Auch Mar­ken­pro­duk­te hin­ter­las­sen Schmutz

Mul­titabs oh­ne ge­wäs­ser­be­las­ten­de Phos­pha­te – Acht Al­les­kön­ner über­zeu­gen

Nordwest-Zeitung - - WARENTEST -

BER­LIN/KU – An­bie­ter be­wer­ben ih­re Mul­titabs gern als Al­les­kön­ner. Ent­hal­ten ih­re 14 Ge­schirr­spül-Tabs doch Rei­ni­ger, Klar­spü­ler, Was­se­rent­här­ter und Zu­sät­ze, zum Bei­spiel zum bes­se­ren Trock­nen und Ma­te­ri­al­scho­nen. Nach fünf Mo­na­ten Prüf­zeit und mehr als 8400 Spül­stun­den steht fest: Ei­ni­ge Mul­titabs zei­gen deut­li­che Schwä­chen, dar­un­ter be­kann­te Mar­ken­pro­duk­te. Sie hin­ter­las­sen Schmutz oder auch Kalk auf Ge­schirr, Be­steck und Glä­sern. Acht von 14 Pro­duk­te sind un­term Strich gut. Die meis­ten gibt es preis­wert für sie­ben bis neun Cent pro Tab bei Dis­coun­ter- und Dro­ge­rie­markt­ket­ten. Test­sie­ger ist aber ein teu­rer Tab für 20 Cent: So­mat Gold.

Im Test be­fand sich ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on Mul­titabs oh­ne ge­wäs­ser­be­las­ten­de Phos­pha­te. Die An­bie­ter set­zen we­gen ei­ner EU-Ver­ord­nung spä­tes­tens seit dem 1. Ja­nu­ar 2017 vor al­lem auf bio­lo­gisch leicht ab­bau­ba­re Sub­stan­zen, um Kalk­be­lä­ge zu ver­hin­dern. Ei­ni­ge Er­satz­stof­fe sind teu­er, wer­den des­halb nicht im­mer in aus­rei­chend ho­her Men­ge ein­ge­setzt. Güns­ti­ge­re sind oft we­ni­ger leis­tungs­stark. Hin­zu kommt: Wie in ei­nem Ku­chen müs­sen al­le In­halts­stof­fe der

Re­zep­tur fein auf­ein­an­der ab­ge­stimmt sein, da­mit das Re­sul­tat stimmt.

Die Prü­fer ha­ben für den Test mehr als 5000 Tas­sen, Tel­ler und Glä­ser an­ge­schmutzt. Sie misch­ten Hack­fleisch und Ei, ver­stri­chen die Mas­se auf Tel­lern, eben­so Crè­me brûlée, Pas­ta oder Ei-Kä­se-Auf­lauf. Ei­gelb pin­sel­ten sie auf Ble­che und pro­du­zier­ten Milch­haut in der Mi­kro­wel­le. Au­to­ma­ten schlürf­ten schluck­wei­se Tee aus Tas­sen, da­mit Tee­rän­der ent­ste­hen. Das Ge­schirr räum­ten die Tes­ter in die Ma­schi­ne, nach je­dem Spül­gang be­gut­ach­te­ten sie Schmutz­res­te. In wei­te­ren Prü­fun­gen be­ur­teil­ten sie Be­lä­ge und Glas­schä­den, kon­trol­lier­ten Be­ste­cke und zähl­ten Tau­sen­de Was­ser­trop­fen.

Im Test muss­ten zwei Pro­duk­te der Mar­ke So­mat zei­gen, wie sau­ber sie spü­len. Selbst nach 30 Spül­gän­gen hin­ter­ein­an­der kom­men mit dem Tab So­mat Gold ge­spül­te Glä­ser klar und wie neu aus der Ma­schi­ne. Ent­schei­dend da­für ist: Das Mit­tel ver­hin­dert Kalk­be­lä­ge be­son­ders wirk­sam. Es glänzt als Ein­zi­ges auch in al­len an­de­ren Dis­zi­pli­nen. Rei­ni­gen und Klar­spü­len sind gut, Trock­nen und Ma­te­ri­al­scho­nung eben­so. Er ist Test­sie­ger.

Das zwei­te, kaum güns­ti­ge­re So­mat-Pro­dukt im Test, So­mat All in 1 7 Mul­ti-Ak­tiv hin­ge­gen prä­sen­tiert sich schwach. Nach dem Spü­len im Prüf­la­bor kle­ben noch deut­li­che Spu­ren von Hack­fleisch, Ei­gelb, Pas­ta und La­sa­gne an den Tel­lern. Glä­ser und Tas­sen blei­ben schmut­zig.

Für Ver­brau­cher sind die rie­si­gen Un­ter­schie­de in der Rei­ni­gungs­leis­tung der bei­den So­mat-Pro­duk­te nicht zu er­ken­nen. Im Ge­gen­teil: Die Fir­ma Hen­kel ver­spricht auf der Pa­ckung des schlech­ten So­mat-Tabs „per­fekt sau­be­res und glän­zen­des Ge­schirr“. Das stimmt de­fi­ni­tiv nicht, wie die Tes­t­er­geb­nis­se zei­gen. Auch an­de­re, teu­re Mar­ken­pro­duk­te, zum Bei­spiel zwei von Fi­nish, lie­fern nicht un­be­dingt ho­he Qua­li­tät.

Vie­le Mit­tel lis­ten die Wir­kung ge­gen Tee­fle­cken als ei­ne ih­rer be­son­de­ren Ei­gen­schaf­ten auf. Tee­trin­ker wis­sen, wie schwie­rig es ist, die durch das Ge­tränk ver­ur­sach­ten Ver­fär­bun­gen in Tas­sen wie­der los­zu­wer­den. Neun Tabs blei­chen sie gut, fünf Mit­tel da­ge­gen schlecht.

An­ge­trock­ne­te Milch­haut und Hack­flei­sch­res­te, Nu­de­lund Eier­spei­sen sind ty­pi­sche Ver­schmut­zun­gen, die im All­tag Kummer be­rei­ten. Nicht je­der Rei­ni­ger kommt da­mit klar – auch wenn der Her­stel­ler zum Bei­spiel mit Po­wer­Rei­ni­gung wirbt. Was tat­säch­lich hilft, sind schmutz­kna­cken­de En­zy­me in aus­rei­chen­der Men­ge und ho­her Qua­li­tät. Am bes­ten ent­fernt der Domol Tab von Ross­mann „selbst hart­nä­cki­ge Ver­schmut­zun­gen“.

Auf Glä­sern und Be­ste­cken se­hen Fle­cken und Schlie­ren häss­lich aus. Mul­titabs wer­ben mit „Edel­stahl­glanz“oder „Glanz oh­ne Fle­cken“. Da­mit das Was­ser schnell von Glä­sern, Be­steck und Ge­schirr ab­flie­ßen kann, müs­sen am En­de des Spül­gangs noch ge­nü­gend Ten­si­de vor­han­den sein. Kla­re Sa­che vor al­lem für den Test­sei­ger so­wie ei­ni­ge Tabs von Dis­coun­ter- und Dro­ge­rie­markt­ket­ten.

Wei­ches Spül­was­ser sorgt da­für, dass sich kein Kalk aufs Ge­schirr nie­der­schlägt. Laut Wer­bung funk­tio­nie­ren Mul­titabs bis zu ei­ner Was­ser­här­te von 21 Grad − oh­ne zu­sätz­li­ches Re­ge­ne­rier­salz und die Ent­här­tungs­an­la­ge des Spü­lers. Nur we­ni­ge Tabs wir­ken hier gut. Das man­gel­haf­te Blink 13 in 1 von Mül­ler lässt Ge­schirr, Glä­ser und selbst den Ma­schi­nen­in­nen­raum be­son­ders blass aus­se­hen. Wei­ße Kalk­schich­ten ver­un­zie­ren die Ober­flä­chen.

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