Ge­schickt

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON RAS­MUS BUCH­STEI­NER, BÜ­RO BER­LIN

Lan­ge hat sie ge­schwie­gen. Jetzt muss­te sie et­was da­zu sa­gen. An­ge­la Mer­kel kri­ti­siert die Au­to­bos­se mas­siv, spricht von zer­stör­tem Ver­trau­en und ver­langt, die rich­ti­gen Leh­ren aus dem Ab­gas-Skan­dal zu zie­hen. Der Wahl­kampf zwingt die Kanz­le­rin zum Kl­ar­text. Ih­re Äu­ße­run­gen beim Kam­pa­gnen­start sind auch als Re­ak­ti­on auf jüngs­te Um­fra­gen zu se­hen, die ihr sin­ken­de Be­liebt­heits­wer­te und der Bun­des­re­gie­rung Feh­ler im Um­gang mit den Ma­ni­pu­la­tio­nen bei VW, Mer­ce­des & Co. at­tes­tie­ren.

Schwer vor­stell­bar, dass es Schulz und der SPD noch ge­lingt, die po­li­ti­sche Stim­mung im Land bis zum 24. Sep­tem­ber zu dre­hen. Doch das Bei­spiel Ab­gas-Skan­dal zeigt, dass es sich für die Kanz­le­rin schnell rä­chen kann, The­men auf die leich­te Schul­ter zu neh­men. Doch bei ih­rem Wahl­kampf­start am Wo­che­n­en­de hat Mer­kel be­wie­sen, dass sie ih­ren Geg­ner kei­nes­falls un­ter­schätzt. Ge­schickt hat sie ih­re Kri­tik an den Au­to­bos­sen in­sze­niert, auch wenn offen bleibt, wel­che Ta­ten ih­ren Wor­ten fol­gen sol­len.

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