Un­mo­ra­lisch

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON HER­MANN GRÖB­LINGHOFF

Chris­ti­an Wul­ff ist mit sei­nen 58 Jah­ren noch re­la­tiv jung – zu­min­dest für ei­nen Ex-Bun­des­prä­si­den­ten. Zu­dem war er nach nur kur­zer Amts­zeit von sei­nem Pos­ten zu­rück­ge­tre­ten. Ge­nau die­se zwei Fak­ten be­feu­ern im­mer wie­der die De­bat­te, ob dem ge­bür­ti­gen Os­na­brü­cker auch mo­ra­lisch der Eh­ren­sold von mehr als 200 000 Eu­ro pro Jahr zu­steht. Da­zu ein kla­res Ja. Die Ge­set­ze sind nun mal, wie sie sind, dar­auf muss sich auch Chris­ti­an Wul­ff ver­las­sen kön­nen.

Nicht rich­tig ist al­ler­dings, dass sich Wul­ff jetzt als Pro­ku­rist ein wahr­schein­lich üp­pi­ges Sa­lär hin­zu­ver­dient, oh­ne dass es auf sei­nen Eh­ren­sold an­ge­rech­net wird. So man­cher Hartz-IV-Emp­fän­ger wird schäu­men, dass er sich den Be­hör­den kom­plett of­fen­ba­ren und Ne­ben­ver­diens­te mel­den muss, um ein we­nig Un­ter­stüt­zung zu be­kom­men, ein Ex-Bun­des­prä­si­dent da­ge­gen so viel ne­ben­bei kas­sie­ren darf, wie er möch­te. Das ist mo­ra­lisch falsch. Es gä­be nun zwei gu­te Lö­sun­gen: Die Ge­set­ze wer­den ge­än­dert, oder Wul­ff ver­zich­tet frei­wil­lig. Aber, so steht zu be­fürch­ten: Nichts wird ge­sche­hen. Scha­de! Und un­ge­recht!

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Gro­eb­linghoff@in­fo­au­tor.de

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