Po­li­zis­tin muss sich vor Ge­richt er­klä­ren

Vor­wurf der Fal­sch­aus­sa­ge

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON FRANZ-JO­SEF HÖFFMANN

OL­DEN­BURG – We­gen des Vor­wur­fes der Fal­sch­aus­sa­ge muss sich ei­ne Po­li­zei­be­am­tin vor dem Ol­den­bur­ger Amts­ge­richt ver­ant­wor­ten. Der An­ge­klag­ten wird vor­ge­wor­fen, im Rah­men von Er­mitt­lun­gen ge­gen ei­nen Kol­le­gen die Un­wahr­heit ge­sagt, be­zie­hungs­wei­se mög­lich Sach­ver­hal­te wis­sent­lich falsch dar­ge­stellt zu ha­ben.

Hin­ter­grund des Ver­fah­rens sind Vor­komm­nis­se wäh­rend ei­ner Ein­satz­übung der Po­li­zei. Ein Po­li­zei­be­am­ter soll ei­ner Kol­le­gin wäh­rend der Übung an die Brust ge­fasst und spä­ter die­ser Kol­le­gin ge­gen­über er­klärt ha­ben, er „fas­se Frau­en da an, wo er wol­le, wenn kei­ner hin­gu­cke“. Der Po­li­zei­be­am­te muss­te sich dann we­gen Be­lei­di­gung vor dem Amts­ge­richt ver­ant­wor­ten. Dort aber konn­te man den Tat­be­stand der Be­lei­di­gung nicht er­ken­nen.

Zum ei­nen kön­ne es sein, dass der Be­am­te die Kol­le­gin wäh­rend der kör­per­be­ton­ten Ein­satz­übung aus Ver­se­hen an die Brust ge­fasst ha­be, zum an­de­ren sei der Satz: „fas­se Frau­en da an, wo ich will, wenn kei­ner hin­guckt“wohl zeit­ver­setzt ge­fal­len. Des­we­gen kön­ne er nicht der mög­li­chen Tat des An­fas­sens ei­nen ehr­ver­let­zen­den Cha­rak­ter mehr ge­ben, so die Be­grün­dung. Der Be­am­te wur­de des­we­gen vom Vor­wurf der Be­lei­di­gung frei­ge­spro­chen, auch des­we­gen, weil der ge­sam­te Sach­ver­halt auch nur schwer auf­klär­bar war.

Dar­an soll auch die jet­zi­ge An­ge­klag­te ih­ren An­teil ha­ben. Sie soll von der mög­li­chen Be­lei­di­gung ei­ni­ges mit­be­kom­men, das aber ver­schwie­gen, be­zie­hungs­wei­se falsch dar­ge­stellt ha­ben. Des­we­gen muss sie sich jetzt auch we­gen des Vor­wur­fes der Fal­sch­aus­sa­ge ver­ant­wor­ten.

Im jet­zi­gen Pro­zess er­klär­te die An­ge­klag­te, sich an be­stimm­te Äu­ße­run­gen und Ak­tio­nen nicht er­in­nern zu kön­nen. Ob das reicht, um die Vor­wür­fe zu ent­kräf­ten, bleibt ab­zu­war­ten. Meh­re­re Zeu­gen sind ge­la­den, dar­un­ter auch zwei Staats­an­wäl­tin­nen. Der Pro­zess wird Mit­te Au­gust fort­ge­setzt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.