Der lan­ge Weg zum spä­ten Glück

„Das grenzt an Lie­be“im Ers­ten – Dia­ne Kea­ton und Micha­el Douglas als un­glei­ches Paar

Nordwest-Zeitung - - FERNSEHEN - VON UL­RI­KE COR­DES

In Rob Rei­ners Roman­ze ha­ben auch al­tern­de Ba­by­boo­mer noch ei­ne Chan­ce auf Glück. Der Film läuft in der TV-Rei­he „Pre­mie­ren­ki­no im Ers­ten“.

BER­LIN – Blau glit­zert das Was­ser im Ha­fen mit den schnit­ti­gen Se­gel­jach­ten, die Son­ne scheint. An der Küs­te von Con­nec­ti­cut steht ein pro­pe­res, teu­res Wohn­haus ne­ben dem an­de­ren. Nur ei­ner strahlt hier schlech­te Lau­ne aus: Oren Litt­le (Micha­el Douglas), zu Wohl­stand ge­kom­me­ner, ver­bies­ter­ter Im­mo­bi­li­en­mak­ler kurz vor dem Ru­he­stand. Der greift so­fort zum Farb­ge­wehr, wenn sich ein Hund auf sei­nem ge­pfleg­ten Ra­sen ver­ewigt. Dass aber selbst das Herz ei­nes al­tern­den Scheu­sals schmel­zen und zu Lie­be und Fa­mi­li­en­sinn fin­den kann, er­zählt Er­folgs­re­gis­seur und Pro­du­zent Rob Rei­ner („Har­ry und Sally“) in sei­ner Rent­ner-Roman­ze „Das grenzt an Lie­be“. Das Ers­te zeigt den Film an die­sem Di­ens­tag um 22.45 Uhr.

Es ist ein lan­ger Weg zum spä­ten Glück: Von sei­nem Sohn, der sich ihm längst ent­frem­det hat, er­fährt der Wit­wer, dass er Groß­va­ter ei­ner Zehn­jäh­ri­gen (Ster­ling Je­rins) Kom­men sich lang­sam nä­her: Film­sze­ne mit Dia­ne Kea­ton und Micha­el Douglas

ist. Für sie hat er von nun an zu sor­gen, da der Sohn we­gen Dro­gen­pro­ble­men ins Ge­fäng­nis muss. Wie gut, dass der emo­tio­nal na­tür­lich völ­lig über­for­der­te Mak­ler schon bald Un­ter­stüt­zung von sei­ner gut aus­se­hen­den, aber im Her­zen trau­ri­gen Nach­ba­rin er­hält – der eben­falls ver­wit­we­ten Club­sän­ge­rin Leah (Dia­ne Kea­ton), die sich ein­fühl­sam um das Kind küm­mert. Es ist ei­ne Zu­wen­dung, die ih­ren Ef­fekt so­gar auf den selbst­ge­fäl­li­gen Ol­die mit der

fre­chen Klap­pe nicht ver­fehlt.

Wem die Story, die auch ein we­nig an den rüh­ren­den, mehr­fach ver­film­ten Ro­man­klas­si­ker „Der klei­ne Lord“er­in­nert, be­kannt vor­kommt: Au­tor ist Mark An­drus, der im Ki­no­hit „Bes­ser geht’s nicht“be­reits Jack Ni­chol­son vom Le­bens- und Lie­bes­muf­fel zum ed­le­ren Men­schen mach­te. Und für Ni­chol­son, das schil­lern­de Ekel vom Di­enst, wä­re die­ser Oren tat­säch­lich ei­ne ty­pi­sche Rol­le ge­we­sen. Doch auch Douglas

über­zeugt mit ei­ner gu­ten Por­ti­on Al­ter­scharme. Kea­ton wie­der­um, eben­falls Os­carP­reis­trä­ge­rin und lang­jäh­ri­ger Hol­ly­wood-Top­star („Der Stadt­neu­ro­ti­ker“), ge­fällt mit weib­lich-war­mer No­te in ih­rem Part. Und mit ih­rer über­ra­schend an­ge­neh­men Sing­stim­me.

Die sym­pa­thi­schen Haupt­dar­stel­ler – bei­de erst­mals ge­mein­sam vor der Ka­me­ra – sind es denn auch, die den amü­san­ten, aber recht vor­her­seh­bar und rou­ti­niert da­her­kom­men­den Film se­hens­wert ma­chen. Rei­ner will wohl vor al­lem die al­tern­de Ba­by­boo­mer-Ge­ne­ra­ti­on an­spre­chen und ihr Mut ma­chen. „Hier ha­ben Sie zwei Men­schen, die noch le­ben­dig, noch at­trak­tiv, noch se­xu­el­le We­sen sind“, sag­te der Fil­me­ma­cher in ei­nem In­ter­view, „es gibt ei­ne Men­ge Ba­by­boo­mer, die nicht in ei­ner Be­zie­hung le­ben, aber noch nicht auf­ge­steckt ha­ben. Vie­le von ih­nen war­ten auf die ei­ne gro­ße Roman­ze.“

BILD: ARD/DEGETO/ASIG PRODUCTIONS

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