Ein letz­ter Di­enst

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON ANDRE­AS HERHOLZ, BÜ­RO BER­LIN

A nge­la Mer­kel bleibt sich treu. Im­mer dann, wenn es stürmt, wenn es Kri­sen, Macht­kämp­fe und Rän­ke­spie­le gibt, wenn es eng wird, bleibt die Kanz­le­rin ru­hig. So auch jetzt im Fall Hans-Ge­org Maa­ßen. Klar sei, dass die Ko­ali­ti­on nicht an der Fra­ge des Prä­si­den­ten ei­ner nach­ge­ord­ne­ten Be­hör­de zer­bre­chen wer­de, gibt sich die CDU-Che­fin ge­las­sen und op­ti­mis­tisch. Mer­kel setzt dar­auf, dass sich am En­de bei den Ko­ali­ti­ons­part­nern CSU und SPD die Ver­nunft durch­setzt. Doch Christ­so­zia­le und So­zi­al­de­mo­kra­ten trei­ben den Kon­flikt ge­ra­de­zu lust­voll auf die Spit­ze.

Längst geht es da­bei nicht mehr um den um­strit­te­nen Chef des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz. Die SPD schießt sich auf Mer­kel ein, und CSU-Chef See­ho­fer hat­te von An­fang an mit Maa­ßens Hil­fe Druck auf die Re­gie­rungs­che­fin ge­macht. An der SPD-Ba­sis ru­mort es.

Doch we­der die SPD-Spit­ze noch die CSU-Füh­rung kön­nen ernst­haft ein In­ter­es­se ha­ben, dass das schwarz-ro­te Bünd­nis nach nur we­ni­gen Mo­na­ten be­reits wie­der aus­ein­an­der­bricht, noch da­zu we­gen ei­nes eher nich­ti­gen An­las­ses. Am En­de blie­be nur ein Trüm­mer­hau­fen und im Fal­le von Neu­wah­len ein po­li­ti­sches Erd­be­ben, das nicht nur die Re­pu­blik, son­dern auch Eu­ro­pa er­schüt­tern könn­te.

Hans-Ge­org Maa­ßen hat das Ver­trau­en ver­spielt, das für ein sol­ches Amt un­er­läss­lich ist. Er soll­te dem Land und sich selbst noch ei­nen Di­enst er­wei­sen und das un­wür­di­ge Spiel mit sei­nem Rück­tritt be­en­den.

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