Drei Speer­spit­zen für das ers­te Gold

Jo­han­nes Vet­ter, Tho­mas Röh­ler und Andre­as Hof­mann träu­men vom gro­ßen Coup

Nordwest-Zeitung - - SPORT - VON CHRIS­TOPH LEUCHTENBERG

Es ist mög­lich, dass al­le drei Me­dail­len im Speer­wurf nach Deutsch­land ge­hen. Gro­ßer Fa­vo­rit ist Jo­han­nes Vet­ter.

LONDON – Jo­han­nes Vet­ter ging der frü­he Tru­bel nach sei­nem Mons­ter­wurf ziem­lich ge­gen den Strich, Tho­mas Röh­ler gab sich be­tont cool, und Andre­as Hof­mann flir­te­te mit sei­ner Jo­ker-Rol­le: Deutsch­lands Speer­wer­fer kön­nen an die­sem "ams­tag (21.15 Uhr/ ZDF) bei der Welt­meis­ter­schaft in London Ge­schich­te schrei­ben. Gold, Sil­ber, Bron­ze – der his­to­ri­sche „Sweep“ist für das DLV-Trio mög­lich. Das gro­ße Fi­na­le dürf­te ein ve­ri­ta­bler Kri­mi wer­den.

„Fünf Fra­gen, das muss rei­chen“, blaff­te Vet­ter den war­ten­den Jour­na­lis­ten ent­ge­gen. Da hat­te der deut­sche Re­kord­hal­ter schon in ei­nem hal­ben Dut­zend TV-In­ter­views sei­ne be­ein­dru­cken­de Qua­li­fi­ka­ti­ons-Vor­stel­lung er­klä­ren müs­sen. Dies tat er dann auch

ein wei­te­res Mal und wur­de da­bei zu­se­hends ent­spann­ter.

„91,20 Me­ter im ers­ten Ver­such, das ist ziem­lich geil“, sag­te der 24-jäh­ri­ge Of­fen­bur­ger, der nach dem wei­tes­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons-Wurf der WMGe­schich­te nun der gro­ße Fa­vo­rit

ist. „Auch am Sams­tag im ers­ten Ver­such ei­nen raus­zu­bal­lern, das wä­re ei­ne coo­le Sa­che“, sag­te Vet­ter: „Ich will ein­fach wie­der mein Ding durch­zie­hen, Voll­gas ge­ben – und dann schau­en wir ein­fach mal, wie es sich ent­wi­ckelt.“

Nicht aus­zu­schlie­ßen, dass es für Gold in den Be­reich von Vet­ters deut­schem Re­kord ge­hen muss. In Lu­zern hat­te er die­sen auf 94,44 Me­ter ge­schraubt und ihn Olym­pia­sie­ger Tho­mas Röh­ler ent­ris­sen, der zwei Mo­na­te zu­vor 93,90 Me­ter ge­wor­fen hat­te. Röh­ler, lan­ge die un­an­ge­foch­te­ne deut­sche Num­mer eins, zeig­te sich nach dem Lon­do­ner Qua­li­fi­ka­ti­ons-Pau­ken­schlag des Kol­le­gen und Ri­va­len re­la­tiv un­be­ein­druckt.

„Jo­jo hat sich über­legt, ich scho­cke dann mal den Rest. Da­mit hat er ein paar in­ter­na­tio­na­le Geg­ner psy­chisch aus dem Spiel ge­nom­men, da­für bin ich ihm dank­bar“, sag­te Röh­ler. Der 25-jäh­ri­ge Jena­er hat­te sich erst im zwei­ten Ver­such­mit83,87Me­tern­qua­li­fi­ziert, das al­ler­dings mit an­ge­zo­ge­ner Hand­brem­se: „Ich ha­be so­viel in­ves­tiert, wie man für 83 Me­ter braucht.“

Die Wun­der­wei­te Vet­ters, die zu­rück­hal­ten­de Vor­stel­lung Röh­lers – für das Fi­na­le hat das nicht all­zu viel zu be­deu­ten. „Am Sams­tag gibt es ein of­fe­nes Ren­nen“, sag­te Röh­ler. Ein we­nig un­ter dem Ra­dar fliegt der drit­te Deut­sche. Da­bei ist Hof­mann (Mann­heim) im WM-Jahr die Num­mer drei der Welt, in der Qua­li­fi­ka­ti­on über­zeug­te er mit 85,62 Me­tern.

Kai Kaz­mi­rek (Neu­wied) und Ri­co Frei­muth (Hal­le/ Saa­le) lie­gen im Zehn­kampf nach dem ers­ten Tag auf Me­dail­len­kurs. Nur der Gold­fa­vo­rit Ke­vin May­er (Frank­reich/4478 Punk­te) hat zur Halb­zeit mehr Punk­te ge­sam­melt als Kaz­mi­rek (4421) und Frei­muth (4361).

... sei­nen Team­kol­le­gen Tho­mas RMh­ler ...

Jo­han­nes Vet­ter gilt als gro­ßer Fa­vo­rit vor ...

DPA-BIL­DER: THIS­SEN

... und Andre­as Hof­mann.

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