The­ra­pie nö­tig

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON LARS RECKERMANN

Man ist ge­neigt, dem klei­nen, pum­me­li­gen, horn­be­brill­ten Mann auf die Fin­ger zu hau­en und ihn zu er­mah­nen: Nein, Kim Jong Un, mit Atom­bom­ben und Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten spielt man nicht. All­mäh­lich kommt ei­nem die po­li­ti­sche La­ge auf der ko­rea­ni­schen Halb­in­sel auch vor, wie ei­ne Sze­ne aus ei­nem Kin­der­zim­mer. Ma­ma Chi­na schimpft mit dem Kind Nord­ko­rea, bit­tet aber gleich­zei­tig Pa­pa USA, nicht so streng mit dem Klei­nen zu sein. Was durch­aus ver­ständ­lich ist.

Denn Kim Jong Un hält ei­ne Zünd­schur in der Hand, an de­ren En­de ein Welt­krieg hängt. US-Prä­si­dent Do­nald Trump re­agiert auf die­se Pro­vo­ka­ti­on nicht mit ei­nem Feu­er­lö­scher, son­dern mit ei­nem Feu­er­zeug. Da­bei wis­sen wir, dass Er­wach­se­ne gut be­ra­ten sind, mit­ein­an­der und mit Kin­dern zu spre­chen. Die­ser Kon­flikt kann nur im Ge­spräch bei­ge­legt wer­den. Schaut man sich die welt­po­li­ti­sche Ge­men­ge­la­ge an, be­darf es ei­ner Fa­mi­li­en­the­ra­pie. Ma­ma und Pa­pa sind das Pro­blem, nicht das Kind.

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Reckermann@in­fo­au­tor.de

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