In zwei Jah­ren zum star­ken Team

Sel­fie-Aus­stel­lung er­öff­net – In­ter­es­sier­te kön­nen sich bei der Agen­tur: Eh­ren­sa­che mel­den

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG - VON LI­NA BRUNNÉE

Ein­mal im Mo­nat über zwei Jah­re tra­fen sich Ni­sa und Bar­ba­ra. Ge­mein­sam ha­ben sie sich über die Welt in­for­miert, Eis ge­ges­sen, ge­re­det und ih­re Ge­sprä­che ge­nos­sen.

OL­DEN­BURG – Ni­sa Gür­soy und Ba­raba­ra Gö­bel sind ein gut ein­ge­spiel­tes Team. Schließ­lich ha­ben sie sich zwei Jah­re lang ein­mal im Mo­nat ge­trof­fen, um sich zu un­ter­hal­ten und aus­zu­tau­schen. Und das, ob­wohl 43 Jah­re zwi­schen ih­nen lie­gen. Denn Bar­ba­ra ist Ni­sas Job-Pa­tin.

Die 57-Jäh­ri­ge ist als frei­be­ruf­li­che Or­ga­nis­tin in ver­schie­de­nen Kir­chen für die Mu­sik zu­stän­dig und hat sich eh­ren­amt­lich mit Ni­sa und ih­rem (be­ruf­li­chen) Wer­de­gang be­schäf­tigt. „Wenn wir uns ge­trof­fen ha­ben, ha­ben wir uns un­ter­hal­ten, Kaf­fee ge­trun­ken und Eis ge­ges­sen – aber na­tür­lich auch im­mer ein we­nig ge­ar­bei­tet“, er­klärt Bar­ba­ra. „Text­ana­ly­se stand bei uns auf dem Pro­gramm – wir ha­ben uns ver­schie­de­ne Ar­ti­kel aus der Ð vor­ge­nom­men: Po­li­tik, Sport, Wirtschaft, al­les war da­bei.“

Bar­ba­ra war es wich­tig, dass Ni­sa weiß, was die Welt so be­wegt – schließ­lich ist das im­mer wich­tig, egal wel­chen Be­ruf die 14-Jäh­ri­ge nun wirk­lich spä­ter ein­mal er­grei­fen wird. Noch hat sie ja ein we­nig Zeit, sich zu ent­schei­den. Die Job-Pa­ten­schaft hat ihr auf je­den Fall ei­ni­ges ge­bracht: Hat­ten viel Freu­de an ih­ren Tref­fen: Ni­sa Gür­soy (links) und Job-Pa­tin Bar­ba­ra Gö­bel (rechts). Im­mer im Hin­ter­grund und bei Fra­gen zur Ver­fü­gung stand Mo­ni­ka En­gel­mann-Bölts (Mit­te).

„Und die Tref­fen ha­ben mir im­mer viel Spaß ge­macht“, sagt die Ne­unt­kläss­le­rin der Ober­schu­le Os­tern­burg. Das sieht man auch deut­lich auf dem Sel­fie, das die zwei von sich ge­macht ha­ben und das jetzt in der Aus­stel­lung im PFL hängt. Die Aus­stel­lung al­ler Job-Paten-Tan­dem-Paa­re ist noch bis zum 4. Ok­to­ber im Flur­be­reich der Agen­tur: Eh­ren­sa­che zu se­hen.

Im­mer im Hin­ter­grund be­glei­tet wur­den Ni­sa und Bar­ba­ra von Mo­ni­ka En­gel­man­nBölts. Sie ist Mit­glied im Lei­tungs­team der Agen­tur: Eh­ren­sa­che und be­treut die Tan­dem-Paa­re. „Pro Durch­gang neh­men 90 bis 100 Paten an dem Pro­jekt teil“, er­klärt sie. Seit 2006 wur­den bis heu­te

über 450 Schü­ler der Ol­den­bur­ger Ober- und Ge­samt­schu­len von 400 eh­ren­amt­li­chen Job-Paten be­treut. Und auch jetzt ist Mo­ni­ka En­gel­mann-Bölts wie­der auf der Su­che nach Job-Paten für den elf­ten Durch­gang, der An­fang nächs­ten Jah­res be­ginnt. Schließ­lich war­ten neue Acht­kläss­ler dar­auf, von ih­ren Paten be­glei­tet zu wer­den.

Mit­ma­chen kann prin­zi­pi­ell je­der Er­wach­se­ne, ei­ni­ge Job-Paten sind Mit­te 20, ei­ni­ge sind Mit­te 60, ei­ni­ge Ju­ris­ten, an­de­re Leh­rer. Al­ler­dings müs­sen sich die Paten na­tür­lich dar­über im Kla­ren sein, dass sie sich über zwei Jah­re hin­weg, ein­mal im Mo­nat mit den Ju­gend­li­chen tref­fen. „Da kom­men so rund vier St­un­den

im Mo­nat zu­sam­men“, sagt En­gel­mann-Bölts. Am wich­tigs­ten sei, dass die Paten of­fen, selbst­re­flek­tiert, ge­dul­dig aber auch hart­nä­ckig sind. Denn na­tür­lich kann der Um­gang mit den Ju­gend­li­chen auch her­aus­for­dernd sein. Oft­mals sei­en die Paten viel mehr als Be­ra­ter in Sa­chen Prak­ti­kums- und Aus­bil­dungs­platz­su­che. „Je­der Ju­gend­li­che muss per­sön­lich da ab­ge­holt wer­den, wo er steht und in den Kom­pe­ten­zen ge­stärkt wer­den, die er mit­bringt“, sagt En­gel­man­nBölts. Das könn­ten die Job­pa­ten be­son­ders gut, weil sie zwar als Er­wach­se­ne gut Rat er­tei­len kön­nen, wenn er ge­wünscht ist, aber we­der El­tern­teil noch Leh­rer sei­en.

Dass nicht nur die Schü­ler von den Pa­ten­schaf­ten pro­fi­tie­ren, das be­stä­ti­gen so­wohl Bar­ba­ra Gö­bel als auch Mo­ni­ka En­gel­mann-Bölts: „Die Paten tau­chen in die Le­bens­wel­ten von Ju­gend­li­chen ein und be­kom­men so mit, was sie be­wegt.“

BILD: LI­NA BRUNNÉE

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