Kei+e Stel­le hat sich ve­ra+twort­lich ge­fühlt

Nordwest-Zeitung - - NACHRICHTE - VON AN:REAS HER­HOLZ, BÜ­RO BER­LIN

FRA­GE: Son­der­er­mitt­ler Bru­no Jost wirft den Be­hör­den im Fall Am­ri in sei­nem Ab­schluss­be­richt ekla­tan­te Feh­ler vor. Wie lässt sich solch ein Ver­sa­gen bei Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft er­klä­ren? HAR?ARTH: An­hand des BeM rich­tes lässt sich im Klei­nen stu­die­ren, was auch be­reits die Un­ter­su­chun­gen in Nord­rheinMWest­fa­len und im Bund ge­zeigt ha­ben: Letzt­lich hat sich kei­ne Stel­le verM ant­wort­lich ge­fühlt. So un­ter­blieb vor alM lem ei­ne Bün­de­lung der zahl­rei­chen Straf­ver­fah­ren ge­gen Anis Am­ri, und die Chan­ce, die­sen Ge­fähr­der früh­zei­tig fest­zu­set­zen, wurM de ver­tan. So et­was darf sich nie wie­der­ho­len. FRA­GE: Ob­ser­vie­rung von Ter­ror­ver­däch­ti­gen nur für kur­ze Zeit und nicht an Sonn- und Fei­er­ta­gen – ist das ein sin­gu­lä­res Fehl­ver­hal­ten der Ber­li­ner Po­li­zei oder an­ge­sichts von Per­so­nal­man­gel die Re­gel? HAR?ARTH: Dass Am­ri von der Ber­li­ner Po­li­zei nur in der „Ker­nar­beits­zeit“ob­ser­viert wor­den sein soll, ist haarM sträu­bend und wä­re ein unM glaub­li­cher Vor­gang. Mir ist bis­lang kein zwei­ter sol­cher Fall un­ter­ge­kom­men. FRA­GE: Wel­che Kon­se­quen­zen müs­sen jetzt noch ge­zo­gen wer­den, um sol­che An­schlä­ge und Er­mitt­ler­pan­nen zu ver­hin­dern? HAR?ARTH: Die InM ne­re Si­cher­heit ist zuM nächst Auf­ga­be der Län­der, und dar­an möch­te ich im Grund­satz auch nicht rüt­teln. Der Fall Anis Am­ri hat je­doch in mei­nen Au­gen deu­tM lich ge­macht, dass un­ser Fö­de­ra­lis­mus bei der Be­kämp­fung des is­laM mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus schnell an Gren­zen ge­langt. Wir brau­chen des­halb bei den Ge­fähr­dern ei­ne stär­ke­re Steue­rungs­kom­pe­tenz des Bun­des, kon­kret beim BunM de­s­kri­mi­nal­amt und beim Bun­des­amt für Ver­fas­sungsM schutz. Bei­de Äm­ter müs­sen wir auch wei­ter per­so­nell stär­ken.

Der Hei­del­ber­ger Ste­phan Har­b­arth (45) ist stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der CDU/CSUBun­des­tags­frak­ti­on im Bun­des­tag.

BIL:: JUTRCZENKA

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