Un­er­war­te­te$ Come­back in zehn Mi­nu­ten

MON AOGO, %7.US 201R 8|O, DWWW AOSO, E0-ZO,-02 0- Z0O O.,Ipäi­sche Spit­ze der U23

Nordwest-Zeitung - - BLICK IN DIE NACHBARSCHAFT -

LÖNINGEN – Sie galt als ei­nes der größ­ten Ta­len­te der Re­gi­on, wur­de zwi­schen­zeit­lich als Volks­läu­fe­rin ver­spot­tet und kehr­te vor drei Wo­chen mit ei­nem Pau­ken­schlag zu­rück in die deut­sche Spit­ze: Die Re­de ist von Hin­der­nis­läu­fe­rin Lea Meyer vom VfL Löningen.

Ei­gent­lich woll­te die 19Jäh­ri­ge in die­sem Jahr le­dig­lich die ein oder an­de­re vier bis fünf Jah­re al­te Best­zeit ver­bes­sern und nun dies: An­statt über di­ver­se klei­ne Sport­fes­te zu tin­geln, nahm der Schütz­ling von Trai­ner Ar­min Bey­er an den U23-Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten im pol­ni­schen Bydgosz­cz teil, wo sie mit er­neu­ter neu­er Best­zeit von 9:58.16 Mi­nu­ten auf ei­nen her­vor­ra­gen­den sechs­ten Platz lief.

Schuld dar­an ist ein Sport­fest En­de Mai im bel­gi­schen Städt­chen Oor­de­gem. Mit ei­ner Best­zeit von 10:26,95 Mi­nu­ten über 3000 m Hin­der­nis war sie an­ge­reist und hat­te sich zum Ziel ge­nom­men, die­se an die­sem Tag zu ver­bes­sern. An die Qua­li­fi­ka­ti­ons­norm von 10:06 Mi­nu­ten ver­schwen­de­te sie da­bei kei­ner­lei Ge­dan­ken, selbst die Vor­ga­be ih­res Trai­ners von 10:15 Mi­nu­ten hielt sie für uto­pisch. „Als er mir die Zeit nann­te, dach­te ich erst: Was ist mit dem denn los? Zum Glück für mich wur­de aus zwei Läu­fen ei­ner ge­macht, so dass ich nicht in ei­nem lang­sa­men Lauf vor­ne­weg lau­fen muss­te, son­dern mit den schnel­len Läu­fe­rin­nen ge­mein­sam lief.“

Was da­bei dann rum kam, über­rasch­te nicht nur Meyer, son­dern auch ih­ren Trai­ner: „Ich wuss­te, dass sie gut drauf war, aber da­mit hat­te ich auch nicht ge­rech­net“. In 10:01.83 Mi­nu­ten pul­ve­ri­sier­te sie nicht nur ih­re Best­zeit, son­dern setz­te sich an Num­mer zwei der deut­schen U23-Bes­ten­lis­te und si­cher­te sich ihr Ti­cket für die Eu­ro­pa­meis­ter­schaft.

Da­bei sah es zwi­schen­zeit­lich fast schon da­nach aus, als ob ih­re Kar­rie­re be­en­det sei, be­vor sie über­haupt rich­tig an­ge­fan­gen hat: Sport­li­che, ver­let­zungs­be­ding­te und pri­va­te Pro­ble­me sorg­ten da­für, dass sie kurz da­vor war, die Lauf­schu­he an den Na­gel zu hän­gen. „Ich war mit gro­ßen Hoff­nun­gen an das Sport­in­ter­nat nach Han­no­ver ge­gan­gen. Als dort die Pro­ble­me be­gan­nen, fehl­te mir das so­zia­le Um­feld, das mich auf­fing. Zum Glück dräng­ten mich mei­ne El­tern, wie­der zu­rück­zu­kom­men.“Wie­der zu­rück in ge­wohn­ter Um­ge­bung, wo al­les vor zwölf Jah­ren be­gann, bau­te sie ihr Trai­ner Ar­min Bey­er, bei dem sie, mit zwei Jah­ren Un­ter­bre­chung, seit 2009 trai­niert, lang­sam wie­der auf. So kehr­te auch die Lust zu­rück, und be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr zeig­ten sich ers­te Er­fol­ge.

Be­reits in ih­rem letz­ten Jahr in Löningen vor ih­rem Um­zug nach Han­no­ver hat­te das Duo mit Er­folg auf die Hin­der­nis­schie­ne ge­setzt. Wa­ren es da noch die 1500 Me­ter Hin­der­nis ge­we­sen, wo sie zwei­mal deut­sche Ju­gend­meis­te­rin wur­de, ist sie nun auf der dop­pelt so lan­gen Dis­tanz wie­der er­folg­reich un­ter­wegs. „Hin­der­nis­lauf fand ich schon im­mer cool. Der ist ri­si­ko­rei­cher und an­spruchs­vol­ler als die Flach­dis­tan­zen. Auch sind die Chan­cen hier grö­ßer, weil nicht nur das Läu­fe­ri­sche zählt, son­dern auch die Tech­nik“, er­zählt sie.

Da­bei sind die Trai­nings­mög­lich­kei­ten hier­für in Löningen nicht op­ti­mal. „Wir kön­nen le­dig­lich über ein Hin­der­nis in die Weit­sprung­gru­be sprin­gen. Das nächs­te Sta­di­on mit ei­nem Was­ser­gra­ben ist in Pa­pen­burg. Das ist schon ein ziem­li­cher Auf­wand.“

An ih­rer Was­ser­gra­ben­tech­nik wird sie ab Au­gust sehr in­ten­siv ar­bei­ten kön­nen. Dann geht es für ein Jahr an die Uni­ver­si­ty of San Fran­cis­co, wo sie Psy­cho­lo­gie stu­die­ren wird und bei ei­nem über­aus er­folg­rei­chen Uni­ver­si­täts-Team mit­trai­nie­ren wird. „Da wer­de ich erst klei­ne Bröt­chen ba­cken müs­sen, weil die sind al­le sehr stark da auf der Hin­der­nis­stre­cke. Aber ich bin mir si­cher, dass mich das wei­ter­brin­gen wird“, ist sie vol­ler Vor­freu­de auf ihr ame­ri­ka­ni­sches Aben­teu­er. Ar­ti­kel vom 20. Ju­li

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