Ge­jagt von Wahn­vor­stel­lun­gen

Mes­ser­ste­cher legt Ge­ständ­nis ab – Mann ge­tö­tet

Nordwest-Zeitung - - PANORAMA -

MÜN­CHEN/DPA – Die An­trags­schrift der Münch­ner Staats­an­walt­schaft im Pro­zess ge­gen den Mes­ser­ste­cher von Gra­fing liest sich wie ein Psy­cho-Thril­ler. Ge­jagt von Wahn­vor­stel­lun­gen ei­ner vom Is­lam über­rann­ten Welt, die kei­ne „Un­gläu­bi­gen“dul­de, sticht ein da­mals 27-jäh­ri­ger Deut­scher am S-Bahn­hof der ober­baye­ri­schen Ge­mein­de auf Pas­san­ten ein. Sei­ner An­sicht nach kann er sich nur durch ein Men­schen­op­fer ret­ten. Der heu­te 28-Jäh­ri­ge tö­tet im Mai 2016 ei­nen 56 Jah­re al­ten Mann und ver­letzt drei Pas­san­ten zum Teil schwer.

„Un­gläu­bi­ger, du musst jetzt ster­ben“und „Al­la­hu-Ak­bar“(Al­lah ist groß) soll der Mes­ser­ste­cher ge­ru­fen ha­ben. Hin­wei­se auf ei­nen is­la­mis­ti­schen Hin­ter­grund, wie kurz nach der Tat ver­mu­tet, fin­den die Er­mitt­ler nicht. Bei dem Ver­fah­ren we­gen Mor­des und ver­such­ten Mor­des in drei Fäl­len, das am Mon­tag vor dem Münch­ner Land­ge­richt er­öff­net wur­de, geht es vor al­lem um ei­nes: die Fra­ge der Schuld­fä­hig­keit. Die Staats­an­walt­schaft geht von ei­ner Psy­cho­se aus. Die­se lös­te wohl bei dem Be­trof­fe­nen ei­ne star­ke Angst aus, von Is­la­mis­ten ver­folgt zu wer­den. „Es tut mir al­les schreck­lich leid. Ich wünsch­te, das al­les wä­re nie pas­siert“, sagt der An­ge­klag­te.

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