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Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON ALEX­AN­DER WILL

Es sind zwei klei­ne, aber be­zeich­nen­de Mel­dun­gen, die dar­auf hin­wei­sen, dass die Asylkrise noch lan­ge nicht vor­bei ist. Nach der Wahl dürf­te sie mit Macht wie­der ins Be­wusst­sein die­se Lan­des tre­ten.

Zum ei­nen gibt da CSU-Chef Horst See­ho­fer in re­si­gna­ti­ver Wei­se of­fen zu, dass es mit der Ab­schie­bung ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber aus Deutsch­land ein­fach nicht klappt. Es ist be­mer­kens­wert, mit wel­cher Leicht­fer­tig­keit er ei­nen of­fen­kun­di­gen Rechts­bruch hin­nimmt. Das at­met ei­nen ähn­li­chen Geist wie der Kon­troll­ver­lust der Re­gie­ren­den, als sie im Herbst 2015 die Gren­zen öff­ne­ten und da­mit die Asylkrise vom Zau­ne bra­chen.

Zum an­de­ren bie­tet die Kanz­le­rin im Na­men ganz Eu­ro­pas an, noch mehr Asyl­be­wer­ber auf dem Kon­ti­nent auf­zu­neh­men. Dies er­in­nert an ih­re in­di­rek­ten Ein­la­dun­gen an al­le Welt aus je­nem fa­ta­len Herbst. Zu­dem geht Mer­kel mit al­ter deut­scher Ar­ro­ganz über die Ein­wän­de je­ner eu­ro­päi­schen Völ­ker hin­weg, die den Seg­nun­gen ei­ner mul­ti­kul­tu­rel­len Ge­sell­schaft nicht so viel ab­ge­win­nen kön­nen wie ih­re Deut­schen.

Un­ter­des­sen braut sich in Afri­ka ei­ne neue Ein­wan­de­rungs­wel­le zu­sam­men. Es steht zu fürch­ten, dass die deut­sche Po­li­tik ähn­lich hilf­los, ge­trie­ben und na­iv re­agie­ren wird wie 2015. Aber dann ist die Wahl ja auch schon vor­bei.

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Will@in­fo­au­tor.de

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