Ret­ter mü$$en wa$ weg$te­cken kön­nen

Im Mo­tor­boot mit 50 km/h über das Zwi­schen­ah­ner Meer – Fehl­alarm am Frei­tag

Nordwest-Zeitung - - BLICK IN DIE NACHBARSCHAFT - VON CHRIS­TI­AN KORTE

Die Fahrt im Ret­tungs­boot ist kein Ver­gnü­gen. Selbst klei­ne Wel­len ver­ur­sa­chen har­te Schlä­ge und Rü­cken­schmer­zen.

BAD ZWI­SCHEN­AHN – Ein her­ren­lo­ses Boot auf dem Zwi­schen­ah­ner Meer, im Was­ser ist nie­mand zu se­hen – das be­deu­tet, dass die Ret­ter von der DLRG Bad Zwi­schen­ahn schnell sein müs­sen. Ein Ein­satz am Frei­tag stell­te sich zum Glück als Fehl­alarm her­aus.

Ei­ne An­ru­fe­rin hat­te den No­t­ruf ge­wählt. „Ver­mut­lich hat sie ein Fi­scher­boot ge­se­hen und den Fi­scher dar­in ein­fach nicht er­ken­nen kön­nen“, sag­te Ralf Zim­mer­mann, Spre­cher der DLRG. Doch bis der Fehl­alarm ge­si­chert war, la­gen hin­ter den Was­ser­ret­tern an­stren­gen­de Mi­nu­ten. 20 Eh­ren­amt­li­che sind, wie frei­wil­li­ge Feu­er­wehr­leu­te, mit Funk­mel­dern aus­ge­rüs­tet und las­sen für ei­nen Ein­satz al­les ste­hen und lie­gen.

Am Frei­tag be­setz­ten Tim Jan­nik Drie­ling und Ar­ne Carls-Ger­ken das ers­te Boot, zehn Mi­nu­ten nach dem Alarm wa­ren sie auf dem Was­ser. Kur­ze Zeit spä­ter star­te­ten auch Hart­wig Graw und Brit­ta Ger­ken von der DLRG-Sta­ti­on in Ros­trup. Und auch der ÐRe­dak­teur fand ei­nen Platz und konn­te aus ers­ter Hand mit­er­le­ben, dass so ein Ein­satz kei­ne ge­müt­li­che Boots­tour ist.

Mit 50 km/h schießt das Start in Ros­trup: Hart­wig Graw und Brit­ta Ger­ken an Bord von „Pe­li­kan 72-77-3“.

Boot über den See, und bei die­sem Tem­po geht der Auf­prall auf 60 bis 80 Zen­ti­me­ter ho­he Wel­len ganz schön ins Kreuz. „Den Rü­cken nicht ge­ra­de hal­ten, son­dern leicht ge­bückt sit­zen“, emp­fiehlt Graw, wäh­rend er die Was­ser­ober­flä­che nach dem ge­mel­de­ten Boot ab­sucht. Stän­dig spritzt Was­ser hoch und durch­nässt die Klei­dung – die der Fahr­wind aber ge­fühlt so­fort wie­der trock­net. Auf der ge­gen­über­lie­gen­den Ufer­sei­te war­tet schon das ers­te Boot – die Be­sat­zung hat auf ih­rer Su­che nichts ge­fun­den. Schnell wird ab­ge­spro­chen, wer wo wei­ter sucht. Graw steu­ert sein Boot Pe­li­kan Am­mer­land 72-77-3 wie­der quer Prü­fen­der Blick über das Was­ser: Tim Jan­nik Drie­ling und Ar­ne Carls-Ger­ken su­chen nach dem ge­mel­de­ten Boot.

über den See, Drie­ling und Ger­ken fah­ren der­weil wei­ter das Ufer ab. Vor dem Bun­des­wehr­kran­ken­haus­ge­län­de tref­fen sich die Hel­fer wie­der: Kein her­ren­lo­ses Boot, nie­mand muss ge­ret­tet wer­den. Zu­rück in Ros­trup ste­hen

längst wei­te­re Frei­wil­li­ge be­reit, für den Fall dass doch noch Hil­fe ge­braucht wird. Wird sie nicht – es ist Zeit für ei­nen Kaf­fee, zu­min­dest für al­le, die nicht zu­rück an den Ar­beits­platz müs­sen.

Ei­gent­lich müss­ten die Boo­te jetzt auch wie­der aus dem Was­ser ge­holt und ge­rei­nigt wer­den. Weil am Nach­mit­tag aber oh­ne­hin ei­ne Re­gat­ta auf dem Meer ge­mel­det ist, blei­ben sie gleich im Was­ser – da­mit die Hel­fer schnell wie­der raus kön­nen.

Und wenn doch mal et­was pas­siert? „Wir emp­feh­len al­len Seg­lern, bei ih­rem Boot zu blei­ben, wenn sie ken­tern“, sagt Ralf Zim­mer­mann. „Auf kei­nen Fall soll­te man ver­su­chen, zum Ufer zu schwim­men. Und auf je­den Fall soll­te man ei­ne ohn­machts­si­che­re Schwimm­wes­te tra­gen, die den Kopf über Was­ser hält, wenn man be­wusst­los wird.“

@Ein Vi­deo gibt es un­ter www=NWZonline=de/vi­de­os

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BIL­DER: CHRIS­TI­AN KORTE

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