Für Schulz geht’s um al­les

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON HER­MANN GRÖBLINGHOFF

Das war ei­ne har­te Nacht für Mar­tin Schulz. 24 St­un­den hat er bei den Son­die­rungs­ge­sprä­chen um SPD-In­hal­te ge­run­gen – um am Mor­gen da­nach von ei­nem „her­vor­ra­gen­den Er­geb­nis“zu spre­chen. Doch die­se Tor­tur dürf­te nichts ge­gen das sein, was nun folgt: die Über­zeu­gungs­ar­beit in der ei­ge­nen Par­tei.

Wuch­ti­ge Ar­gu­men­te für den Ein­tritt in die Groko kann der Chef der So­zi­al­de­mo­kra­ten nicht bie­ten. Die Bür­ger­ver­si­che­rung, ein Haupt­an­lie­gen der SPD, kommt nicht; der Spit­zen­steu­er­satz wird nicht wie ge­wünscht er­höht. Ins Ren­nen ge­hen muss Schulz des­halb mit The­men, die nicht wirk­lich ro­cken: mehr Eu­ro­pa, Auf­he­bung des Ko­ope­ra­ti­ons­ver­bots, schritt­wei­se Ab­schaf­fung des So­li. Der SPDChef wird den­noch al­les ge­ben, um die ei­ge­ne Ba­sis zu be­geis­tern. Denn klar ist: Schei­tert Schwarz/Rot, schei­tert auch er. Bei Neu­wah­len wür­de ga­ran­tiert nicht mehr der Mann aus Wür­se­len als SPD-Kanz­ler­kan­di­dat an­tre­ten.

@ Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Gro­eb­linghoff@in­fo­au­tor.de

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