Wir­bel um Wul­ffs neu­en Job

58-J4h­ri­ger ar­bei­tet als 5ro6u­rist f7r t7r6i­sche Mo­de­fir­ma

Nordwest-Zeitung - - NAITEN - VON ANDRE­AS HER­HOLZ, BÜ­RO BER­LIN

Ver­fas­sungs­recht­ler Hans Her­bert von Ar­nim for­dert ei­ne Än­de­rung des Eh­ren­solds. Das meint auch der Bund der Steu­er­zah­ler.

BER­LIN – Po­li­ti­ker und Ex­per­ten for­dern ei­ne Än­de­rung des Eh­ren­sol­des für Bun­des­prä­si­den­ten im Ru­he­stand. „Der Eh­ren­sold für Bun­des­prä­si­den­ten ist ein über­hol­tes, nicht zu recht­fer­ti­gen­des Pri­vi­leg. Kein an­de­rer staat­li­cher Amts­trä­ger er­hält im Ru­he­stand wei­ter­hin 100 Pro­zent sei­ner Be­zü­ge“, er­klär­te der Ver­fas­sungs­recht­ler Pro­fes­sor Hans Her­bert von Ar­nim von der Hoch­schu­le für Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten Spey­er im Ge­spräch mit un­se­rer Ber­li­ner Re­dak­ti­on. „Die ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten soll­ten nicht bes­ser ge­stellt sein als Be­am­te“, for­der­te er. Wenn ein Be­am­ter im Ru­he­stand pri­va­te Ein­künf­te er­zie­le und noch nicht das Ru­he­stands­al­ter er­reicht ha­be, Ex-Bun­des­prä­si­dent Wul­ff Chris­ti­an

müs­se er die­se Ein­nah­men, so­weit sie sein Ak­tiv­en­ein­kom­men über­schrei­ten wür­den, auf die Pen­si­on an­rech­nen las­sen. Bis 1959 ha­be der Bun­des­prä­si­dent nur die Hälf­te sei­ner ak­ti­ven Be­zü­ge als Ru­he­stands­ge­halt er­hal­ten. Dies sei da­mals schließ­lich ge­än­dert, auf 100 Pro­zent er­höht und mit den be­son­de­ren Auf­wen­dun­gen zur Er­le­di­gung sei­ner Auf­ga­ben auch nach dem Aus­schei­den aus dem Amt be­grün­det wor­den.

Am Wo­che­n­en­de war be­kannt ge­wor­den, dass ExBun­des­prä­si­dent Chris­ti­an Wul­ff als Pro­ku­rist für ei­ne tür­ki­sche Mo­de­fir­ma ar­bei­tet. Wul­ff er­hält als ehe­ma­li­ges Staats­ober­haupt nach sei­nem Rück­tritt ei­nen Eh­ren­sold in Hö­he des Amts­ge­hal­tes des Bun­des­prä­si­den­ten von rund 236 000 Eu­ro pro Jahr.

Auch der Bund der Steu­er­zah­ler for­dert ei­ne Re­form: „Der Eh­ren­sold soll­te drin­gend re­for­miert wer­den. Der neue Bun­des­tag soll­te nach der Wahl dies auf den Weg brin­gen“, er­klär­te Steu­er­zah­ler­prä­si­dent Rei­ner Holz­na­gel im Ge­spräch mit un­se­rer Ber­li­ner Re­dak­ti­on. Die hun­dert­pro­zen­ti­ge Ali­men­tie­rung des Staats­ober­haup­tes nach dem Aus­schei­den aus dem Amt sei „nicht mehr zeit­ge­mäß“.

SPD und Link­s­par­tei kri­ti­sier­ten Wul­ff: „In der Re­gel über­neh­men Alt­bun­des­prä­si­den­ten Eh­ren­äm­ter und wer­den nicht Pro­ku­ris­ten von Mo­de­fir­men“, sag­te SPD-Vi­ze­chef Ralf Steg­ner. Auch die Link­s­par­tei for­dert Än­de­run­gen des Eh­ren­sol­des.

KOM­MEN­TAR, SEI­TE 4

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DPA-BILD: KNEFFEL

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