Die „En­gel“fei­ern Ge­burts­tag

Be­treu­ungs­pro­jekt für El­tern be­steht in Ol­den­burg zehn Jah­re

Nordwest-Zeitung - - STADT OLDENBURG -

OL­DEN­BURG NIG – Seit zehn Jah­ren un­ter­stützt das Pro­jekt „wellcome“in Ol­den­burg Fa­mi­li­en, die in der ers­ten Zeit nach der Ge­burt ei­nes Kin­des über­for­dert sind. Den run­den Ge­burts­tag fei­er­te die Evan­ge­li­sche Fa­mi­li­en­bil­dung als ört­li­cher Trä­ger des Pro­jekts ge­mein­sam mit der wellcome-Ko­or­di­na­to­rin Ka­ro­la Mehr­hardt, den eh­ren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen, die hier „En­gel“ge­nannt wer­den, und vie­len Ko­ope­ra­ti­ons­part­nern.

Ge­grün­det wur­de „wellcome“als so­ge­nann­tes So­ci­alFran­chise 2002 in Hamburg von der So­zi­al­päd­ago­gin Ro­se Volz-Schmidt, die auch zur Ge­burts­tags­fei­er des Ol­den­bur­ger Ab­le­gers an­we­send war. „Wir ha­ben heu­te ei­ne El­tern­ge­ne­ra­ti­on, die un­si­che­rer ist als es je zu­vor der Fall war“, be­schreibt sie das Pro­blem, das sie zur Grün­dung von „wellcome“führ­te. „Im­mer we­ni­ger Men­schen wis­sen, was zum El­tern­sein ge­hört und auch das Groß­müt­ter­wis­sen fehlt zu­neh­mend.“

Sol­ches Wis­sen an die Müt­ter und Vä­ter wei­ter­zu­ge­ben, ge­hört auch zu den Auf­ga­ben der En­gel. „Wir küm­mern uns um das Ba­by oder um die Ge­schwis­ter­kin­der, be­glei­ten die Mut­ter zum Kin­der­arzt oder zu fes­ten Ter­mi­nen und hel­fen ganz all­ge­mein über­all da, wo ei­ne drit­te und vier­te Hand ge­braucht wer­den“, er­klärt An­ke Lenz-Han­sen. Die 54-Jäh­ri­ge ist seit 2 Jah­ren eh­ren­amt­li­cher wellcome-En­gel und hat in die­ser Zeit fünf Fa­mi­li­en be­treut. „Das Wich­tigs­te, was wir den Müt­tern ge­ben, ist Zeit. Zeit für sich selbst, für die not­wen­di­ge Phy­sio­the­ra­pie nach der Wellcome-Ko­or­di­na­to­rin Ka­ro­la Mehr­hardt (6. von links) dank­te den eh­ren­amt­li­chen „En­geln“mit ei­nem blu­mi­gen Ge­schenk.

Schwan­ger­schaft oder ein­fach nur, um ein­mal aus­zu­schla­fen oder un­ge­stört zu du­schen.“

In den zehn Jah­ren sei­nes Be­ste­hens hat das Ol­den­bur­ger wellcome-Pro­jekt rund 250 Fa­mi­li­en be­treut, da­von 60 mit Zwil­lin­gen. 2000 Fa­mi­li­en er­reich­te „wellcome“auch oh­ne Be­treu­ung – zum

Bei­spiel durch Be­ra­tung und Wei­ter­ver­mitt­lung zu al­ter­na­ti­ven Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten. Zur­zeit sind in Ol­den­burg 18 eh­ren­amt­li­che En­gel für „wellcome“im Ein­satz, die je­weils ei­ne Fa­mi­lie be­treu­en. Die En­gel sind meist er­fah­re­ne Müt­ter und ha­ben re­gel­mä­ßi­gen Kon­takt un­ter­ein­an­der „Hrei En­gel für wellcome“: Has Thea­ter­kol­lek­tiv „Ei­gen.Art“un­ter­hielt die Gäs­te mit Sket­chen zum The­ma.

und zu Ka­ro­la Mehr­hardt. „Drei- bis vier­mal im Jahr tref­fen sich die En­gel zum Aus­tausch“, sagt Mehr­hardt. „Au­ßer­dem ma­chen wir auch ein­mal im Jahr ei­ne Grün­kohl­tour oder ei­ne ge­mein­sa­me Weih­nachts­fei­er.“

„Wir sind stolz die­ses Pro­jekt in un­se­rer Trä­ger­schaft zu ha­ben“, sag­te Ober­kir­chen­rat Det­lev Mucks-Bü­ker in sei­ner Fei­er­re­de. „Nicht nur die Kir­che lebt von sol­chen ge­mein­schaft­li­chen Auf­ga­ben. Sie sind ganz all­ge­mein ein wich­ti­ger Be­stand­teil un­se­rer Ge­sell­schaft.“

Wie die Ar­beit der eh­ren­amt­li­chen Be­treue­rin­nen aus­sieht, zeig­te auch das Thea­ter­kol­lek­tiv „Ei­gen.Art“in lau­ni­gen Sket­chen zwi­schen den Re­den. Im Sti­le und zur Mu­sik von „Drei En­gel für Char­lie“hal­fen die „Drei En­gel für ,wellcome’“als Su­per­hel­denT­rio ei­nem El­tern­paar über das stress­rei­che ers­te Jahr nach ei­ner un­vor­her­ge­se­he­nen Zwil­lings­ge­burt.

BILH: JENS SCHÖNIG

BILH: JENS SCHÖNIG

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