Miss­trau­ens­vo­tum, Son­der­sit­zun­gen , Neu­wah­le

.ie es in der nie­der­säch­si­schen Lan­des­po­li­tik wei­ter­ge­hen könn­te

Nordwest-Zeitung - - HINTERGRUND - VON THO­MAS STRUK

HAN­NO­VER – Nach dem Aus­tritt der Ab­ge­ord­ne­ten El­ke Twes­ten aus der Frak­ti­on der Grü­nen und dem da­mit ver­bun­de­nen Ver­lust der rot-grü­nen Mehr­heit im nie­der­säch­si­schen Land­tag sind ver­schie­de­ne Op­tio­nen denk­bar. So könn­te es wei­ter­ge­hen.

Ver­liert Ste­phan Weil vor­zei­tig sein Amt

Nach bis­he­ri­ger Pla­nung soll der neue Land­tag am 14. Ja­nu­ar 2018 ge­wählt wer­den. Doch die Op­po­si­ti­on könn­te Re­gie­rungs­chef Ste­phan Weil (SPD) schon vor­her aus dem Amt be­för­dern – durch ein Miss­trau­ens­vo­tum. Weil könn­te das Ver­trau­en ent­zo­gen wer­den, in­dem der Land­tag ei­nen neu­en Re­gie­rungs­chef wählt. Über ei­nen Miss­trau­ens­an­trag kann aber nicht von heu­te auf mor­gen ent­schie­den wer­den. In der Ver­fas­sung des Lan­des ist vor­ge­se­hen, dass das Par­la­ment frü­hes­tens 21 Ta­ge nach der ers­ten münd­li­chen Be­ra­tung des ent­spre­chen­den An­trags ab­stim­men kann. So ist es theo­re­tisch mög­lich, dass ein neu­er Mi­nis­ter­prä­si­dent noch vor der Bun­des­tags­wahl (24. Sep­tem­ber) ge­wählt wer­den könn­te.

Wann kommt der Land­tag wie­der zu­sam­men

Nach der­zei­ti­ger Pla­nung ist die nächs­te Plenar­sit­zung am 16. Au­gust vor­ge­se­hen. Es kann zu­vor aber ei­ne Son­der­sit­zung ein­be­ru­fen wer­den.

Ist ei­ne vor­ge­zo­ge­ne Wahl denk­bar

Ja, das ist mög­lich. Da­zu müss­te sich der Land­tag selbst auf­lö­sen. Da­zu müss­ten zwei Drit­tel der an­we­sen­den Mit­glie­der für die Auf­lö­sung stim­men, was in der der­zei­ti­gen Kon­stel­la­ti­on un­wahr­schein­lich ist. Auch in die­sem Fall sind Fris­ten vor­ge­se­hen. Über die Auf­lö­sung kann frü­hes­tens am 11. und muss spä­tes­tens am 30. Tag nach der ers­ten münd­li­chen Be­ra­tung über den Auf­lö­sungs­an­trag ab­ge­stimmt wer­den.

Was pas­siert, wenn die Re­gie­rung zu­rück­tritt

In der Ver­fas­sung ist vor­ge­se­hen, dass der Land­tag in die­sem Fall in­ner­halb von 21 Ta­gen ei­ne neue Re­gie­rung bil­den muss. CDU und FDP hät­ten al­so die Mög­lich­keit, in die­sem Zei­t­raum ei­nen ei­ge­nen Kan­di­da­ten zum Re­gie­rungs­chef zu wäh­len. Soll­te in die­sen drei Wo­chen kei­ne neue Re­gie­rung zu­stan­de­kom­men, müss­te der Land­tag in­ner­halb wei­te­rer 14 Ta­ge über sei­ne Auf­lö­sung be­schlie­ßen. Da­zu reicht ei­ne ein­fa­che Mehr­heit.

Kann Rot/Grün auch bis zur Wahl wei­ter­ma­chen

Auch das ist theo­re­tisch mög­lich. Dann wür­de Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil an der Spit­ze ei­ner rot-grü­nen Min­der­heits­re­gie­rung ste­hen. Ei­ge­ne, strit­ti­ge po­li­ti­sche Vor­ha­ben könn­ten SPD und Grü­ne in die­sem Fall dann bis zum Wahl­ter­min am 14. Ja­nu­ar 2018 aber wohl nicht mehr um­set­zen.

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