Höx­ter: An­ge­klag­ter ge­steht laut Gut­ach­ter Teil­schuld

Bei ei­nem der To­des­fäl­le gi:t Tä­ter un­ter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung zu

Nordwest-Zeitung - - PANORAMA - VON CARSTEN LINN­HOFF

PA­DER­BORN/HÖX­TER – Über­ra­schung im Mord­pro­zess um die töd­li­chen Miss­hand­lun­gen im so­ge­nann­ten Hor­ror­haus von Höx­ter: Der An­ge­klag­te hat nach An­ga­ben ei­nes Gut­ach­ters ei­ne Teil­schuld ein­ge­stan­den. Bei ei­nem der bei­den To­des­fäl­le ge­be Wil­fried W. un­ter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung zu, be­rich­te­te der psych­ia­tri­sche Gut­ach­ter Michael Os­ter­hei­der am Di­ens­tag im Land­ge­richt Pa­der­born. Bis­lang hat­te Wil­fried W. al­le Schuld von sich ge­wie­sen. Au­ßer­dem wer­fe er sich vor, die Ge­walt nicht un­ter­bun­den zu ha­ben.

Über Jah­re hin­weg sol­len Wil­fried W. und An­ge­li­ka W. meh­re­re Frau­en in ein Haus nach Ost­west­fa­len ge­lockt und dort schwer miss­han­delt ha­ben. Zwei Frau­en aus Nie­der­sach­sen star­ben in­fol­ge der Quä­le­rei­en. Wil­fried W. und An­ge­li­ka W. sind we­gen Mor­des durch Un­ter­las­sen an­ge­klagt. Gut­ach­ter Os­ter­hei­der muss­te als Zeu­ge zu Ge­sprä­chen aus­sa­gen, die er von März bis Ju­ni im Ge­fäng­nis in Det­mold und im Land­ge­richt mit dem An­ge­klag­ten ge­führt hat­te. Da­bei muss­te sich der Psych­ia­ter in ei­nem ers­ten Schritt noch nicht als Gut­ach­ter be­fra­gen las­sen, son­dern schil­dern, was ihm der An­ge­klag­te in der Be­fra­gung über ins­ge­samt 16 St­un­den mit­ge­teilt hat­te.

Der Ver­tei­di­ger von Wil­fried W., Det­lev Bin­der, warf dem Gut­ach­ter nach sei­ner Aus­sa­ge „grob schlam­pi­ge Ar­beit“vor und lehn­te den Pro­fes­sor der Uni Re­gens­burg er­neut als Gut­ach­ter ab.

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