Skan­dal-Schlacht­hof ver­liert nam­haf­te Kun­den

Die­se Han­dels­ket­ten zie­hen Kon­se­quen­zen aus Vi­deo­auf­nah­men

Nordwest-Zeitung - - VORDERSEITE - VON LARS LAUE UND HE­LEN HOFF­MANN

OL­DEN­BURG/HAN­NO­VER – Nach dem Ver­dacht auf Tier­quä­le­rei in ei­nem Schlacht­hof in Ol­den­burg ha­ben wei­te­re Kun­den die Zu­sam­men­ar­beit mit dem Be­trieb be­en­det. Lidl teil­te am Frei­tag mit, al­le Lie­fe­ran­ten hät­ten nach Be­kannt­wer­den der Sach­la­ge ver­si­chert, dass sie ab so­fort kei­ner­lei Roh­stof­fe mehr von der Stan­dard-Fleisch GmbH & Co. be­zie­hen wür­den. Der Dis­coun­ter dis­tan­zie­re sich von den Prak­ti­ken des Schlacht­be­triebs. Zu­vor hat­ten be­reits die Bün­ting Grup­pe und das Un­ter­neh­men Fros­ta ih­re Auf­trä­ge ge­stoppt. Auch Al­di Süd und Al­di Nord re­agier­ten, eben­so die Hit-Fri­sche-Märk­te aus NRW so­wie der Ede­ka-Ver­bund und die Han­dels­ket­te Nor­ma.

Nach An­ga­ben des Ver­eins Deut­sches Tier­schutz­bü­ro ha­ben sich die Fir­men ent­setzt über die Zu­stän­de ge­zeigt, sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de Jan Pei­fer. Der Ver­ein hat­te Vi­de­os ge­zeigt, die mit ver­steck­ter Ka­me­ra in dem Schlacht­hof auf­ge­nom­men wor­den sein sol­len. Die Bil­der zei­gen, wie Rin­der nicht fach­ge­recht be­täubt und bei Be­wusst­sein ge­tö­tet wer­den. Die Tier­schüt­zer ha­ben Straf­an­zei­ge ge­gen den Be­trieb ge­stellt. Die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt.

Der Schlacht­hof hat die Vor­wür­fe im Grund­satz be­stä­tigt. „Wir zwei­feln we­der die Au­then­ti­zi­tät der Bil­der an, noch möch­ten wir die Vor­fäl­le klein­re­den“, hat­te das Un­ter­neh­men kurz nach Be­kannt­wer­den der Vi­de­os mit­ge­teilt. Das Deut­sche Tier­schutz­bü­ro for­dert die Schlie­ßung des Be­triebs. Die do­ku­men­tier­ten Zu­stän­de sei­en so gra­vie­rend, dass so­fort ge­han­delt wer­den müs­se.

Un­ter­des­sen soll Nie­der­sach­sen nach dem Wil­len der CDU Vor­rei­ter in Sa­chen Tier­schutz wer­den. Da­zu ge­hö­re ne­ben ei­ner Vi­deo­über­wa­chung in den Schlacht­hö­fen auch, mo­der­ne­re Schlacht­me­tho­den ein­zu­set­zen und die Mit­ar­bei­ter zu qua­li­fi­zie­ren. Das be­deu­te am En­de, dass Fleisch teu­rer wer­de, sag­te der Vor­sit­zen­de der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Dirk To­e­pffer. Er glau­be aber, dass die Men­schen be­reit da­zu sei­en, mehr Geld für Fleisch zu be­zah­len, wenn da­mit bes­se­re Be­din­gun­gen in den Schlacht­hö­fen ein­her­gin­gen. Nie­der­sach­sen müs­se sich an die Spit­ze ei­ner sol­chen Tier­wohl-Be­we­gung set­zen.

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