In Par­tei­zen­tra­len re­giert Hek­tik

Neu­wahl in Nie­der­sach­sen nach Bun­des­tags­wahl wirft Plä­ne durch­ein­an­der

Nordwest-Zeitung - - NIEDERSACHSEN - VON GUNARS REICHENBACHS, BÜ­RO HAN­NO­VER

HAN­NO­VER – In Nie­der­sach­sens Par­tei­zen­tra­len re­giert Hek­tik. Die un­er­war­te­te Re­gie­rungs­kri­se von Rot/Grün nach dem Über­tritt ei­ner Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te zur CDU wirft al­le Zeit­plä­ne über den Hau­fen.

Bis­lang lau­te­te die Tak­tung: Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber und Land­tags­wahl im nächs­ten Jahr am 14. Ja­nu­ar. Jetzt wird der Land­tag durch Neu­wah­len schon am 15. Ok­to­ber be­stimmt, nur drei Wo­chen nach dem Bun­des­tag.

„Den Punkt der Schlaf­lo­sig­keit ha­ben ich längst hin­ter mir ge­las­sen“, stöhnt ein Wahl­kampf-Ma­na­ger. „Wie sieht ein Bett aus?“fragt ein an­de­rer. Es fehlt an al­lem: Pla­nung, Ma­te­ri­al und Per­so­nal. Mit­ar­bei­ter müs­sen im Eil­tem­po ein­ge­stellt wer­den. Pla­kat­stän­der und Druck­ka­pa­zi­tä­ten für Pla­ka­te und Bro­schü­ren zur Land­tags­wahl gibt’s kaum. Die Fahn­dung

nach Fir­men, die noch Auf­trä­ge ent­ge­gen­neh­men, läuft selbst im Aus­land. Glück­lich, wer in Ita­li­en, der Slo­wa­kei oder in Un­garn fün­dig wird. Al­les wird ge­nom­men. Zu (fast) je­dem Preis.

Zu­gleich hän­gen Ter­min­plä­ne der Lan­des­wahl­lei­te­rin wie ein Da­mokles-Schwert über al­len Par­tei­en: Kan­di­da­ten­lis­ten und Di­rekt­kan­di­da­ten müs­sen frist­ge­recht be­stimmt und Un­ter­la­gen kom­plett ein­ge­reicht wer­den. Stress pur.

So such­te die CDU Ort und Ter­min für ei­nen au­ßer­or­dent­li­chen Par­tei­tag. Nichts geht in Nie­der­sach­sen. „Al­le Hal­len aus­ge­bucht“, stöhnt man im Has­sel­mann-Haus. Des­halb wird wohl ein klei­ner Par­tei­tag mit nur et­wa 150 De­le­gier­ten statt sonst über 600 ein­be­ru­fen. Mit­ten in der Wo­che, an ei­nem Di­ens­tag. Im Vi­sier: der 29. Au­gust in Han­no­ver.

Die SPD ist nicht bes­ser dran. Auch die So­zi­al­de­mo­kra­ten müs­sen sich spu­ten. Ins Au­ge ge­fasst ist der 3. Sep­tem­ber – eben­falls in Han­no­ver für Lis­ten­auf­stel­lung und Wahl­pro­gramm.

Grü­ne und FDP ha­ben es bes­ser. Sie hat­ten re­gu­lär die Ba­sis für die­ses Wo­che­n­en­de nach Göt­tin­gen bzw. Han­no­ver ein­ge­la­den. Die FDP ent­schei­det da­bei über Wahl­pro­gramm und Lis­te. Bei den Grü­nen reicht die Zeit nur für die Wahl der ers­ten 35 Lis­ten­plät­ze. Zu in­halt­li­chen De­bat­ten „wird es kaum kom­men“, ahnt Par­tei­che­fin Me­ta Jans­sen-Kucz.

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