Teu­re Be­ste­chung

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON ALEXANDER WILL

Die­se Ei­ni­gung ist ein Pa­pier von Wahl­ver­lie­rern. Bei der Steu­er- und So­zi­al­po­li­tik at­met es den Geist der kra­chen­den Ka­ta­stro­phe vom Sep­tem­ber. Uni­on und SPD ha­ben da näm­lich ein hüb­sches Be­ste­chungs­päck­chen für die­je­ni­gen ge­schnürt, die sie of­fen­bar für den Stim­men­schwund ver­ant­wort­lich ma­chen: Klein­rent­ner und Ge­ring­ver­die­ner, Lang­zeit­ar­beits­lo­se und Hartz-IV-Be­zie­her. Leis­tungs­trä­ger, die­je­ni­gen al­so, die den Kar­ren zie­hen, ha­ben von der Groko da­ge­gen nichts zu er­war­ten.

Selbst­stän­di­ge wer­den in ei­ne Pflicht­ver­si­che­rung ge­zwun­gen, da­für kom­men Grund­ren­te und ei­ne Aus­wei­tung der Müt­ter­ren­te. Un­ter­neh­mer wer­den durch Rück­kehr zur pa­ri­tä­ti­schen Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­ver­si­che­rung be­las­tet. Das Kin­der­geld steigt, und die Hartz-Re­geln sol­len ge­lo­ckert wer­den. Da­für wird der So­li­da­ri­täts­zu­schlag spät und nicht für al­le ab­ge­schafft – ei­ne Son­der­steu­er für „Rei­che“durch die Hin­ter­tür. Die neue „sub­stan­zi­el­le“Fi­nanz­trans­ak­ti­ons­steu­er plün­dert je­den zu­sätz­lich aus, der für sein Al­ter in Wert­pa­pie­re in­ves­tiert.

Al­les in al­lem wird die kol­lek­ti­vis­ti­sche Umar­mung des Staa­tes noch drü­cken­der. Gleich­zei­tig ist die Steu­er­quo­te schon so hoch wie nie seit 1990 und das „So­zia­le“oh­ne­hin schon ein mons­trö­ser Me­ga­pos­ten im Haus­halt. Da­bei liegt auf der Hand, was ei­gent­lich zu tun ist: Steu­ern run­ter, Frei­heit des Ein­zel­nen ge­gen den Staat stär­ken.

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Will@in­fo­au­tor.de

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