Teu­rer Rei­fen­wech­sel in Wil­helms­ha­ven

Som­mer­rä­der be­schä­di­gen Ga­ra­ge

Nordwest-Zeitung - - OLDENBURGER -

OL­DEN­BURG/WIL­HELMS­HA­VEN/ LS – Der Wech­sel von Win­ter­zu Som­mer­rei­fen läuft beim Rei­fen­händ­ler meist un­kom­pli­ziert ab. Manch­mal kann es aber auch zu Pro­ble­men kom­men. Über ei­nen sol­chen Fall hat jetzt der 9. Se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Ol­den­burg ent­schie­den.

Ein Mann aus Wil­helms­ha­ven hat­te sei­ne Rei­fen in der Werk­statt wech­seln las­sen. Er hat­te die neu an­zu­brin­gen­den Som­mer­rei­fen bei zu­rück­ge­klapp­ter Rü­cken­leh­ne der Rück­bank ne­ben­ein­an­der im Kof­fer­raum lie­gend zur Werk­statt trans­por­tiert.

Der Rei­fen­händ­ler hat­te nach der Mon­ta­ge die Rü­cken­leh­ne hoch­ge­klappt und die al­ten Win­ter­rei­fen ne­ben­ein­an­der ste­hend in den Kof­fer­raum ge­räumt.

Der Wil­helms­ha­ve­ner fuhr zu Hau­se in sei­ne ab­schüs­si­ge Ga­ra­ge und öff­ne­te per Fern­steue­rung die Kof­fer­raum­klap­pe. Die Rei­fen roll­ten her­aus und be­schä­dig­ten das Ga­ra­gen­tor. Es soll ein Sach­scha­den von rund sechs­tau­send Eu­ro ent­stan­den sein.

Der Mann ver­klag­te den Rei­fen­händ­ler. Die­ser hät­te die Win­ter­rei­fen nicht ste­hend ver­la­den dür­fen, zu­mal er selbst die Som­mer­rei­fen ex­tra lie­gend an­ge­lie­fert ha­be.

Der Se­nat be­stä­tig­te die Ent­schei­dung des Land­ge­richts, nach der dem Mann kein Scha­dens­er­satz zu­ste­he. Er hät­te durch ei­nen kur­zen Blick in den hin­te­ren Wa­gen­be­reich fest­stel­len kön­nen, dass die Rü­cken­leh­ne hoch­ge­klappt wor­den sei. Den Kof­fer­raum un­be­se­hen zu öff­nen, zeu­ge von Sorg­lo­sig­keit. Den Klä­ger tref­fe ein so über­wie­gen­des Mit­ver­schul­den, dass ein et­wai­ges Ver­schul­den des Rei­fen­händ­lers voll­stän­dig da­hin­ter zu­rück­tre­te. Der Mann müs­se da­her sei­nen Scha­den selbst tra­gen, so der Se­nat. Die Ent­schei­dung ist rechts­kräf­tig.

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