Al­le Tas­sen für den Schrank und mehr

Bea­tri­js van Rhee­den er­hält Haupt­preis – Über 60 000 Be­su­cher auf dem Schloss­platz

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON JENS SCHÖN IG

Skur­ri­les und All­täg­li­ches wech­sel­te den Be­sit­zer. Die Be­su­cher schät­zen vor al­lem das ho­he und äu­ßerst pro­fes­sio­nel­le Ni­veau der aus­ge­stell­ten Ar­bei­ten.

OL­DEN­BURG – Über das ge­sam­te Wo­che­n­en­de schob sich ein dich­ter Be­su­cher­strom zu den In­ter­na­tio­na­len Keramiktagen über den Schloss­platz. Mehr als 60 000 Be­su­cher dürf­ten es ge­we­sen sein, auch dank Son­nen­schein und an­ge­neh­mer Tem­pe­ra­tu­ren. 126 Aus­stel­ler aus Deutsch­land und 12 wei­te­ren Län­dern zeig­ten auf dem Schloss­platz ih­re Wer­ke aus ge­brann­ter Er­de. „Rund 30 Pro­zent der Aus­stel­ler kom­men aus dem Aus­land“, er­klärt Norah Lim­berg, Pres­se­spre­che­rin der Werk­schu­le. „Die­se In­ter­na­tio­na­li­tät ist ein we­sent­li­ches Merk­mal der Keramiktage und sie wächst auch im­mer wei­ter.“

Zu se­hen gab es die gan­ze Band­brei­te töp­fe­ri­schen Schaf­fens von der Ge­brauchs­ke­ra­mik bis zur Skulp­tur. Ei­ne Mi­schung, die of­fen­bar gut an­kommt, denn an al­len Stän­den war auch re­ge Ge­schäfts­tä­tig­keit zu be­ob­ach­ten. Am Stand von Pep Go­mez et­wa wech­sel­te holz­ge­brann­tes Ge­schirr mit skur­ri­len De­ko­ren den Be­sit­zer. Auf Tas­sen, Tel­lern und Kaf­fee­kan­nen ver­ewigt der Fran­zo­se ne­ben­ein­an­der Obst und gan­ze Ba­de­zim­mer­ein­rich­tun­gen. „Die Ide­en kom­men mir ein­fach so, es gibt kei­ne be­stimm­te In­spi­ra­ti­on“, sagt Go­mez. Sei­ne Kun­den schät­zen vor al­lem die er­di­gen Far­ben und die ab­sicht­li­che Un­re­gel­mä­ßig­keit der Form. „Das ist le­ben­dig, kei­ne Mas­sen­wa­re“, sagt Ilo­na Stiefs. Die Ol­den­bur­ge­rin

ist lei­den­schaft­li­che Keramiktage-Be­su­che­rin. „Die Mi­schung machts“, fin­det Stiefs. „Wo­bei vor al­lem die Ent­wick­lung der Ver­an­stal­tung zum künst­le­ri­schen An­spruch hin po­si­tiv auf­fällt.“

Fast schon leer­ge­kauft ist der Stand von Ross Camp­bell. Der in Ber­lin le­ben­de USA­me­ri­ka­ner bil­det In­sek­ten stark ver­grö­ßert in Ton nach. „Ges­tern hat ein Ehe­paar ei­nen rie­si­gen Sand­lauf­kä­fer ge­kauft. Ein echt bö­ses Biest, die kön­nen Li­bel­len aus der Luft fan­gen. Man hat ge­se­hen, dass der Mann den Kä­fer un­be­dingt woll­te, die Frau auf kei­nen Fall. Sie frag­te ihn ex­tra noch, wo das Stück hin soll, es wä­re ja nir­gends mehr Platz in der Woh­nung. Und er sag­te, Über re­ge Nach­fra­ge für sei­ne Ton-In­sek­ten konn­te sich Ross Camp­bell freu­en.

doch, im Schlaf­zim­mer.“Be­reits am Sams­tag­abend

fan­den die Preis­ver­ga­ben der dies­jäh­ri­gen Keramiktage

statt. Den Preis für Neue Ke­ra­mik 2017 ge­wann Bea­tri­js van Rhee­den aus den Nie­der­lan­den. Ihr Schwer­punkt liegt auf or­ga­ni­schen For­men, auf de­ren Ober­flä­chen sich geo­me­tri­sche Struk­tu­ren wie­der­fin­den. „Ich ha­be schon lan­ge ei­ne Lei­den­schaft für Sechs­eck-Mus­ter“, sagt van Rhee­den. Über die For­men wer­den die Mus­ter be­weg­lich.“Der Preis ist mit 1000 Eu­ro, ei­ner Ein­zel­aus­stel­lung im Schloss und ei­nem Aus­lands­sti­pen­di­um do­tiert. Den Det­le­fSchmidt-Wil­kens-Preis für Ke­ra­mik er­hiel­ten Job Hey­kamp (NL) in der Ka­te­go­rie „In­no­va­ti­on“, Je­re­my Ni­chols (GB) in der Ka­te­go­rie „Funk­ti­on“und Ed­die Cur­tis (GB) in der Ka­te­go­rie „Ober­flä­che“.

BILD: JENS SCHÖNIG

Für ih­re geo­me­tri­schen Struk­tu­ren auf or­ga­ni­schen For­men wur­de die Nie­der­län­de­rin Bea­tri­js van Rhee­den in die­sem Jahr mit dem Preis für Neue Ke­ra­mik aus­ge­zeich­net.

BILD: PIET MEYER

Na­e­mi und Le­vin be­wun­dern die bun­ten Fe­en- und Ni­xen-Fi­gu­ren der Nie­der­län­de­rin Sa­rah Micha­el.

BILD: PIET MEYER

Auch klas­si­sche Ge­brauchs­ke­ra­mik wie et­wa Ge­schirr stieß bei den Be­su­chern auf gro­ßes In­ter­es­se.

BILD: JENS SCHÖNIG

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