ESatz hei­ße Oh­ren ge­hört da­zu“

Kul­tus­mi­nis­ter Ton­ne be­ant­wor­tet Le­ser-Fra­gen und kom­men­tiert sei­nen Ar­beits­ver­trag

Nordwest-Zeitung - - NIEDERSACHSEN - ;ON iARS LAUE, BÜ­RO HAN­NO;ER

Leh­rer-Be­sol­dung, Ar­beits­be­las­tung und Ge­walt an ;chu­len: ;PD;chul­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne (42) be­zieht klar ;tel­lung.

HAN­NO­VER 5 Schul­the­men be­we­gen die Men­schen. Das hat die gro­ße Re­so­nanz auf un­se­re Ak­ti­on „Der di­rek­te Draht“mit Kul­tus­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne be­stä­tigt. Wir ha­ben dem Mi­nis­ter Le­ser­Fra­gen ge­stellt und er­staun­lich of­fe­ne Ant­wor­ten er­hal­ten – auch auf die Fra­ge, ob es ei­gent­lich Spaß macht, im Dau­er­feu­er der Kri­tik zu ste­hen. Sein Ar­beits­ver­trag be­inhal­te die Ge­fahr, „ge­le­gent­lich ei­nen Satz hei­ße Oh­ren zu krie­gen“, scherz­te Ton­ne.

Andre­as Ja­cob, Hunt­lo­sen, und Gu­drun Lo­e­ken, Sa­ter­land: War­um ver­dient ein Leh­rer in Sach­sen deut­lich mehr Geld als in Nie­der­sach­sen

Ich kann für Nie­der­sach­sen sa­gen, dass wir uns sehr klar zum Ziel ge­setzt ha­ben, bei der Be­sol­dung zu Ver­bes­se­run­gen zu kom­men. Wir ha­ben in die­sem Jahr ei­nen ers­ten wich­ti­gen Schritt ge­macht, näm­lich die bes­se­re Be­sol­dung von Grund­schul­lei­tun­gen und dar­an wol­len wir an­knüp­fen mit dem Ziel, dass es in zwei, drei Jah­ren auch aus fi­nan­zi­el­len Grün­den noch at­trak­ti­ver ist, als Leh­rer in Nie­der­sach­sen zu ar­bei­ten.

Wil­ma Bit­ter, Ja­der­berg: War­um wer­den Re­fe­ren­da­re nicht fle­xi­bel ein­ge­setzt. Es gibt Sei­ten­ein­stei­ger, die ge­för­dert wer­den und auf der an­de­ren Sei­te sind fer­tig aus­ge­bil­de­te Päd­ago­gen/Re­fe­ren­da­re ar­beits­los

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Wir ha­ben für die­je­ni­gen, die aus den Stu­di­en­se­mi­na­ren her­aus­kom­men, ei­ne De-Fac­to Ein­stel­lungs­ga­ran­tie. Das heißt al­so, wir ha­ben Stel­len für all die­je­ni­gen, die ih­re Aus­bil­dung in den Stu­di­en­se­mi­na­ren in Nie­der­sach­sen be­en­den. Zum an­de­ren le­gen wir sehr gro­ßen Wert dar­auf, dass die Qua­li­tät hoch­ge­hal­ten wird. So­wohl im Stu­di­um als auch da­nach im Vor­be­rei­tungs­dienst ist man auf die Fä­cher spe­zia­li­siert, die man stu­diert hat. Wir wol­len ei­ne ho­he Qua­li­tät und le­gen da­her gro­ßen Wert auf ei­ne gu­te und fun­dier­te Aus­bil­dung. Leh­re­rin In­sa Hörn­le, Je­ver: War­um wer­den Über­stun­den des Ar­beits­zeit­kon­tos von Lehr­kräf­ten nicht aus­be­zahlt

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Wir ha­ben in die­sem Jahr ei­ne in­ten­si­ve De­bat­te dar­über ge­habt, wo wir fle­xi­ble Lö­sun­gen an­bie­ten kön­nen mit dem Ziel, ei­ne best­mög­li­che Un­ter­richts­ver­sor­gung zu er­rei­chen. Da­bei gibt es nicht nur die ei­ne rich­ti­ge Lö­sung, son­dern das ist ein Bau­kas­ten aus meh­re­ren Ele­men­ten. Bei der an­ge­spro­che­nen Fra­ge bin ich aus­drück­lich of­fen da­für, es zu er­mög­li­chen, Über­stun­den fi­nan­zi­ell ab­zu­gel­ten. Die­ser Punkt wird ge­ra­de hoch­ak­tu­ell dis­ku­tiert, wir schau­en mal, wie sich das ent­wi­ckelt. Of­fen bin ich da­für auf je­den Fall.

Ex-Grund­schul­lei­te­rin Ka­rin Roh­de, Hu­de: Grund­schul­lehr­kräf­te ha­ben die höchs­te Un­ter­richts­be­las­tung – wie wol­len Sie für Grund­schul­lehr­kräf­te Aus­gleich und An­er­ken­nung schaf­fen

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Wir müs­sen uns sehr schnell dar­über ver­stän­di­gen, wie wir Auf­ga­ben, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu­neh­mend auf Lehr­kräf­te ver­la­gert wor­den sind, um­ver­tei­len kön­nen. Wir ha­ben ver­gan­ge­ne Wo­che die Er­geb­nis­se der Ar­beits­zeit­kom­mis­si­on be­kom­men mit dem zen­tra­len Er­geb­nis, dass Lehr­kräf­te zu viel ar­bei­ten und zu hoch be­las­tet sind. Ich ha­be dar­aus für mein Haus fol­gen­de Kon­se­quenz ge­zo­gen: Je­des Re­fe­rat hat Streich­lis­ten vor­zu­le­gen von Ar­bei­ten, die mo­men­tan in Schu­len er­le­digt wer­den, die wir aber ent­we­der strei­chen oder an an­de­re Stel­len ver­la­gern kön­nen, um kurz­fris­tig ins­be­son­de­re auch im Grund­schul­be­reich Ent­las­tung zu schaf­fen.

Grund­schul­leh­re­rin­nen Kat­je und Gun­da von Danckel­man, Ol­den­burg: Vor 50 Jah­ren hat­ten vie­le Schü­ler Angst, von Leh­rern ge­schla­gen zu wer­den. Heut­zu­ta­ge be­fürch­ten vie­le Leh­rer, dass sie von Schü­lern ge­schla­gen wer­den. Was kann da­ge­gen ge­tan wer­den

Wenn wir uns über die Fra­ge von At­trak­ti­vi­tät un­ter­hal­ten, geht es häu­fig um Be­sol­dung und Be­las­tung. Aber die Fra­ge von Wert­schät­zung ist ei­ne min­des­tens ge­nau­so be­deu­ten­de Fra­ge. Beim The­ma Ge­walt an Schu­len ver­tre­te ich ei­ne Null-To­le­ranz-Po­li­tik. So et­was darf dort nicht to­le­riert wer­den. Wenn es zu Vor­fäl­len kommt, sind die­se straf­recht­lich zu ver­fol­gen. Ob Schü­ler oder Lehr­kräf­te – je­der hat zu Recht den An­spruch, sich in der Schu­le si­cher füh­len zu kön­nen.

Wil­fried Schnei­der, He­le­ne-Lan­ge-Schu­le, Ol­den­burg: Wie wol­len Sie Ver­trau­en der Leh­rer zu­rück­ge­win­nen,

? wenn Sie ih­nen wei­te­re Be­las­tun­gen wie den neu­en Er­lass zur be­ruf­li­chen Ori­en­tie­rung oh­ne Aus­gleich auf­bür­den

Die be­ruf­li­che Ori­en­tie­rung hat schon im­mer statt­ge­fun­den, wir ha­ben sie jetzt auf an­de­re Fü­ße ge­stellt, in­dem wir sa­gen, dass auch an den Gym­na­si­en und Ge­samt­schu­len die be­ruf­li­che Ori­en­tie­rung nicht rein auf das Hoch­schul­stu­di­um fi­xiert sein soll. Die Schu­len ha­ben ein ho­hes Maß an Fle­xi­bi­li­tät, die­sen grö­ße­ren Spiel­raum der be­ruf­li­chen Ori­en­tie­rung in die Tat um­zu­set­zen. Ich glau­be, dass die Be­las­tung un­term Strich sehr mo­de­rat, der Nut­zen aber an­de­rer­seits sehr hoch ist.

@Das kom­plet­te In­ter­view un­ter www.NWZonline.de/vi­de­os www.oef­fent­li­cheol­den­burg.de

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DPA-BILD: STEF­FEN

Nie­der­sach­sens Kul­tus­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne (SPD) hat sich den Fra­gen von -Le­sern ge­stellt.

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