de­rungs­ma­nage­ment For­de­rung ge­gen­über dem Be­hand­ler zu nor­mie­ren, son­dern den Be­hand­ler be­reits früh­zei­tig über die mit ei­ner man­geln­den Auf­klä­rung ver­bun­de­nen Ri­si­ken zu in­for­mie­ren“ Gie Ge­büh­ren­ord­nung für Ärz­te (GOÄ) legt fest, dass der Arzt Ver­gü­tun­gen nur für sol­che Leis­tun­gen be­rech­nen darf, die nach den Re­geln der ärzt­li­chen Kunst für ei­ne me­di­zi­nisch not­wen­di­ge ärzt­li­che Ver­sor­gung er­for­der­lich sind“Leis­tun­gen, die über das Maß ei­ner me­di­zi­nisch not­wen­di­gen ärzt­li­chen Ver­sor­gung hin­aus­ge­hen, darf er nur be­rech­nen, wenn sie auf Ver­lan­gen des Zah­lungs­pflich­ti­gen er­bracht wor­den sind“Ge­ra­de mit Blick auf neue­re Be­hand­lungs­me­tho­den ist die Fra­ge der „me­di­zi­ni­schen Not­wen­dig­keit“der Leis­tungs­er­brin­gung durch den Arzt je­doch nicht im­mer ein­deu­tig, wie die Viel­fäl­tig­keit der ver­öf­fent­lich­ten Recht­spre­chung hier­zu ver­deut­licht“Wich­tig ist in die­sem Zu­sam­men­hang, dass sich der mit dem Ein­zug me­di­zi­ni­scher For­de­run­gen be­auf­trag­te Rechts­dienst­leis­ter die­ser Pro­ble­ma­tik be­wusst ist, um im Ein­zel­fall auf Wunsch des Arz­tes sei­ne In­ter­es­sen mit de­nen des Pa­ti­en­ten ab­zu­wä­gen“Gie Pra­xis zeigt in die­sem Zu­sam­men­hang, dass ein „glück­li­cher und zu­frie­de­ner“Pa­ti­ent man­chem Arzt wich­ti­ger ist, als das un­be­ding­te Be­ste­hen auf der Gurch­set­zung sei­ner For­de­run­gen aus dem Be­hand­lungs­ver­trag“ Im Rah­men der Abrech­nung ärzt­li­cher Leis­tun­gen spielt die Go­ku­men­ta­ti­on der Leis­tungs­er­brin­gung ei­ne nicht zu un­ter­schät­zen­de Rol­le“So hat z“B“un­längst das Land­ge­richt Güs­sel­dorf ei­ner Heil­be­hand­lung die me­di­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit ab­ge­spro­chen, da der Be­fund­be­richt als un­zu­läng­lich be­ur­teilt wur­de und der Arzt da­nach sei­ner Go­ku­men­ta­ti­ons­pflicht nicht nach­ge­kom­men war: An­ge­sichts der zu­neh­men­den Aus­ein­an­der­set­zung über die ärzt­li­chen Ho­no­ra­re ist ei­ne sorg­fäl­ti­ge Go­ku­men­ta­ti­on der er­brach­ten Leis­tung auch für die Rea­li­sie­rung ärzt­li­cher Ho­no­ra­re un­um­gäng­lich“ Gie ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht ist we­sent­li­ches Merk­mal der be­son­de­ren Ver­trau­ens­be­zie­hung zwi­schen Arzt und Pa­ti­ent und da­mit ei­ne der tra­gen­den Säu­len des Arzt-Pa­ti­en­ten-Ver­hält­nis­ses“

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