Vor­sicht Hö­hen­flug

Nordwest-Zeitung - - MEINUNG - VON HER­MANN GRÖBLINGHOFF

D en Grü­nen dürf­te es so lang­sam un­heim­lich wer­den. Bei 22 Pro­zent liegt die Par­tei ak­tu­ell im Po­lit­ba­ro­me­ter. Vor der SPD, knapp hin­ter der CDU. In ih­rer His­to­rie er­reich­ten die Grü­nen als bes­tes Bun­des­tags­wahl­er­geb­nis bis­her 10,7 Pro­zent im Jahr 2009.

Die­ser Er­folg kommt nicht zu­fäl­lig da­her, er hat meh­re­re Grün­de: Vor al­lem sind es die neu­en Köp­fe an der Par­tei­spit­ze. Mit Ro­bert Ha­beck und An­na­le­na Ba­er­bock füh­ren zwei Rea­los die Par­tei, wäh­rend das lin­ke La­ger größ­ten­teils still­hält. Vor­bei der Streit, der bei den Grü­nen in der Ver­gan­gen­heit oft als Mar­ken­zei­chen galt. Ge­ra­de in Zei­ten, in de­nen sich an­de­re Par­tei­en zof­fen wie die Kes­sel­fli­cker, emp­fin­den das vie­le Wäh­ler als wohl­tu­end.

Zu­dem sind es die The­men, mit de­nen die Grü­nen punk­ten. Durch den Dür­re­som­mer in Deutsch­land ist das Be­wusst­sein der Bür­ger für den Kli­ma­schutz sen­si­bi­li­siert wor­den. Und auf die­sem Ge­biet trau­en vie­le Wäh­ler den Grü­nen am meis­ten zu. Zu­mal man nicht mehr als Ver­bots­par­tei da­her­kommt, son­dern ver­sucht, den Bür­ger mit­zu­neh­men.

Doch die Grü­nen soll­ten sich nicht zu früh freu­en. Auch in der Ver­gan­gen­heit gab es Um­fra­ge-Hochs zwi­schen den Bun­des­tags­wah­len; als es ernst wur­de, ging’s oft wie­der berg­ab. Die Grü­nen sind al­so ge­warnt.

@Den Au­tor er­rei­chen Sie un­ter Gro­eb­linghoff@in­fo­au­tor.de

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