„Ein­kni­cken wä­re das Schlimms­te“

Nordwest-Zeitung - - IM NORDWESTEN - VON LARS LAUE

FRA­GE: Frau Stru­be, ist Fun­da­men­ta­lis­mus oder Ex­tre­mis­mus von rechts ge­fähr­li­cher als von links? STRU­BE: Es gibt das Phä­no­men von Ge­walt­tä­tig­keit in al­len mög­li­chen Va­ri­an­ten. Zur Fra­ge der Wel­t­an­schau­ung ist zu sa­gen, dass rech­te Wel­t­an­schau­un­gen im­mer mit der Hal­tung ein­her­ge­hen, dass un­ter­schied­li­che Men­schen un­ter­schied­lich wert­voll sind. Das ist Kern rech­ter Ideo­lo­gie: die Ideo­lo­gie der Un­gleich­wer­tig­keit. Ei­ne sol­che Denk­wei­se gibt es im lin­ken Spek­trum nicht. Da wird von der Idee aus­ge­gan­gen, dass al­le Men­schen gleich sind. Wenn hier Ge­walt­as­pek­te hin­zu­kom­men, hat das nichts mit der Ur­sprungs­idee zu tun. FRA­GE: Was be­deu­tet das?

Die Os­na­brü­cker

Theo­lo­gin Dr. Son­ja SO­ru­be wird am 10. Au­gusO ab 9.45 Uhr in der KaOho­li­schen Aka­de­mie Clop­pen­burg-SOa­pel­feld über Ver­su­che rechOer Grup­pie­run­gen re­fe­rie­ren, Fa­mi­li­en und Kir­chen­miO­glie­der für sich zu ge­win­nen.

@ In­fos un­Oer www.lcv-ol­den­burg.de

PSTRUBE: Dass Män­ner und Frau­en, die zu rech­ten Ide­en ten­die­ren, auf je­den Fall das Ge­fühl ha­ben, dass be­stimm­te Men­schen we­ni­ger wert sind als an­de­re. Das kann sich im An­ti­se­mi­tis­mus zei­gen. Oder dar­in, dass man Mus­li­me und den Is­lam ge­ne­rell ab­wer­tet. In­dem man Men­schen mit an­de­rer Haut­far­be her­ab­wür­digt, Men­schen mit Be­hin­de­run­gen

oder Lang­zeit­ar­beits­lo­se. FRA­GE: Wo­her kommt Hass? STRU­BE: Es gibt ei­ne Dy­na­mik, ge­ra­de auch im In­ter­net, wo sich et­was stei­gert. Wo leich­te Vor­ur­tei­le, die je­der hat, bei be­stimm­ten Men­schen ge­stei­gert wer­den. Das ist ein Punkt. Ich glau­be, dass so et­was wie Leis­tungs­druck und Ef­fi­zi­enz­den­ken, die in den letz­ten 20 Jah­ren spür­bar zu­ge­nom­men ha­ben, wei­te­re Grün­de sind. FRA­GE: Was kann man tun? STRU­BE: Manch­mal et­was skep­ti­scher sein, als man das vorher ge­wohnt war. Ich ha­be bei­spiels­wei­se ei­ne Gen­derBro­schü­re in die Hand be­kom­men, in der es im ers­ten Satz um den Er­halt des Vol­kes geht. Die Her­aus­ge­be­rin ist ei­ne Da­me aus der Neo-Na­ziSze­ne. Mein Rat: ins­ge­samt ein­fach ei­ne ho­he Wach­sam­keit an den Tag le­gen. Und wenn bei­spiels­wei­se, wie ich es selbst schon er­lebt ha­be, mit Kla­gen ge­droht wird, dann soll­te man – ge­ra­de auch als Ver­ant­wort­li­cher in der Kir­che oder Kir­che ins­ge­samt – das Ri­si­ko ein­ge­hen und Rück­grat zei­gen. Ich glau­be, das Schlimms­te, was man tun könn­te, wä­re ein­zu­kni­cken.

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