Star­ker Läu­fer mit Schwä­che für Hamburg

Rolf Stame­rei­lers klotzt als Ak­ti­ver wie als Or­ga­ni­sa­tor und Trai­ner

Nordwest-Zeitung - - SPORT IN OLDEN R - VON BERND TEUBER

OL­DEN­BURG/WAR­DEN­BURG – Wenn an die­sem Sonn­tag der Start­schuss zum 9. War­den­bur­ger Som­mer­lauf fällt, ist ein Mann mit da­bei, der die Ol­den­bur­ger Lauf­sze­ne als Or­ga­ni­sa­tor und Trai­ner wie als Ak­ti­ver mit­ge­prägt hat wie nur we­ni­ge an­de­re, aber nicht um je­den Preis das Licht der Öf­fent­lich­keit sucht. Die Re­de ist von Rolf Stame­rei­lers von TuS Evers­ten, dem Ver­ein dem er seit frühs­ter Kind­heit treu ge­blie­ben ist. Hier er­hielt der 55-Jäh­ri­ge sei­ne sport­li­che Gr­und­aus­bil­dung. Zu­nächst bis zum zwölf­ten Le­bens­jahr in der Leicht­ath­le­tik und dann – wie so vie­le – als Fuß­bal­ler.

Ein­her­ge­hend mit ei­nem Job­wech­sel be­gann vor rund 25 Jah­ren sei­ne Kar­rie­re als Läu­fer. „Im neu­en Job hat­te ich auf ein­mal mehr Zeit zum Trai­nie­ren – und so ha­ben zwei Kum­pels und ich uns ent­schlos­sen, am Hamburg Ma­ra­thon teil­zu­neh­men. Ein Jahr ha­ben wir uns in­ten­siv dar­auf vor­be­rei­tet“, er­zählt Stame­rei­lers.

Mit Er­folg: Gleich den ers­ten von mitt­ler­wei­le rund 50 Ma­ra­thons fi­nish­te er in 3:27 St­un­den. „Da­bei ha­ben wir uns gar nicht mal an ir­gend­wel­che aus­ge­klü­gel­ten Plä­ne ge­hal­ten – im Trai­ning gab es im­mer nur ein Tem­po: Voll­gas“, er­klärt der 55-Jäh­ri­ge: „Da ent­wi­ckel­te sich so man­ches Trai­ning schon mal zu ei­nem in­ter­nen Wett­kampf.“

Was als ge­mein­sa­mes Trai­ning drei­er Freun­de be­gann, ent­wi­ckel­te sich im Lau­fe der Zeit zu ei­nem Lauf­treff, der 2017 sein zwan­zig­jäh­ri­ges Be­ste­hen fei­er­te. Mit rund 40 Leu­ten reis­te man vor zehn Jah­ren ge­mein­sam zum Ne­wYork-Ma­ra­thon. Ein ab­so­lu­tes High­light im Läufer­le­ben des Rolf Stame­rei­lers.

Ge­lieb­te 21,1 Ki­lo­me­ter

Sein Lieb­lings­lauf ist und bleibt der Hamburg Ma­ra­thon. Es ver­wun­dert we­nig, dass er sei­ne 42,195-Ki­lo­me­ter-Best­zeit von 2:50:42 St­un­den auf den Stra­ßen der Han­se­stadt ge­lau­fen ist. „Bis kurz vor dem Ziel war ich noch auf Kurs un­ter 2:50 St­un­den – aber die Stei­gung am En­de des Laufs hat das zu­nich­te ge­macht“, sagt Stame­rei­lers.

Aber nichts­des­to­trotz lässt sich die Best­mar­ke aus dem Jahr 1999 durch­aus se­hen. Über­haupt war die zwei­te Hälf­te der 90er Jah­re sei­ne läu­fe­risch stärks­te Zeit. Be­reits 1998 hat­te er in Ofen bzw. Leer sei­ne Best­zei­ten über 10

Ki­lo­me­ter (34:49 Mi­nu­ten) und im Halb­ma­ra­thon (1:18:40 St­un­den) auf­ge­stellt.

Auch heu­te noch kratzt er auf sei­ner Lieb­lings­dis­tanz über 21,1 Ki­lo­me­ter re­gel­mä­ßig an der An­dert­halb-St­un­den-Gren­ze. Viel lang­sa­mer soll es auch jetzt in War­den­burg nicht wer­den. „Der Som­mer­lauf ist die­ses Jahr ein Trai­nings­lauf mit ei­ner ge­plan­ten Ziel­zeit von 1 St­un­de 35 Mi­nu­ten. Ich trai­nie­re der­zeit für den 21,1-Ki­lo­me­terB­rü­cken­lauf in Stral­sund“, er­zählt Stame­rei­lers. Even­tu­ell lau­fe er auch noch in Frankfurt den Ma­ra­thon, wo er vor 20 Jah­ren erst­mals un­ter drei St­un­den ge­blie­ben war.

Lob für Som­mer­lauf

„Der Som­mer­lauf ist im­mer su­per or­ga­ni­siert und hat ei­ne schö­ne Land­schafts­stre­cke“, meint der 55-Jäh­ri­ge, der sei­ne Er­fah­run­gen auch als aus­ge­bil­de­ter Trai­ner gern wei­ter­gibt. „Der Rolf ist für uns ein Vor­bild an Trai­nings­ei­fer und Zu­ver­läs­sig­keit – von ihm kann man viel ler­nen“, lobt bei­spiels­wei­se Mat­thi­as Boh­len sei­nen Lauf­coach.

Seit 17 Jah­ren ist Stame­rei­lers ei­ner der Haupt­or­ga­ni­sa­to­ren vom Evers­te­ner Brun­nen­lauf. Zu­dem ist er seit 2008 für die Stre­cken­ver­mes­sung so­wie die Ab­sper­run­gen beim Ol­den­burg Ma­ra­thon ver­ant­wort­lich. Man soll­te mei­nen, da­mit wä­re der en­ga­gier­te Mann sport­lich wie or­ga­ni­sa­to­risch aus­ge­las­tet. Denks­te – seit ei­ni­gen Jah­ren hat er das Renn­rad­fah­ren für sich ent­deckt und nimmt re­gel­mä­ßig an den Cy­clas­sics in Hamburg teil.

BILD: PRIVAT

Rolf Stame­rei­lers mit Han­dy auf dem Fahr­rad – na­tür­lich nur bei Lau­fevents

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