Kün­di­gung: Schutz bei Han­di­caps

Nordwest-Zeitung - - BERUF & KARRIERE -

FRANKFURT/MAIN/TMN – Schwer­be­hin­der­te ge­nie­ßen in deut­schen Un­ter­neh­men und Ver­wal­tun­gen per Ge­setz ei­nen be­son­de­ren Kün­di­gungs­schutz. Al­ler­dings müs­sen sie da­für zum Zeit­punkt ei­ner Kün­di­gung ent­we­der be­reits ei­ne An­er­ken­nung als Schwer­be­hin­der­ter be­sit­zen oder die­se min­des­tens drei Wo­chen zu­vor be­an­tragt ha­ben.

Stel­len Ar­beit­neh­mer mit Han­di­caps den An­trag beim Ver­sor­gungs­amt zu spät, greift der Schutz noch nicht. Dar­auf weist der Bund-Ver­lag hin und be­ruft sich auf ein Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Rhein­land-Pfalz (Ak­ten­zei­chen 5 Sa 361/16).

Ei­ne Aus­nah­me gilt nur, wenn ein Ar­beit­neh­mer of­fen­sicht­lich schwer­be­hin­dert ist. Da­für reicht es aber nicht, wenn er au­gen­schein­lich ge­han­di­capt ist.

Das Aus­maß der Be­ein­träch­ti­gung muss so of­fen­kun­dig sein, dass der Ar­beit­ge­ber von ei­ner ent­spre­chen­den Ein­stu­fung durch das Amt und da­mit von ei­nem Son­der­kün­di­gungs­schutz aus­ge­hen muss­te. Bei Schwer­be­hin­der­ten ist ei­ne wirk­sa­me Kün­di­gung nur mit vor­he­ri­ger Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­amts mög­lich.

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