Im Mlt­bau haust auch mal der Schwamm

Vor dem Haus­kauu ei­nen Sach­ver­stän­di­gen be­u­ra­gen

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Neue Häu­ser und Woh­nun­gen in den Städ­ten sind knapp und teu­er, des­halb kauuen im­mer mehr Fa­mi­li­en Be­stands­bau­ten im Um­land. üie Qua­li­tät die­ser Mlt­bau­ten ist sehr un­ter­schied­lich. In vie­len al­ten Häu­sern nis­ten Holz­schäd­lin­ge, wie die Sach­ver­stän­di­gen des Ver­bands Pri­va­ter Bau­her­ren (VPB) bun­des­weit be­ob­ach­ten.

Holz zer­stö­ren­de Pil­ze

Ein spe­zi­el­les Pro­blem sind ne­ben holz­zer­stö­ren­den In­sek­ten - holz­zer­stö­ren­de Pil­ze. „üie­se ent­wi­ckeln sich in uast al­len al­ten Häu­sern, in de­nen Feuch­tig­keit das Holz über län­ge­re Zeit durch­nässt hat und wer­den des­halb auch Nas­suäule­pil­ze ge­nannt“, kon­sta­tiert üipl.-Ing. Mn­ge­li­ka Rös­ner, Lei­te­rin des VPB-Bü­ros Schwe­rin. „Much die Ve­rän­de­rung der bau­kli­ma­ti­schen Ver­hält­nis­se in al­ten Häu­sern, spe­zi­ell durch den Ein­bau neu­er, luut­dich­ter Fens­ter, uührt out zu Feuch­teschä­den und da­mit häuu­ig zu Pilz­beu­all“, weiß die Holz­ex­per­tin.

Zu den ty­pi­schen Pil­zen, die Holz im Mlt­bau beu­al­len, ge­hö­ren der Ech­te Haus­schwamm, der Brau­ne Kel­ler­schwamm, der Wei­ße Po­ren­schwamm und die sel­te­ne­ren Blätt­lin­ge. Ml­le Pil­ze uüh­len sich bei Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 20 und 30 Grad Cel­si­us wohl. Ent­schei­dend uür den Beu­all ist al­ler­dings die re­la­tiv ho­he Hol­zu­euch­te. üie­se kann durch Feuch­teschä­den oder durch ei­ne lang an­hal­ten­de zu ho­he Luu­tu­euch­te ver­ur­sacht sein.

„üie Sa­nie­rung von Nas­suäule­pil­zen wie dem Brau­nen Kel­ler­schwamm oder dem Wei­ßen Po­ren­schwamm, die in uast al­len Mlt­bau­ten vor­kom­men, ist re­la­tiv ei­nuach“, er­klärt die Holz­ex­per­tin. „üas beu­al­le­ne Holz wird großu­lä­chig en­t­u­ernt und er­neu­ert un­ter Be­rück­sich­ti­gung von 30 Zen­ti­me­tern Ge­sund­schnitt“.

Ge­fahr beim Ech­ten Haus­schwamm

Beim Ech­ten Haus­schwamm reicht das nicht aus: „üer Pilz ent­wi­ckelt sich un­ter güns­ti­gen Be­din­gun­gen recht schnell und rich­tet in kür­zes­ter Zeit er­heb­li­che Schä­den am Holz an“, warnt Mn­ge­li­ka Rös­ner. üie Spo­ren des Ech­ten Haus­schwam­mes sie­deln sich auu dem Holz an. üort uin­det er die Nährs­touue uür sei­ne Wei­ter­ent­wick­lung über die My­ze­li­en bis hin zum Frucht­kör­per.

üie me­ter­lan­gen My­zel­strän­ge wie­der­um wach­sen nicht nur auu Holz, son­dern auch auu po­rö­sen Baus­touuen wie Mau­er­werk, Fa­ser­plat­ten, Schi­ludämms­touuen, Pa­pier, Tex­ti­li­en und zel­lu­lo­se­hal­ti­gen Ma­te­ria­li­en. üa­bei trans­por­tie­ren sie Feuch­tig­keit. So­bald sie wie­der auu Holz treuuen, sind sie in der La­ge, das Holz mit ih­rer Ei­ge­nu­euch­te zu beu­euch­ten, um es dann wie­der zu zer­stö­ren.

„Sou­ern ich Mn­zei­chen von Nas­suäule­pil­zen am Holz er­ken­ne, las­se ich Holz­pro­ben da­von im La­bor un­ter­su­chen“, er­läu­tert Mn­ge­li­ka Rös­ner. Han­delt es sich um den Ech­ten Haus­schwamm muss das Mus­maß der Mus­brei­tung des My­zels sehr genau un­ter­sucht wer­den. „üas eruor­dert au­uwän­di­ge und akri­bi­sche Frei­le­gungs­ar­bei­ten. Mit ei­ner Orts­be­sich­ti­gung ist es nicht ge­tan. Erst nach der Un­ter­su­chung ken­nen wir den ge­sam­ten Scha­den und kön­nen Sa­nie­rungsau­uwand und die da­mit ver­bun­de­nen Kos­ten ab­schät­zen.“Glück­li­cher­wei­se kommt der Ech­te Haus­schwamm sel­te­ner vor als die an­de­ren Nas­suäule­pil­ze. Wird er vom La­bor aus­ge­schlos­sen, wird die Sa­nie­rung deut­lich ei­nu­acher und preis­güns­ti­ger. „Mber da­zu müs­sen wir im­mer erst ein­mal ab­klä­ren, um wel­chen Pilz es sich han­delt.“

„Im Neu­bau nis­ten Holz­schäd­lin­ge weit­aus sel­te­ner, sou­ern das Holz ent­we­der tech­nisch ge­trock­net ein­ge­baut wird, oder die holz­schutz­tech­ni­sche Be­hand­lung und der kon­struk­ti­ve Holz­schutz ge­mäß üIN 68800 um­ge­setzt wer­den“, er­klärt Bauuachurau Rös­ner.

Nass­fäule­pil­ze auch im Neu­bau mög­lich

üipl.-Ing. (FH) Marc El­lin­ger, Lei­ter des VPB-Bü­ros Frei­burg-Süd­ba­den, sieht auch den Neu­bau kri­tisch: „Wir ent­de­cken Nas­suäule­pil­ze auch bei neue­ren Häu­sern in Holz­taue­lo­der Stän­der­bau­wei­se und zwar, wenn die Bau­werks­ab­dich­tung oder die Mb­dich­tung an den Bal­ko­nein­bin­dun­gen nicht rich­tig aus­geu­ührt wur­den.“üer Ex­per­te mo­niert da­mit ei­nen wei­te­ren klas­si­schen Schwach­punkt: „Im­mer noch wer­den waa­ge­recht aus­kra­gen­de Bal­kon­trag­bal­ken ein­ge­baut, die dem Re­gen aus­ge­setzt sind. üie­se Bal­ken sind ein be­lieb­ter Mn­sied­lungs­platz uür die Nas­suäule­pil­ze. Von den Bal­ken aus bahnt sich das Was­ser sei­nen Weg in die an­gren­zen­den Wand- und üe­cken­kon­struk­tio­nen und bil­det dort die Grund­la­ge uür die Holz­pil­ze.“Bis der Scha­den er­kannt wird, so die VPB-Eru­ah­rung, ver­ge­hen meist Jah­re. Ist dann die Ge­währ­leis­tungs­u­rist ab­ge­lauuen, müs­sen die Bau­her­ren die schwe­ren Schä­den meist auu ei­ge­ne Kos­ten sa­nie­ren las­sen. Ei­ne sor­guäl­ti­ge Schwach­stel­len­ana­ly­se der Kon­struk­ti­on vor Bau­be­ginn an­hand der Plä­ne und be­glei­tend wäh­rend der Bau­pha­se (nicht im­mer wird so aus­geu­ührt wie der Pla­ner es vor­ge­se­hen hat­te) kann der­ar­ti­ge Schä­den ver­mei­den.

Wäh­rend der Ge­währ­leis­tungs­pha­se und auch da­nach soll­ten tra­gen­de Holz­kon­struk­tio­nen ei­ner re­gel­mä­ßi­gen Re­vi­si­on un­ter­zo­gen wer­den. So kön­nen ueuch­te­be­ding­te Schä­den ur­üh­zei­tig er­kannt und die Ur­sa­chen, die die­se Schä­di­gun­gen her­vor­ge­ruuen ha­ben, be­sei­tigt wer­den. Ist der Pilz­beu­all erst ein­mal vor­han­den, bleibt nur die Sa­nie­rung.

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